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Fall 36: Drei Hunde als Retter

Tierische Freunde geben 36-Jähriger neuen Halt im Leben - 22.12.2017 07:42 Uhr

Diese Drei sind ihr ein und alles: Dank Pebbles, Bam Bam und Junior fand Claudia B. wieder neuen Lebensmut und knüpfte neue Kontakte zu anderen Hundebesitzern. © Foto: Roland Fengler


"Mein Leben war nicht immer so, wie es hätte sein sollen", sagt die Nürnbergerin, und das ist, gelinde gesagt, eine Untertreibung für das, was sich wirklich abgespielt hat in den zurückliegenden Jahren. Schon als Kind erfuhr Claudia B. (Name geändert) kaum Geborgenheit, als die Älteste von drei Geschwistern sei sie immer "der Buhmann" gewesen. Schläge waren Teil ihrer Erziehung, später kamen sexuelle Übergriffe hinzu, Schulprobleme waren die Folge.

Weil dann auch noch ihre Mutter erkrankte, kamen B. und ihre Geschwister ins Heim. Eine Zeit lang schien es so, als würde die Heranwachsende doch ihren Weg finden. Vor allem der Aufenthalt auf einem Südtiroler Bergbauernhof als pädagogische Maßnahme habe ihr sehr gutgetan, erzählt die junge Frau. "Da wollte ich eigentlich gar nicht mehr weg."

Doch natürlich war das Projekt zeitlich begrenzt. Im Anschluss kam B. zu einer Pflegefamilie - und fühlte sich wieder nicht gewollt. In der Folge suchte sie Halt bei Männern und wurde schon früh Mutter. Wegen ihrer Vorgeschichte sprach ihr das Jugendamt die Erziehungsfähigkeit ab und nahm die kleine Tochter in Obhut.

Ab diesem Zeitpunkt ging es für Claudia B. erneut bergab. Sie fing an zu trinken, wurde wieder schwanger, glaubte kurz an ein neues Glück mit ihrem Freund, weil sie diesmal das Baby behalten durfte - und stand dann doch bald darauf wieder vor einem Scherbenhaufen, weil der Kindsvater nach einer Schlägerei im Knast landete.

Die kleine Familie zerbrach, das Jugendamt nahm die mittlerweile zwei Kinder in Obhut, B.s Leben, so sagt sie selbst, "geriet endgültig aus den Fugen". Drogen, Kleinkriminalität, die Flucht in eine virtuelle Scheinwelt - auf der Suche nach einem Lebensinhalt hat die Nürnbergerin nichts ausgelassen. Zeitweise, so sagt die Sozialarbeiterin, lebte sie dabei völlig isoliert von der Außenwelt.

Drei Freunden auf je vier Pfoten habe sie es zu verdanken, dass sie sich aus all dem wieder befreien konnte, so B. Zunächst war es nur eine Hündin, mittlerweile kümmert sie sich um drei Jack-Russell-Yorkshire-Mischlinge. Pebbles, Bam Bam und Junior sind ihr Ein und Alles. "Durch sie habe ich wieder eine Aufgabe." Bis zu fünf Mal am Tag geht sie mit den Hunden spazieren, hat dadurch auch neue soziale Kontakte knüpfen können. Leider belasten die Tiere aber auch das ohnehin schmale Budget der Nürnbergerin. Die Kosten fürs Futter zwackt sie zwar immer irgendwie ab, aber für die Hundesteuer, die Sterilisation eines Tieres und weitere Arztkosten reichen die Sozialleistungen nicht. Dass sie die Hunde deshalb nicht auf Dauer behalten kann, ist ihre größte Angst. Hier möchte die Weihnachtsaktion einspringen - damit B. doch noch ankommen kann in ihrem Leben.

Mit der Schilderung dieses beispielhaften Schicksals bittet "Freude für alle" heute ein letztes Mal vor Heiligabend noch einmal um Ihre Unterstützung. Die Aktionskonten:

Sparkasse Nürnberg: DE63 7605 0101 0001 1011 11

Sparkasse Fürth: DE96 7625 0000 0000 2777 72

Sparkasse Erlangen: DE28 7635 0000 0000 0639 99

Postbank Nürnberg: DE83 7601  0085 0400 0948 54 

Silke Roennefahrt

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