Samstag, 20.10.2018

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Herzrhythmusstörungen: Martha-Maria an der Spitze

Lebensretter in der Brust - Herzschrittmacher und Defibrillatoren im NZ-Klinikcheck - 26.07.2018 10:02 Uhr

Dr. Karsten Pohle, Chefarzt der Kardiologie am Nürnberger Krankenhaus Martha-Maria, zeigt einen implantierbaren Defibrillator, im Hintergrund ein entsprechendes Röntgenbild. © Roland Fengler


Das Krankenhaus des Diakoniewerks Martha-Maria liegt beim Einsetzen der Rhythmusgeräte bereits im dritten Jahr in Folge an der Spitze bei der Versorgungsqualität. In diesem Jahr wurden 27 (Einsetzen eines Herzschrittmachers) beziehungsweise 16 (Einsetzen eines Defibrillators) Krankenhäuser im Raum Nürnberg verglichen. Gesundheitswissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg haben das Ranking aus öffentlich zugänglichen Daten der Kliniken zur gesetzlichen Qualitätsmessung erstellt.  Auf dem zweiten und dritten Platz folgen das Universitätsklinikum Erlangen und das Klinikum Neumarkt.

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik. © NZ-Infografik


Ein Herzschrittmacher beschleunigt einen zu langsamen oder unregelmäßigen Herzschlag mittels elektrischer Impulse. Im Gegensatz dazu ist ein Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) bei bestimmten schnellen Herzrhythmusstörungen nötig. Diese gehen häufig mit chronischer Herzschwäche einher. Der Defibrillator reguliert bei Bedarf das aus dem Takt geratene Herz durch starke Elektroschocks.

Die GoogleMap zeigt die gerankten Häuser. Falls die Karte nicht angezeigt wird, benutzen Sie bitte diesen Link.

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik. © NZ-Infografik


Die Operation, bei der ein solches Rhythmusgerät unterhalb der Schulter in den Brustraum eingesetzt wird, ist prinzipiell ein komplikationsarmer Eingriff, erläutert Dr. Karsten Pohle, Kardiologie-Chefarzt bei Martha-Maria, in der Printausgabe der Nürnberger Zeitung. Probleme könnten sich am ehesten bei der Wundheilung und beim Einbau der Verbindungskabel zum Herzmuskel ergeben. "Diese Sonden sind die Sollbruchstelle – sie lässt sich auch von guten Operateuren nicht ganz verhindern." Die Forschung entwickle daher immer mehr Geräte, die einmal ohne Kabel auskommen. Auch ein Selbsthilfegruppen-Vertreter, der seit 20 Jahren mit einem Defibrillator lebt, erzählt in der NZ seine Geschichte.Obwohl Patienten damit heute kaum Einschränkungen im Alltag haben, kann der technische Helfer in der ersten Zeit eine psychische Belastung darstellen.

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik. © NZ-Infografik


"Ziel unseres Projekts ist es, die Versorgungsqualität in der Region insgesamt anzuheben", erklärt PD Dr. Martin Emmert, der verantwortliche Wissenschaftler am Nürnberger Lehrstuhl für Versorgungsmanagement. In den USA hätten ähnliche Ranglisten Kliniken zu Verbesserungen anregen können. Auch könnten niedergelassene Ärzte damit ihre Patienten gezielter beraten.

Im NZ-Klinikcheck (er findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt) schneiden die Kandidaten bei den betrachteten Behandlungsarten ganz unterschiedlich ab. Große, kleine oder spezialisierte Häuser können im Wechsel punkten.


Details, Tabellen und Hintergründe zum Forschungsprojekt Klinikcheck finden Sie hier. 


Für Emmert ist das ein wichtiges Ergebnis: "Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass man sich nicht nur generell über ein Krankenhaus informieren sollte, sondern dass es deutliche Unterschiede je nach Fachgebiet geben kann." Von Häusern in der weniger guten Kategorie ist keineswegs allgemein abzuraten. Für ihre schlechteren Ergebnisse im regionalen Vergleich sind teilweise geringe Unterschiede ausschlaggebend.

Bilderstrecke zum Thema

Vom Hüftgelenk bis zum Herzschrittmacher - Info-Grafiken zur Serie

Hier finden Sie die Infografiken aller im NZ-Klinikcheck bereits erschienenen Krankheitsbilder.


 

Isabel Lauer E-Mail

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