Mittwoch, 12.12.2018

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Heute öffnet Nürnbergs erster Unverpackt-Laden

Der "Zero Hero" in Gostenhof will Plastik-Irrsinn beenden - 21.09.2017 09:58 Uhr

Er ist fertig: So sieht der "Zero-Hero" im Inneren aus. © PR


Die Salatgurke eingeschweißt, der Saft kommt aus dem Tetrapack, die Tomaten in der 250-Gramm-Packung sind mit Plastik überzogen: Der Verpackungswahnsinn wartet in jedem deutschen Supermarkt, und das täglich. Zwei Nürnberger wollen das ändern. Nach fast zwei Jahren Vorlaufzeit eröffnet in Gostenhof der erste Unverpackt-Laden der Stadt. Die Suche nach einem Verkaufsraum sei schwierig gewesen, sagt Thomas Linhardt, Iniitator des plastikfreien Supermarktes. Doch am Donnerstag ist es so weit. Endlich.

Thomas Linhardt (links unten) und sein Team. © PR


Über ein Crowdfunding sammelten die Gründer im letzten Jahr über 26.000 Euro ein - und wollten damit auch abklopfen, wie stark das Interesse an einem Unverpackt-Laden in Nürnberg sei. Die Resonanz war gewaltig, sagt Linhardt.

Frisches Nußmus aus dem "Nutgrinder"

Gefunden haben die Macher des "Zero Hero" eine Ladenfläche in der Obere Kanalstraße 11a. Neben Grundnahrungsmitteln wie Nudeln und Reis - alles aus Abfüllstationen - gibt es dort auch einen sogenannten "Nutgrinder", mit dem sich Nürnberger künftig frisches Nussmus zapfen können. In Edelstahlkanistern gibt es verschiedene Öle, an einer Frischetheke Käse und im Bistro unter anderem Kaffee, Müsli, Suppen und Eintöpfe.

"Außerdem wird es viele Non-Food-Artikel geben, handgemachte Seifen etwa oder nachhaltiges Toilettenpapier", sagt Linhardt. "Jede Menge Drogerieartikel eben." Auch eine Abfüllstation für Wasch-, Spül- und Reinungsmittel soll es geben. 

"Regionalität spielt eine große Rolle"

Wer etwas mitnehmen möchte, der sollte seine eigene Verpackung - also Schüsseln, Flaschen oder andere Behältnisse - mitbringen. Auch an die Produktqualität hat "Zero Hero" hohe Ansprüche. Bis zu 95 Prozent Bio-Artikel wolle man im Sortiment haben. "Wir achten auch darauf, dass so viel wie möglich zusatzstofffrei ist", sagt Linhardt. "Auch Regionalität spielt eine große Rolle."

Damit kommt der "Zero-Waste-Lifestyle", eine internationale Bewegung, endgültig in Nürnberg an. Seit Monaten schon halten Thomas Linhardt und Arthur Koenig, die den Unverpackt-Laden gemeinsam betreiben, Vorträge in der Region. In den vergangenen Jahren eröffneten gleich mehrere Läden mit einem ähnlichen Konzept in Deutschland, etwa in Bamberg, dem ersten Ableger in Franken.

Jetzt also auch in Nürnberg.  

Tobi Lang nordbayern.de E-Mail

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