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Hummelstein: Mieter machen gegen Kündigung mobil

Bewohner der wbg-Häuser in der Schillingstraße fordern ein Rückkehrrecht - 05.11.2014 07:44 Uhr

Die wbg-Häuser (hier die Fassaden an der Pillenreuther Straße) sollen abgerissen werden. Die jetzigen Bewohner wollen das aber nicht klaglos hinnehmen und fordern ein Rückkehrrecht. © Foto: Reinhard Schmolzi


„Ich habe Schimmel in der Wohnung. Da muss schon viel gemacht werden“, sagt Ahmed Gökem. Sein ganzes Leben lang wohnt er bereits in einer wbg-Wohnung in der Südstadt. Nun will die Wohnungsbaugesellschaft die Anlage in der Schillingstraße abreißen und durch Neubauten ersetzen. Der momentane Mietpreis von etwas mehr als drei Euro pro Quadratmeter würde vermutlich nicht erhalten bleiben. „Hier wird günstiger Wohnraum vernichtet und teurer geschaffen“, sagt Titus Schüller.

Der Stadtrat der Linken Liste vermutet: „Bei einem Neubau muss man von acht bis zehn Euro Miete pro Quadratmeter ausgehen.“ Ob komplette Sanierung oder Neubau: Diese Mietsteigerung können sich die jetzigen Bewohner der Anlage nicht leisten. Doch die Gegend verlassen wollen sie auch nicht.

„Ich habe nichts gegen einen Abriss oder eine Sanierung, aber ich möchte dann auch zu einem angemessenen Preis zurück- kommen“, fordert ein Mieter aus der Galvanistraße in einer Gesprächsrunde mit dem Ortsverband Südstadt der Linken Liste und Stefan Schwach von der Stadtbildinitiative. Die Anwesenden sind sich im Prinzip einig: Es muss etwas an den Wohnungen getan werden, die Mietpreise dürfen allerdings nicht explodieren.

Preise steigen

Auch der 29-jährige Ahmed Gökem wünscht sich, dass die Wohnqualität gesteigert wird. „Wenn der Preis nach einer Sanierung nach oben geht ist das in Ordnung, aber zehn Euro – das wäre zu viel.“ Stadtrat Schüller rät: „Der durchschnittliche Quadratmeterpreis einer wbg-Wohnung liegt bei 5,56 Euro. Bei Verhandlungen mit dem Vermieter könnte man sich daran orientieren.“

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Eva Büttner, die Geschäftsführerin des Vereins Mieter helfen Mietern, rät den Betroffenen: „Es ist wichtig, dass die Bewohner einheitliche Forderungen formulieren und an einem Strang ziehen.“ Solange noch keine Kündigungen in die Häuser flattern, kümmert sich Holger Finster um einen Brief an die wbg. Darin will er klarstellen, dass die Bewohner der Anlage den Abriss nicht einfach hinnehmen werden und mit dem Vermieter verhandeln wollen. Sein Ziel: So viele Unterschriften der Bewohner zu bekommen wie möglich.

„Ein Mietverhältnis muss durch eine Kündigung oder eine Aufhebungsvereinbarung beendet werden“, erklärt Rechtsanwältin Büttner den Bewohnern. In einer solchen Vereinbarung könnten die Mieter Bedingungen für die Aufhebung des Mietverhältnisses stellen. Unter anderem können sie versuchen ein Rückkehrrecht in die sanierten oder neu gebauten Wohnungen zu verankern. Ob es dazu kommt, liegt am Geschick der Bewohner und an der Verhandlungsbereitschaft der Wohnungsbaugesellschaft.

wbg-Sprecher Dieter Barth erklärte auf Nachfrage: „Wir kündigen die Mieter nicht, sondern setzen diese einvernehmlich um. Aber dieser Prozess hat noch nicht begonnen. Wir sind gerade dabei, die Planungen zu vertiefen und die Gespräche mit den Architekten in Verträge zu bringen.“ Einen Zeitplan für das weitere Vorgehen gebe es noch nicht. 

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