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Im Südklinikum: Eine neue Not-Praxis für Nürnberg

Bereitschaftspraxis könnte noch im Laufe des Jahres eröffnen - 21.03.2017 05:48 Uhr

Für die neue Bereitschaftspraxis hat die Kassenärztliche Vereinigung das Südklinikum ins Auge gefasst. © Stefan Hippel


Wenn alles gut läuft, könnte die neue Praxis noch in diesem Jahr an den Start gehen. Dr. Alfred Estelmann, der Vorstand des Klinikums, wünscht sich eine solche Anlaufstelle schon lange und begrüßt deshalb die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Das Krankenhausstrukturgesetz gibt vor, dass bundesweit mehr solcher Bereitschaftspraxen an Krankenhäusern entstehen sollen, um die Notaufnahmen der Kliniken zu entlasten.

Schätzungen gehen davon aus, dass 30 Prozent der Patienten, die eine Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen, auch in einer Praxis betreut werden könnten. In Bayern will die KV in den nächsten Jahren die Zahl solcher Einrichtungen von derzeit 90 auf 110 erhöhen. Eine davon soll nun am Südklinikum entstehen, bestätigte die Kassenärztliche Vereinigung  auf Anfrage der Nürnberger Nachrichten.

"Wir versorgen dort pro Jahr 8000 bis 9000 Patienten"

Estelmann könnte sich vorstellen, dass die neue Bereitschaftspraxis im Haus D in Höhe der Bushaltestelle am Haupteingang untergebracht wird. Für Patienten würde das kurze Wege bedeuten. Stellen sich die gesundheitlichen Probleme als schwerwiegender heraus, ist die Notaufnahme des Krankenhauses nicht weit. Und umgekehrt können leichtere Fälle an die Bereitschaftspraxis verwiesen werden.

Die große Bereitschaftspraxis der KVB im Adcom-Center in der Bahnhofstraße, in der Hausärzte, Chirurgen, Orthopäden, Gynäkologen oder Kinder- und Jugendärzte die Patienten versorgen, bleibt unverändert bestehen. Am neuen Standort in Langwasser sollen ausschließlich Hausärzte außerhalb der regulären Praxiszeiten dienstbereit sein.

Im Nordklinikum gibt es seit 2006 bereits eine Bereitschaftsdienstpraxis, die vom Praxisnetz Nürnberg Süd geführt wird. Sie ist direkt neben der Notaufnahme angesiedelt.

Weitere Gespräche laufen

"Wir versorgen dort pro Jahr 8000 bis 9000 Patienten" , erläutert Dr. Michael Bangemann, Vorsitzender des Praxisnetzes Nürnberg Süd. Eine stattliche Zahl, die eine deutliche Entlastung für die Notaufnahme des Krankenhauses belegt. Wenn im August die U-Bahn direkt vor dem Haupteingang des Nordklinikums hält, rechnet Estelmann damit, dass der Zulauf an Patienten noch größer werden wird. Er führt deshalb bereits Gespräche mit dem Praxisnetz Süd, ob die Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxis - derzeit Mittwoch und Freitag von 15 bis 22 Uhr, am Wochenende sowie an Feiertagen von 10 bis 22 Uhr - nicht erweitert werden können - zum Beispiel zusätzlich auch an Brückentagen oder an Weihnachten.

Wer außerhalb von Praxissprechzeiten einen Arzt braucht, kann sich aber auch zuerst an die bundesweit einheitliche Service-Rufnummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Dort erfahren die Anrufer, wo sie Hilfe in ihrer Nähe finden. In lebensbedrohlichen Situationen wie zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall ist jedoch der Notruf unter 112 die richtige Wahl. 

Karin Winkler

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