Mittwoch, 14.11.2018

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In Nürnberg entsteht eine der größten Schulen des Landes

Sigmund-Schuckert-Gymnasium und die Peter-Henlein-Realschule verbunden - 21.05.2014 21:07 Uhr

Der Sieger-Entwurf von Gessert und Randecker erinnert an einen Schmetterling, wenn man von oben auf die Bauform blickt. Überzeugend ist der großzügige Eingangsbereich der die beiden Schulgebäude, die an Flügel erinnern, miteinander verbindet. © Repro: Günter Distler


40 Architekturbüros wollten bei dem Wettbewerb mitmachen, 33 haben am Ende Entwürfe eingereicht. Gewonnen haben aufgrund der Entscheidung einer Jury, die aus Fachleuten, städtischen Referenten und Stadträten bestand, Staab Architekten, Berlin, und h4a Gessert+Randecker Generalplaner, Stuttgart.

Staab schlägt einen eher konventionellen Schulbau aus drei Kuben, die eine L-Form an der Ecke Werkvolk- und Pommernstraße bilden, vor. Verbunden sind die Schulen mit den beiden Turnhallen durch Laubengänge. Gessert und Randecker haben Planungen für einen „Schmetterling“ vorgelegt: Ein markanter Eingangsbereich, der auch als Pausenraum dient und in dem viele Funktionsräume untergebracht sind, verbindet das Sigmund-Schuckert-Gymnasium und die Peter-Henlein-Realschule. Die beiden Schulen folgen nicht dem Prinzip des rechten Winkels, sie haben einen leicht verschobenen Grundriss und erinnern an Schmetterlingsflügel.

Größtes Schulbauprojekt Deutschlands

„Das Schulzentrum ist baulich so verkommen, dass alles abgerissen werden muss“, sagte Daniel Ulrich bei der Vorstellung der Pläne. Während der Bauphase soll aber in den vorhandenen Schulräumen weiter unterrichtet werden. „Der Neubau ist eines der größten Schulbauprojekte in ganz Deutschland“, so der Baureferent. Im Vergleich mit dem vorhandenen Schulzentrum Südwest wird der Neubau um ein Drittel größer sein.

Auf über 20.000 Quadratmetern müssen 85 Klassen untergebracht werden. Es werden sieben Turnhallenfelder benötigt. Außerdem werden Räume für die Dienststelle des Ministerialbeauftragten für Realschulen gebaut. Zwischen 90 und 110 Millionen Euro wird der Neubau des Schulzentrums Südwest kosten. Baubeginn ist für 2018 geplant. Ein Jahr später soll es mit dem zweiten Großprojekt im Schulbereich, der Bertolt-Brecht-Schule, losgehen.

Gebäude und Pädagogik verknüpfen

Laut Schulbürgermeister Klemens Gsell soll der Neubau auch eine moderne Organisation des Schulalltags zulassen. Gedacht ist etwa an Lerneinheiten, in denen speziell Sprachen, Naturwissenschaften, Musik und Sozialwissenschaften unterrichtet werden: So dass die Lehrer in den Zimmern bleiben und damit die Ausstattung, die zu ihren Fächern passt, nutzen können. Gedacht ist auch an die konsequente Einführung des Doppelstundenprinzips. Einen eigenen Trakt soll es auch für die fünften und sechsten Klassen geben. In das Schulgebäude werden auch die Stadtteilbibliothek und eine Mensa für den Ganztagesbetrieb einziehen. „Die Gebäude und die Pädagogik müssen miteinander verknüpft werden“, sagt Gsell.

Bei der Weiterentwicklung der Planungen will Kämmerer Harald Riedel auch auf den Unterhalt der Gebäude achten. Der städtische Haushalt werde nicht nur durch die Baukosten, sondern auch durch Reinigungs- und Energiekosten belastet. Beim Schulzentrum Südwest seien es derzeit fünf Millionen Euro im Jahr. Beide Entwürfe erfüllen den Passivhaus-Standard und sollen auch noch Energie erzeugen, so die Zielsetzung.

Die Büros Staab und h4a haben bei ihren Planungen berücksichtigt, dass die Werkvolkstraße in Zukunft weniger durch Autos und Lärm belastet wird. Auch das an die vorhandene Sportanlage angrenzende Wäldchen soll erhalten bleiben. Die Mitarbeiter von Staab müssen u. a. ein Lösung für die Verbindungswege mit Pergolen finden. Auch ist das Eingangsgebäude zu groß geplant. Die Stuttgarter Architekten müssen eine Lösung für ihre Turnhalle finden. Während das Büro Staab die sieben Turnfelder auf zwei Hallen verteilt und gut platziert hat, schlugen die Schwaben eine große Halle vor, die zur Schule kaum Bezug hat.

Alle Arbeiten werden bis 4. Juni öffentlich ausgestellt und können täglich zwischen 12 und 18 Uhr sowie donnerstags bis 20 Uhr besichtigt werden. Ort: Auf AEG, Fürther Straße 244-254, Halle 15 im Obergeschoss. 

André Fischer (Nürnberger Zeitung)

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