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Katzen stranguliert: 20-Jährige wegen Tiertötung verurteilt

Nürnberger Ehepaar stand bereits unter der Beobachtung des Veterinäramts - 13.05.2016 08:19 Uhr

Weil sie zwei Katzen mit einem Schnürsenkel stranguliert hat, wurde eine 20-Jährige zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. (Symbolbild) © Colourbox Symbolbild


Jasmin G. (Name geändert) hatte geglaubt, ihre drei Stubentiger in gute Hände abgegeben zu haben. Die 22-Jährige musste sich wegen der Katzenallergie ihres Lebensgefährten von ihren Lieblingen trennen. Über ein Kleinanzeigen-Portal im Internet fand sie in Nürnberg ein neues Zuhause. Samt Kratzbaum und Katzenklo lieferte sie ihre zwei Kater und eine Katze im Herbst 2015 in der Goethestraße bei einem jungen Ehepaar ab.

Einige Wochen später kam heraus, dass es ihren Katzen nicht gut ergangen war. Sör-Mitarbeiter hatten an der Rollnerstraße zwei Einkaufstüten mit Katzenkadavern gefunden. Die Tiere waren offenbar mit Schnürsenkeln erdrosselt worden. Einer der Kater war gechipt — die Polizei nahm Kontakt mit der Vorbesitzerin auf. Jasmin G. fuhr sofort nach Nürnberg und wollte ihre anderen beiden Katzen zurückholen.

Dort erfuhr sie die ganze Wahrheit: Das Ehepaar wohnte gar nicht in der Goethestraße sondern im Kirchenweg und stand bereits unter Beobachtung des Veterinäramts. Ihre beiden Kater waren tot, ihre Katze hatte das Ehepaar aus der Wohnung gejagt. Weil die Wohnung völlig verdreckt und vermüllt war, nahm die 22-Jährige eine junge Katze, die sie in dem Chaos entdeckt hatte, mit und brachte sie ins Tierheim. Dort war der Name des Paares bekannt.

Großer "Tierverschleiß"

Vor dem Nürnberger Jugendgericht wollte die 20-Jährige, die wegen Tiertötung und Tierquälerei angeklagt war, nichts zu den Vorwürfen sagen. Ihr mitangeklagter Ehemann, der sich mittlerweile von der jungen Frau getrennt hat, beschuldigte seine Ex und deren beste Freundin zahlreicher weiterer Tiermorde. Sie hätten einen großen "Tierverschleiß" gehabt, so der Mann. Die beiden Frauen hätten mindestens zehn Katzen auf dem Gewissen.

Unter anderem hätten sie die Samtpfoten in der Wohnung der Bekannten in der Goethestraße gegen Wände geschlagen, in die Waschmaschine gesteckt oder im Bad aufgehängt. Er habe sich seinen Teil gedacht, sei aber nie eingeschritten.

Die 32-jährige Bekannte stritt im Zeugenstand ab, etwas mit den Tötungen zu tun gehabt zu haben. Sie habe dem Paar nur die Wohnung zur Verfügung gestellt. Die Frau bestätigte jedoch, dass ihre Freundin Tiere, darunter auch Reptilien und Nagetiere, getötet und ausgesetzt hat, wenn sie ihr nicht mehr gefielen. Auch den Ehemann habe sie beobachtet, wie er Katzenbabies mit einer Bierflasche erschlug.

Die 20-Jährige kassierte am Ende eine Jugendstrafe auf Bewährung und muss für zwei Wochen in den Warnschussarrest. Ihrem Mann war die aktive Mitwirkung nach Ansicht des Gerichts nicht nachzuweisen. Er wurde wegen Beihilfe zur Tiertötung verurteilt und muss eine hohe Geldstrafe in Raten abstottern. 

Clara Grau

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