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Laufer Tierarzt stellt Konzertbilder aus

Uwe Dlouhy fotografiert seit zehn Jahren das „Ensemble Kontraste“ — Ausstellung in der Tafelhalle - 28.02.2016 13:30 Uhr

Die meisten von Uwe Dlouhys Fotos entstehen bei den Anspielproben des „Ensemble Kontraste“.

Die meisten von Uwe Dlouhys Fotos entstehen bei den Anspielproben des „Ensemble Kontraste“. © Foto: Uwe Dlouhy


Da kommen in diesem Jahr einige Jubiläen zusammen: Das „Ensemble Kontraste“ feiert Silbernes (und zwar mit einem großen Geburtstagskonzert am 2. April in der Tafelhalle) und Uwe Dlouhy wird 50. Vor einem halben Jahrhundert wurde er in Fürth geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nun ist seit 17 Jahren Lauf der Lebensmittelpunkt des umtriebigen Fotografen, den viele aber wohl eher in seinem „anderen“ Beruf kennen: Seit 1999 betreibt der promovierte Veterinär eine Kleintier-Praxis.

Und genau die Tatsache, dass Dlouhy Tierarzt ist, führte ihn zum „Ensemble Kontraste“. Und das kam so: „Kontraste“-Pianist Stefan Danhof wurde eines Tages bei dem Mediziner vorstellig. Das Ensemble wollte ein Benefizkonzert in Röthenbach (Pegnitz) geben und war auf der Suche nach Sponsoren. Uwe Dlouhy zeigte sich spendabel, und das war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft. Schnell stellte sich heraus, dass der Tierspezialist einer weiteren großen Leidenschaft nachgeht: dem Fotografieren.

Mittlerweile ist er der offizielle Pressefotograf der Stadt Lauf und beeindruckt auch mit seinen Dokumentaraufnahmen. Seit einem Jahrzehnt ist er zudem eine feste Größe in den Konzerten des „Ensemble Kontraste“. Wobei die meisten seiner Aufnahmen gar nicht beim eigentlichen Auftritt entstehen, sondern bei den Anspielproben.

„Da kann ich durch die Reihen marschieren und keiner stört sich an meinem Auslösergeräusch“, berichtet Dlouhy. Andererseits gehört er auch nicht zu jenem Fotografen-Typ, bei dem der Motor ständig läuft. „Ich wähle genau die Perspektiven aus, konzentriere mich auf das Motiv. So entstehen vielleicht 50 Bilder, von denen vielleicht 30 Gnade vor meinen Augen erhalten“, gibt er sich selbstkritisch.

Uwe Dlouhy arbeitet als Tierarzt und als Fotograf.

Uwe Dlouhy arbeitet als Tierarzt und als Fotograf. © Foto: privat


Hört er dabei auch auf die gespielte Musik? „Eigentlich nicht“, schmunzelt der Bildkünstler. Kein Wunder: Denn Klassik ist nicht gerade seine musikalische Favoritensparte. „Ich komme vom Heavy Metal her.“ Und warum sucht er seine Motive dann nicht auf Rockkonzerten? „Da kommt man wahnsinnig schwer an das Set. Die haben meist ihre eigenen Leute.“ Immerhin: In diesem Jahr gibt er sich mit seinem Sohn vier Tage das „Summerbreeze“-Festival in Dinkelsbühl. „Mehr ist für einen Freiberufler wie mich eben nicht drin.“ Andererseits: „Ob Klassik oder Metal: Wichtig ist der richtige Moment . . .“

„Ein lustiger Haufen“

Am „Ensemble Kontraste“ gefällt ihm, dass das ein „ganz lustiger Haufen“ ist. „Da sind in den dauernd wechselnden Besetzungen so viele verschiedene Charaktere beieinander. Das macht mir Spaß.“ Auch wenn der Spaß zuweilen durchaus in Arbeit ausarten kann. Nicht selten hat er samstags bis 19 Uhr Bereitschaftsdienst und steht dann aber um 20 Uhr in der Tafelhalle zum Konzert parat. Den „lustigen Haufen“ hat Uwe Dlouhy auch schon nach Toulouse und Wien begleitet, wo man die supererfolgreiche „Zauberflöte“ (zusammen mit Thalias Compagnons und Countertenor Daniel Gloger) präsentierte. Schließlich ist Reisefotografie noch so ein Steckenpferd von Uwe Dlouhy. Als Vorbilder nennt er übrigens Steve Mc Curry und Werner Bischof. „Unerreichbar, aber nachstrebenswert.“

Wieder so ein Fall eines Menschen, dessen Tage offensichtlich 48 Stunden haben. Andererseits liegen im Berufsalltag des Klinikbetreibers Tiere und Kultur tatsächlich ganz nah: Schließlich betreut er die Katzen von Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner medizinisch . . . 

JENS VOSKAMP

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