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Millionenschaden nach Großbrand in Nürnberg

Einsatzleiter Skrok: "Schlimmstes Feuer seit zehn Jahren" - 30.000 Telefone vernichtet - 13.09.2013 13:51 Uhr

Aus noch ungeklaerter Ursache kam es zu einem Grossbrand in einem Logistiklager was zum Großteil Möbel lagert.

Aus noch ungeklaerter Ursache kam es zu einem Grossbrand in einem Logistiklager was zum Großteil Möbel lagert. © News5 / Reitmayer


30.000 Festnetztelefone sind bei dem Feuer verbrannt, der Schaden ist hoch: „Wir rechnen mit rund zwei Millionen Euro“, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitagmorgen. Die Brandursache ist noch unklar.

Am Abend zuvor, gegen 19.30 Uhr hatte ein Autofahrer Rauch und Feuer in einer Lagerhalle in der Ipsheimer Straße beobachtet und die Feuerwehr alarmiert. Gleich nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde klar, dass es an Verstärkung bedurfte.

Straßensperren wurden auf der Ipsheimer, Flachslander und der Lenkersheimer Straße errrichtet. Die Flammen waren nach einer Stunde noch nicht unter Kontrolle. Großalarm wurde ausgerufen. Die rund 130 Einsatzkräfte versuchten mit vier Drehleitern, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.

Aus Sicherheitsgründen wurden die Anwohner per Rundfunkdurchsage gebeten, in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten, da der Qualm Reizhusten verursacht.

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Am Donnerstagabend stand eine Spedition in Kleinreuth bei Schweinau in Flammen. Ein Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz leicht verletzt. Die Höhe des Sachschadens beträgt zwei Millionen Euro. Nicht nur die Rauchwolke war über ganz Nürnberg zu sehen: 30.000 verbrannte Telefone in der Halle sorgten für beißenden Geruch und viel Qualm.


Die Einsatzkräfte kamen nur begrenzt an den Innenbereich des Lagers, da das Gebäude durch das Feuer schnell schwer einsturzgefährdet war. Laut Einsatzleiter Volker Skrok war schnell klar, dass der Brand der 4.000 Quadratmeter großen Halle nicht vor dem Freitagmorgen gelöscht sein würde.

Die aufwändigen Arbeiten zeigen sich an den nackten Zahlen: Zeitweise brauchte die Feuerwehr 5.000 Liter Löschwasser pro Minute, um das Feuer zu bekämpfen. Ein Problem bei den Löscharbeiten war das Hydrantennetz, dass nicht genug Wasser und zu wenig Druck lieferte, um dem Feuer Herr zu werden. Die Löschunterstützung musste Wasser aus anderen Netzen und dem Kanal beziehen.

"Der Großteil liegt hinter uns", sagte ein Sprecher der Feuerwehr dann gegen 22 Uhr zum Stand der Dinge. Die Ausbreitung des Feuers sei zu diesem Zeitpunkt unter Kontrolle gewesen.

Klar ist: Die massive Rauchentwicklung, die weit über der Stadt zu sehen war, und der Gestank lässt sich auf das Brandgut zurückführen: 30.000 Festnetztelefone fielen dem Feuer zum Opfer. Ein Feuerwehrmann wurde während des Löschens verletzt: Er stürzte in einen eineinhalb Meter tiefen Graben und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Einsatzleiter Skrok befürchtet, dass es sich bei diesem Feuer um den schlimmsten Brand der letzten zehn Jahre ini Nürnberg handelt.

Am Freitagmorgen waren nur noch ein Löschfahrzeug und eine Drehleiter am Einsatzort, um die Nachlöscharbeiten zu verrichten. Der Brand war zwar unter Kontrolle, doch die flammenden Glutreste sorgten noch einmal für eine starke Rauchentwicklung. Deshalb wurde das Gebäude mit Schaum bedeckt um den Rauch zu ersticken. Die Nachlöscharbeiten werden noch den ganzen Freitag andauern, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Die Lage sei zwar stabil, das Gebäude habe aber starken Schaden genommen und darf aufgrund eines möglichen Versagens der Bauteile noch nicht einmal von den Einsatzkräften betreten werden. Die Brandursache ist weiter unklar.

Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert.

Die Rauchwolken über dem Abendhimmel waren in ganz Nürnberg zu sehen.

Die Rauchwolken über dem Abendhimmel waren in ganz Nürnberg zu sehen. © News5 / Grundmann


  

am/bb/dpa/köhl/acb

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