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Donnerstag, 13.12.2018

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Mode, die Frauen die Freiheit bringt

Die Kollektion von „Azadi“ unterstützt Inderinnen — Modeschülerinnen designen - 10.05.2015 17:23 Uhr

Frauen, die mit „Azadi“ unterstützt werden, zeigen Teile der Kollektion. Elke Klemenz (re.) von Farcap will die Mode demnächst verkaufen. © F.: Florian Lang /oh


Der gemeinnützige Laden „Farcap“ in Fürth, der „Stop“-Freundeskreis in Erlangen und die Nürnberger Modeschule kooperieren bei dem Vorhaben, ein faires Modelabel zu gründen. „Unser Ziel ist es, indischen Frauen aus schwierigen Verhältnissen ein echtes Auskommen zu ermöglichen“, sagt Regina Vogt-Heeren, die das Crowdfunding-Projekt mit initiiert hat. Der Name „Azadi“ ist nicht zufällig gewählt: Auf Hindi bedeutet der Begriff „Freiheit“.

Bis 16. Mai sollten über die nachhaltige Internet-Plattform Ecocrowd mindestens 11 000 Euro für „Azadi“ zusammenkommen — das ist schon geschafft. „Aber eine Überfinanzierung gibt es hier nicht, man darf gerne weiter spenden“, sagt Vogt-Heeren, die das Projekt gemeinsam mit Farcap-Geschäftsführerin Elke Klemenz erfolgreich vorantreibt.

Tunika und Haremshose

Beteiligt sind an „Azadi“ auch Elftklässlerinnen der Nürnberger Modeschule. Unter der Regie von Fachlehrerin Judith Baumann haben fast 40 Schülerinnen Entwürfe für die Kollektion kreiert, von denen die besten für Prototypen ausgewählt wurden. Ziel war es, Alltagsmode zu designen, die ihren exotischen Touch behält, ohne zu folkloristisch zu wirken. Tuniken, Haremshosen, Blazer und auch ein Herrenhemd sind Teil der ersten Kollektion.

Genäht wird in Delhi, in einem Projekt der Hilfsorganisation „Stop“, die sich um Frauenrechte kümmert. Sie unterhält auch ein Schutzhaus, in dem rund 50 Mädchen und Frauen leben. Sie stammen aus sozial schwachen Familien oder sind Opfer von Menschenhändlern und Zwangsprostitution geworden. Bisher sind sie für ihren Lebensunterhalt vor allem auf Spenden angewiesen, „Azadi“ soll das ändern und im wahrsten Wortsinn Freiheit bringen.

Das Geld wird für die Anschaffung von Nähmaschinen und Material, Schulungen der Frauen, aber auch Werbung und Messeauftritte in Deutschland gebraucht, um die Kollektion hierzulande bekanntzumachen. „Im Juli wollen wir die Kollektion auf der Fairhandelsmesse in Augsburg präsentieren“, sagt Vogt-Heeren. Danach soll, wenn alles wie geplant läuft, die „Azadi“-Kollektion ab 2016 bei „Farcap“ zu kaufen sein. Zwei Probeverkäufe gab es bereits. „Da kamen die Stücke gut an“, freut sich Vogt-Heeren.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das über www.ecocrowd.de oder direkt über das Farcap-Projektkonto tun: IBAN DE42 7635 1040 0020 4933 67, Sparkasse Forchheim;  BIC: BYLADEM1FOR, Verwendungszweck: Azadi 

CHRISTINE THURNER

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