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Muster aus Henna auf der Haut

Fouzia Krumpiegl bemalt Hände mit schönen Ornamenten — Tochter Sophia steht ihr gerne Modell - 22.11.2012 08:14 Uhr

Fouzia Krumpiegl (li.) hat ihrer Tochter Sophia ein Henna-Tattoo auf die Hand gemalt.


Fouzia Krumpiegl ist sehr kreativ. Ihr Haus ist im marokkanischen Stil eingerichtet und vermittelt das Gefühl von Tausendundeiner Nacht. Die vor fünfzig Jahren in Casablanca geborene Frau malt, tanzt, näht und kocht leidenschaftlich gern. Und sie fertigt Henna-Tattoos an, die in ihrer Heimat Marokko eine besondere Tradition haben.

„Vor der Hochzeit werden die Braut und die Frauen, die an der Hochzeit teilnehmen, an Händen und Füßen bemalt. Das bringt Glück“, erklärt sie. Die spezielle Farbpaste rührt Fouzia Krumpiegl aus Hennapulver, Wasser, Zucker, Zitronensaft, Nelken, Teebaumöl und schwarzem Tee zusammen.

Paste in der Pipette

Für das Auftragen des Musters füllt sie die Paste, die vorher 24 Stunden durchziehen muss, in eine Pipette und beginnt, ihrer Tochter Sophia (15), die sich als Modell zur Verfügung stellt, geübt und zügig Ornamente und Blumen auf den rechten Handrücken zu zeichnen. „Die meisten meiner Muster entstehen in meinem Kopf.“ Aber es gibt auch klassische, traditionelle Formen. „Marashi ist ein sehr kleinteiliges Zickzack-Muster und es dauert mehrere Stunden, bis es fertig ist.“

Bemalt werden die Hände bis über die Handgelenke, die Füße bis über die Knöchel, aber auch Flächen am Hals oder an der Schulter. Sogar Männer, die meist nur den Namen ihrer Angebeteten aufgemalt haben möchten, tragen Henna-Tattoos.

Aus diesen Zutaten mischt die gebürtige Marokkanerin ihre Farben. © Matejka


Fouzia Krumpiegl unterrichtet Französisch und engagiert sich schon lange ehrenamtlich im Integrations-Verein Degrin. Die Henna-Malerei ist ihr Hobby, doch sie stellt ihre Kunst auch gern in den Dienst einer guten Sache. Gegen einen kleinen Obolus, den sie der jeweiligen Institution spendet, malt sie Tattoos auf Kirchenfesten, im Begegnungszentrum für Christen und Muslime „Brücke“ oder in Schulen und Kindergärten.

„Mir macht es einfach Spaß“, freut sich die zierliche Frau mit dem ansteckenden Lachen, die seit Jahren mit einem Nürnberger verheiratet ist, mit ihm in China, Singapur und Frankreich lebte und vier Sprachen spricht. „Wir haben uns in Marokko in dem Reisebüro, in dem ich arbeitete, kennen- und lieben gelernt“, verrät sie.

Mit Öl abtupfen

Indes ist die Paste auf Sophias Hand getrocknet. Sie wird entfernt und mit Olivenöl eingerieben. „Nach einiger Zeit beginnt das Tattoo dann in einem hellen Orangeton zu leuchten“, sagt Fouzia Krumpiegl. Das Kunstwerk hält, je nachdem wie oft die Trägerin mit Wasser in Berührung kommt, bis zu einer Woche.

Kontakt: krumpiegl@hotmail.com

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Sabine Beck E-Mail

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