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Neue Bauphase: Vor dem Bahnhof ist Geduld gefragt

Nicht weniger als 40.000 Autofahrer sind betroffen - 19.06.2017 12:53 Uhr

Ein Mosaik aus Baustellen und Absperrungen pflastert derzeit das Areal rund um den Nürnberger Hauptbahnhof. © Michael Matejka


Eigentlich hatten sich für Montagmorgen alle auf das große Chaos eingestellt. Schließlich biegen allein 18.000 Autos täglich von der Bahnhofstraße in die Gleißbühlstraße ein. Diese hätte am Montag komplett gesperrt werden sollen. Tatsächlich ist sie am Montag noch einspurig befahrbar und wird erst ab Dienstagmorgen dichtgemacht.

Grund für die Verzögerung ist ein Fahrbahneinbruch auf der rechten Spur der Bahnhofstraße auf Höhe der Alten Post. Diese hatte der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) bereits am Dienstag festgestellt. "Der Bordstein ist auf einer Breite von 30 Zentimetern um zehn Zentimeter abgesackt", erklärt Sör-Sprecher André Winkel. Der Fahrbahneinbruch sei ein Signal gewesen, dass es sich um einen größeren Hohlraum handeln könnte. Tatsächlich entdeckten die Mitarbeiter einen 2,5 Meter tiefen Spalt.

Vor dem Nürnberger Hauptbahnhof wird es jetzt eng: Am Montag startete die schwierigste Phase beim Umbau des Bahnhofsplatzes. © Stadt Nürnberg / Presse- und Informationsamt


Zwar hat Sör sofort eine Firma mit den Reparaturaufgaben beauftragt. Diese können aber erst bis Dienstagmorgen fertiggestellt werden. Zunächst wurde der Spalt mit Stampfbeton versiegelt. Anschließend wird lagenweise Asphalt aufgetragen, der allerdings noch die Nacht benötigt, um richtig auszuhärten, so dass ab Dienstag wieder beide Fahrspuren zur Verfügung stehen. Da für Montag zeitglich die Sperrung der Gleißbühlstraße geplant war, entschied sich Sör am Montagmorgen, diese auf Dienstag zu verschieben, um den Verkehr nicht völlig zum Erliegen zu bringen.

So können Autofahrer am Dienstag - wenigstens - die Bahnhofstraße in Richtung Wöhrder Talübergang auf beiden Spuren nutzen, wenn die Einfahrt in die Gleißbühlstraße - zwischen dem Hotel Park Plaza und der Deutschen Bundesbank -  ab dem Morgen bis Ende der Bauphase am 23. September gesperrt bleibt.

Die Folge: Die Autos werden drei Monate lang über Bahnhofs- und Marienstraße umgeleitet. Weil die Ampelanlage an der Kreuzung der beiden Straßen den dann zunehmenden Verkehr vom Bahnhof nicht schaffen kann, wird die Marienstraße Richtung Osten ab Höhe der Badstraße gesperrt bleiben. Bereits am Mittwoch beeinträchtigten Asphaltierarbeiten den Verkehr. 

Stau in den Morgenstunden

Am Montagmorgen war vor allem bei den Auto-, aber auch Fern- und Linienbusfahrern, die vom Wöhrder Talübergang auf die Bahnhofstraße fahren, Geduld gefragt. Das lag zum einen daran, dass die Bahnhofstraße auf Höhe des Busbahnhofs auf eine Fahrspur verengt wurde und ab Höhe des Hotels Park Plaza komplett gesperrt war. Zum anderen hing es auch damit zusammen, dass bei jeder Rotphase Abbieger aus der Allersberger Straße den spärlichen Platz füllten, der aus einer Grünphase an der Ecke Gleißbühlstraße resultierte. Die Fahrzeuge in der Allersbergerstraße wiederum reihten sich ihrerseits bis hinter den Bahnhof.

Inzwischen ist das auf Höhe des Hotels Park Plaza beginnende Teilstück der Bahnhofstraße nach beendeten Asphaltierungsarbeiten wieder freigegeben worden, so dass - bis zum Beginn eines zweiten Bauabschnitts vom 12. Juli bis zum 19.August - alle vom Wöhrder Talübergang oder aus der Allersberger Straße kommenden Autos wieder in den Bahnhofsplatz einbiegen können.

In der Gleißbühlstraße, die eigentlich schon am Montag komplett hätte gesperrt werden sollen, verengt am Montag eine Baustelle wegen Kanalarbeiten auf Höhe des Fitnessstudios Fit Star die Fahrbahn, so dass dieses Nadelöhr für weitere Verzögerungen sorgt. Autos, die von der Bahnhofstraße aus westlicher Richtung in die Gleißbühlstraße abbiegen wollten, stauten sich am Morgen bis zum Plärrer. In der Marienstraße ging es bis zum Mittag noch verhältnismäßig ruhig zu, ehe das Teilstück Richtung Osten abgesperrt wurde und die Umleitung über den Busbahnhof teils für erhebliche Konfusionen sorgte.

Auf dem ehemaligen Taxi-Stand vor der Osthalle, der nach dem Umbau zu einer "Kiss and Ride"-Zone werden soll, rollt seit Montagmorgen bereits der erste Bagger, während weitere Baustellenfahrzeuge auf ihren Einsatz warten. Fahrradfahrer, die den Hauptbahnhof in Richtung Osten passieren wollen, können dies auf dem bestehenden Radweg ungehindert tun, während Radler auf der Gegenseite kurzzeitig auf die Straße ausweichen müssen. 

Umgestaltung kostet 5,4 Millionen Euro

Marco Daume sorgt sich trotz der massiven Umleitungen nicht. Aber: Es dauert, bis sich die eingespielt haben, weiß der Technische Werkleiter von Sör, auch aus Erfahrung. Seit April wird der Bahnhofsplatz Zug um Zug umgestaltet - für insgesamt 5,4 Millionen Euro.

Das Problem: Dort verkehren täglich 40.000 Autos und noch viel mehr Pendler. Die müssen sich nun auf viel Neues umstellen, in mehreren Bauabschnitten baut Sör den Bahnhofsplatz in Phase zwei weiter um (vom 19. Juni bis zum 23. September). Solange wandert auch der Taxistand von seinem Platz vor der Osthalle nach gegenüber an den Frauentorgraben, weil vor dem Bahnhof Container für die Post-Mitarbeiter installiert werden.

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Während des ersten Bauabschnitts (19. Juni bis 11. Juli) sperrt Sör zudem am südlichen Bahnhofsplatz die Abbiegespur vor der ehemaligen Hauptpost und die daran angrenzende Straßenbahnhaltestelle. Dort wird der Bahnsteig verbreitert und die Gleise begradigt.

Ebenfalls eine massive Einschränkung erfolgt während des zweiten und dritten Bauabschnitts (12. Juli bis 9. September). In dieser Zeit ist - zusätzlich zu den Sperren aus Abschnitt eins - noch die Bahnhofstraße zwischen Königstorgraben und Allersberger Straße (westliche Fahrtrichtung) dicht. Also rollt auch der Verkehr aus dem Nürnberger Osten statt über die Bahnhofs- dann über die Marienstraße.

Damit das klappt, wird die Ausfahrt der Lorenzer Straße in östlicher Richtung gesperrt. Für Pendler und Fußgänger wichtig: In dieser Zeit wird der Platz vor dem westlichen Bahnhofsgebäude umgestaltet und gesperrt.

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Dieser Artikel wurde um 12.53 Uhr aktualisiert. 

Timo Schickler, Johannes Handl

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