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Neues Spa in Nürnberg: Fische übernehmen die Pediküre

Im "Fish Spa Aquatica" werden tierischen Mitarbeiter beschäftigt - 23.05.2015 18:17 Uhr

Für sein „Fish Spa“ musste Hakan Kahraman (rechts) vom Laien zum Profi in Sachen Fischhaltung werden. © Horst Linke


Bevor ich meine Füße in das Becken mit den kleinen Fischlein tauchen darf, befragt mich Hakan Kahraman streng, ob ich mir gestern Abend auch wirklich nicht die Füße eingecremt habe oder noch schlimmer: Selbstbräuner verwendet habe — denn das wäre Gift für seine kleinen Mitarbeiter.

Nachdem ich verneint habe und mir seine Frau Nagihan, mit der der 39-Jährige seit wenigen Wochen das „Fish-Spa Aquatica“ in der Äußeren Sulzbacher Straße 9 in Nürnberg betreibt, meine Füße noch einmal mit kaltem Wasser gewaschen hat, darf ich sie zu den 50 kleinen Fischen im Becken stecken. Ganz langsam, sagt Kahraman, denn, wenn man sie einmal erschreckt, kommen sie nicht wieder.

Das Wasser ist wärmer als gedacht, ich muss kaum herumzappeln und die kleinen Garra Rufas aus der Familie der Karpfen machen sich sofort daran, meine Füße von Hornhaut und Hautschuppen zu befreien. Es kitzelt ein wenig, aber weit weniger schlimm als gedacht. Statt mich entspannt zurückzulehnen, wie es mir Kahraman vorschlägt, beobachte ich aber lieber fasziniert das emsige Treiben im Wasser.

Alle drei Monate kommt ein Tierarzt

"Es sind Jungfische und die haben immer Hunger", erklärt der Chef. Um das "Fish Spa“ aufmachen und betreiben zu dürfen, musste er vom Laien zum Profi in Sachen Fischhaltung werden. Sechs Monate hat er sich auf die insgesamt drei Prüfungen beim Veterinäramt vorbereitet. Die Auflagen sind streng und auch nach bestandener Prüfung kommt alle drei Monate ein Tierarzt vorbei, der prüft, ob es den Fischen gutgeht.

Von so fleißigen Mitarbeitern träumt jeder Chef: Die jungen Garra Rufas aus der Familie der Karpfen haben immer Hunger. © Horst Linke


Das ist natürlich auch Kahramans Bestreben, schließlich sind die Tiere sein wichtigstes Gut. Und so misst er einmal pro Tag die Wasserwerte, wechselt einmal pro Woche das Wasser in den sieben Becken und achtet streng darauf, dass die Fischlein sich nicht überfressen: Höchstens viermal am Tag dürfen sie ihre Arbeit machen, dazwischen muss jeweils mindestens eine Stunde für den Verdauungsschlaf eingeräumt werden.

Nach einer halben Stunde sind die nimmersatten Garra Rufas, die ursprünglich aus der Türkei stammen, bei mir immer noch fleißig am Werk und wirken fast etwas enttäuscht, als ich die Füße aus dem Wasser ziehe. Die Kleinen haben wirklich ganze Arbeit geleistet: So zarte Füße hatte ich in der Tat noch nie.

Infos und Preise unter aquatica-fish-spa.de 

fitz

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