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Neugeborene: Die Cnopf'sche gewinnt beim Klinikcheck

Wer zu früh oder zu leicht ins Leben startet, braucht intensive und sensible Betreuung - 04.08.2018 06:00 Uhr

Chefarzt Prof. Michael Schroth neben einem frühgeborenen Baby im Inkubator. © Günter Distler


Das Krankenhaus der Diakonie Neuendettelsau erzielt im Vergleich von fünf Kliniken im Großraum Nürnberg die besten Werte bei der Behandlungsqualität in der Neu- und Frühgeborenenmedizin. Gesundheitswissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg haben das Ranking aus öffentlich zugänglichen Daten der Kliniken zur gesetzlichen Qualitätsmessung erstellt. Es folgen das Klinikum Bamberg, das Klinikum Fürth, das Klinikum Nürnberg-Süd und das Universitätsklinikum Erlangen. Alle fünf Häuser liegen nahezu gleichauf in der obersten Kategorie im NZ-Klinikcheck.

Die GoogleMap zeigt alle gerankten Häuser. Falls die Karte nicht angezeigt wird, benutzen Sie bitte den hinterlegten Link.

Eine gute Neugeborenenmedizin bestehe im Grunde auch aus einer "Frühgeburts-Verhinderungsmedizin", erläutert Prof. Michael Schroth, Chefarzt der Neonatologie und der Kinderintensivmedizin der Cnopf'schen Kinderklinik, in der Printausgabe der Nürnberger Zeitung. Ziel der Geburtshilfe müsse sein, bei Risiko-Schwangeren eine drohende Frühgeburt hinauszuzögern. Diese Erfolge ließen sich in der bestehenden Krankenhaus-Qualitätsmessung aber nicht in Zahlen darlegen. Die Kriterien, die stattdessen in den NZ-Klinikcheck eingehen, hält der Chefarzt für wenig aussagekräftig.

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik. © NZ-Infografik


Kommt ein Baby doch zu früh und zu leicht auf die Welt, kann die Medizin mittlerweile viel erreichen. "Ab 400 Gramm Geburtsgewicht sind die Überlebenschancen heute gut", sagt Schroth. Die Cnopf'sche Kinderklinik ist ein Level-1-Perinatalzentrum und gehört zur Klinik Hallerwiese, der viertgrößten Geburtsklinik in Deutschland. Von den jährlich 3600 hier geborenen Kindern benötigen rund 600 in den ersten Lebenstagen medizinische Hilfe. Hinzu kommen behandlungsbedürftige Säuglinge aus anderen Geburtskliniken und -häusern.

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik. © NZ-Infografik


Etwa 30 bis 40 Patienten jährlich zählen zu den Extrem-Frühgeborenen mit einem Gewicht von unter 1250 Gramm. Abgesehen von den Problemen der Frühchen können die Babys beispielsweise Infektionen, Atemprobleme, angeborene Krankheiten oder Fehlbildungen haben. In der NZ berichtet eine Familie von der Behandlung ihres jüngsten Sohnes in der Cnopf'schen: Er kam mit einer Zwerchfellhernie zur Welt, einer lebensgefährlichen Fehlbildung im Bauchraum.

"Ziel unseres Projekts ist es, die Versorgungsqualität in der Region insgesamt anzuheben", erklärt PD Dr. Martin Emmert, der verantwortliche Wissenschaftler am Nürnberger Lehrstuhl für Versorgungsmanagement. In den USA hätten ähnliche Ranglisten Kliniken zu Verbesserungen anregen können. Auch könnten niedergelassene Ärzte damit ihre Patienten gezielter beraten.

Im NZ-Klinikcheck (er findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt) schneiden die Kandidaten bei den betrachteten Behandlungsarten ganz unterschiedlich ab. Große, kleine oder spezialisierte Häuser können im Wechsel punkten.


Details, Tabellen und Hintergründe zum Forschungsprojekt Klinikcheck finden Sie hier. 


Für Emmert ist das ein wichtiges Ergebnis: "Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass man sich nicht nur generell über ein Krankenhaus informieren sollte, sondern dass es deutliche Unterschiede je nach Fachgebiet geben kann." Von Häusern in der weniger guten Kategorie ist keineswegs allgemein abzuraten. Für ihre schlechteren Ergebnisse im regionalen Vergleich sind teilweise geringe Unterschiede ausschlaggeben.

Bilderstrecke zum Thema

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Hier finden Sie die Infografiken aller im NZ-Klinikcheck bereits erschienenen Krankheitsbilder.


 

Isabel Lauer E-Mail

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