Sonntag, 17.02.2019

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Susanna Curtis verführt zum zeitgenössischen Tanz

Choreographin zeigt in der Tafelhalle ihr neues Solo "Do you contemporary dance?" - 11.02.2019 19:12 Uhr

In ihrem neuen Stück „Do you contemporary dance?“ lüftet Susanna Curtis augenzwinkernd „den undurchsichtigen Mantel des zeitgenössischen Tanzes“ und erzählt zugleich auch ihre eigene Geschichte. Das Plakatmotiv ist schon mal ein echter Hingucker, der neugierig macht. Und keine Angst: Auf der Bühne wird nicht nackt getanzt. © Foto: Ludwig Olah


Tanz, dem das Präfix "zeitgenössisch" vorangestellt sei, wirke auf viele Zuschauer potenziell so abschreckend wie "modernes Regietheater" oder "Konzeptkunst", so Curtis. "Die Leute befürchten, es geht sehr ernst zu und sie würden nichts verstehen." Dass dazu der oft ziemlich verschwurbelte Fachjargon beiträgt, mit dem die Kunst – gleich welcher Sparte – angepriesen wird, wurde ihr nachhaltig bewusst, als sie vor einigen Jahren die Texte der zur Tanzplattform nach Nürnberg eingeladenen Gäste übersetzte. "Was wollen die mir eigentlich sagen?", fragte sie sich ein ums andere Mal – und befragte sich dann selbst, ob ihre Arbeiten in das Schema "zeitgenössisch" passen.

Gemeinsam mit Schauspieler Jürgen Heimüller als Co-Regisseur hat Curtis aus diesen Fragen ein Solo entwickelt, das sich mit den Ausdrucksformen des zeitgenössisches Tanzes befasst und "teils auch autobiografisch ist" – und das eines auf gar keinen Fall sein soll: eine trockene Lehrstunde. Anhand verschiedener Figuren – als Clown, als Professorin, als Technikerin – will Curtis zeigen, was Contemporary Dance ausmacht.

Die gebürtige Britin geht die Sache dabei auch mit viel Humor an. Aber vor allem mit der Selbstbefragung ist es ihr ernst. Ist meine Arbeit zu klassisch, zu sehr Tanztheater, kann ich mit über 50 Jahren überhaupt noch tanzen? Was ihr immer wichtig war und ist: "Der Zuschauer muss nicht alles verstehen, aber es muss ihn berühren. Er soll eine emotionale Verbindung zu dem finden, was ich auf der Bühne zeige", betont Curtis.

Für Heimüller gilt auch beim zeitgenössischen Tanz: So sehr er sich mit konzeptuellen Ideen verkleiden mag oder vom Chaos des Alltags inspiriert ist, "am Ende geht es um eine Geschichte, die mit uns Menschen zu tun hat". Heimüller hat für das Stück, das ohne Bühnenbild auskommt, auch die Musik und kleine Filme geschaffen. Curtis verspricht viel Bewegung, begleitet von selbst geschriebenen Texten. "Ich habe noch nie so viel getanzt wie diesmal", sagt sie und lacht und es klingt ganz danach, als könnte der Contemporary Dance an diesem Abend seine verführerischen Seiten offenbaren.

ZPremiere: 14. Februar, 20 Uhr, Tafelhalle; weitere Aufführungen: 15. und 16.2., 11. bis 13. April; Karten-Tel.: 09 11/ 2 31 40 00. 

REGINA URBAN

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