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Tägliches Chaos: Unvernünftige Eltern vor der Wandererschule

Kinder sollen nicht mit dem Auto gebracht werden - 22.01.2016 08:00 Uhr

Seit Jahren sorgen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto vor der Tür der Wandererschule fahren, für gefährliche Situationen. Die Stadt appelliert an die Eltern, darauf zu verzichten. © Jo Seuß


Werktags gibt es seit Jahren fast jeden Morgen ein Verkehrschaos vor der Wandererschule, weil zu viele Eltern ihre Sprösslinge mit dem Auto vors Schulgebäude kutschieren. Da die Wandererstraße eine Sackgasse ist, geht es oft so bedrohlich eng zu, dass die Kinder beim Aussteigen fast angefahren werden. Nachdem Aufforderungen der Lehrer an die Eltern kaum gefruchtet hatten, hat die SPD die Sicherheitsproblematik per Antrag in den Verkehrsausschuss getragen.

Baureferent Daniel Ulrich berichtete, dass die Situation vor Ort wiederholt eskaliert sei "und Lehrer angepöbelt wurden", nachdem sie Eltern auf ihr "unvernünftigen Verhalten“ angesprochen hatten. Besorgt äußerte sich Peter Büttner, Vorsitzender des Bürgervereins Nürnberger Westen. Augenzeugen berichteten, "dass regelrecht Krieg unter Helikoptereltern" herrsche, die ihre Kinder am liebsten direkt in die Schule fahren würden.

Büttner zeigte sich "etwas verwundert", dass die Stadt auf den SPD-Antrag "die gleiche Antwort wie vor dreieinhalb Jahren" gegeben hatte, als das Verkehrschaos vor der Wanderschule schon einmal den Ausschuss beschäftigt hatte. Er plädierte für eine Unterbrechung der Zufahrt bis zur Schule, "um die Eltern zur Vernunft zu bringen".

Laut Ulrich ist dies an dieser Stelle aber nicht möglich, weil sich neben der Schule eine Kindertagesstätte befindet, wo die Erziehungsberechtigten ihre Sprösslinge persönlich hinbringen und abholen müssen. Zudem wären von einer Sperre auch die Lehrer und sonstigen Beschäftigten der Schule betroffen. "Eine saubere Trennung von Schule und Kita ist aber nicht möglich", betont Ulrich.

"Mit zusätzlichen Verkehrsmaßnahmen lässt sich keine durchgreifende Änderung erzielen", lautet das Fazit der Stadtverwaltung. "Der Schlüssel für eine Veränderung der Situation liegt bei den Eltern", sind Stadt und Schulleitung überzeugt. Der eindringliche Appell ging folglich abermals an die Eltern, ihre Kinder entweder weit vorher aussteigen oder besser gleich den Schulweg zu Fuß bewältigen zu lassen. Seitens der Kommune gebe es aktuelle Schulwegkarten für die Eltern, die man im Schulreferat oder via Internet "abholen und nutzen sollte", so Ulrich. Er betonte im Übrigen, dass es Probleme vor Grundschulen nicht nur bei Sackgassen wie in Eberhardshof gebe, sondern auch vor Durchgangsstraßen wie in Neunhof. 

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