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VAG-Bus auf Abwegen: Fünf Verletzte beim Altstadtrennen

Behörden hielten Zwischenfall geheim - Polizei ermittelt - 22.05.2015 09:47 Uhr

Auf einem Film auf YouTube deutlich zu sehen: Ein VAG-Bus fährt auf die gesperrte Rennstrecke.

Auf einem Film auf YouTube deutlich zu sehen: Ein VAG-Bus fährt auf die gesperrte Rennstrecke. © Screenshot: youtube.com User: MPS Cycling


Es war gegen 11 Uhr. Das Jedermannrennen war in vollem Gang. Die 50 Sportler im Spitzenfeld hatten bereits rund 50 Kilometer hinter sich und rauschten mit etwa 60 Kilometern pro Stunde den Maxtorgraben Richtung Rathenauplatz runter. Am südlichen Ende des Platzes stand er dann da, mitten auf der Strecke: ein Linienbus der VAG.

Die meisten Radler konnten ausweichen und den Kurs weiter in Richtung Hauptbahnhof fortsetzen. Doch für mindestens fünf Sportler wurde der Bus zum Verhängnis. Sie bremsten, konnten nicht ausweichen und stürzten. Vier Biker kamen nach dem Unfall mit Schürfwunden ins Krankenhaus, einer von ihnen brach sich außerdem drei Rippen.

Wie aber kommt der Bus auf die Strecke? Laut VAG-Sprecherin Susanne Jerosch gab es zuvor eine Panne auf der Straßenbahnlinie, die hier üblicherweise auf dem Gleisbett rollt, das außerhalb der Rennstrecke liegt. Die VAG setzte Schienenersatzverkehr ein: zehn Taxen und einen Bus.

 "Der Busfahrer muss am Rathenauplatz wenden, um nach Erlenstegen zurückzufahren“, so Jerosch. Dazu habe er das befestigte Straßenbahngleis verlassen und scherte auf die Rennstrecke aus.

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"Auf Sicherheit legen wir großen Wert"

"Erst in Erlenstegen erreichte ihn per Funk die Meldung, dass er zurückkommen müsse, weil da was passiert sei." Vom laufenden Altstadtrennen soll er gewusst haben. "Aber die Einmündung von der Straßenbahninsel zur Rennstrecke war nicht abgesperrt", berichtet Jerosch. Eine spezielle Einweisung für seine Route habe der Fahrer von der VAG trotz des Sportereignisses vorher nicht bekommen.

Jürgen Thielemann, Leiter des Sportservice der Stadt, sagt: "Als Veranstalter sind wir mitverantwortlich für den Vorfall." Alles Weitere werde noch untersucht. Etwas Ähnliches wie mit dem Bus sei in den vergangenen 25 Jahren nicht passiert. Seines Wissens war die Strecke zu 100 Prozent abgesperrt. "Auf Sicherheit legen wir großen Wert."

"Der Vorfall ist bei der Polizei bekannt", sagt Pressesprecher Robert Sandmann. "In dieser Sache wird eventuell wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt." Nicht aber wegen Fahrerflucht.

Etwa ab Minute 20:10 kann man den Bus kurz auf der Strecke sehen.

 

Alexander Brock

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