Sonntag, 18.11.2018

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"Wir bieten Musik, die auch in die Beine geht"

Gespräch mit Frank Wuppinger, der das Festival NueJazz Auf AEG und im Opernhaus organisiert - 08.11.2018 19:40 Uhr

Die Formation „Migration“ um den virtuosen, aus Mexiko stammenden New Yorker Power-Schlagzeuger Antonio Sanchez (Mitte) gibt ein NueJazz-Gastspiel im Nürnberger Opernhaus. Sanchez hat nicht nur für Pat Metheny getrommelt, er komponierte auch den Soundtrack für die oscarprämierte Komödie „Birdman“. © Foto: Justin Bettman


Das Warm-up zum NueJazz-Festival findet bereits am morgigen Freitag, 9. November, im Erlanger E-Werk statt. Dort läuft ab 19 Uhr die Film-Doku "We out here — A London Jazz Story". Danach treten "Blue Lap Beats", Joe Armon-Jones’ "Idiom" und DJ jazz:pa auf.

Das eigentliche Festival, das diesmal unter dem Motto "London Edition" den Schwerpunkt auf angesagte Formationen aus der britischen Metropole legt, beginnt am Mittwoch, 14. November, um 18.30 Uhr in der "Kulturwerkstatt Auf AEG" (Fürther Straße 244d). Wie zum Auftakt spielen auch am Donnerstag, 15., und Samstag, 17. November, pro Abend zwei bzw. drei rund einstündige Hauptacts im Großen Saal. Daneben gibt es je zwei Gratis-Konzerte von regionalen Künstlern im sogenannten Labor.

((ContentAd)Frank Wuppinger, Sie stemmen nun die sechste NueJazz-Ausgabe. Mit der Entwicklung seit den Anfängen 2013 dürften Sie zufrieden sein. . .

Frank Wuppinger: Ja, auf alle Fälle! Was man allerdings sagen muss: Die finanzielle Situation ist nach wie vor nicht die, die so ein Festival eigentlich haben müsste. Wir sind mit 15 000 Euro im städtischen Haushaltsfördertopf für Festivals, gegenüber vergleichbaren Festivals ist da nach meinen Recherchen noch Luft nach oben. Zudem bekommt der Verein Nürnberger Jazzmusiker, aus dem heraus NueJazz entstanden ist, keinen eigenen Zuschuss mehr. Insofern schrumpfen die 15 000 schnell auf 12 000. Andererseits darf man natürlich nicht vergessen, dass uns die Stadt die Kulturwerkstatt mit ihrem Team und der Technik zur Verfügung stellt.

Ist das Festival denn gefährdet?

Wuppinger: Nachdem die Datev direkt nach der Ausgabe 2017 als Sponsor abgesprungen ist, arbeiten wir schon sehr an der Kante. Es ist fraglich, ob wir NueJazz überhaupt weitermachen können. Okay, wir haben enorm viel aufgebaut, aber irgendwann sollte unsere weitgehend ehrenamtliche Arbeit auch entsprechend honoriert werden. Wir werden uns nach dieser Ausgabe zusammensetzen und überlegen, wie es weitergehen soll. Eins ist klar: Wenn wir Abstriche machen würden, wäre NueJazz schnell ein Festival wie viele andere.

Nochmal für alle, die es noch nicht kennen: Was macht NueJazz besonders? Was ist das Erfolgsrezept?

Wuppinger: Unser Festival-Konzept steht auf zwei Beinen. Zum einen machen wir ein interessantes Programm, das auch Crossover-Jazz anbietet, statt den klassischen bis gediegenen Mainstream. Wir präsentieren sehr unterschiedliche Projekte und verfolgen einen jungen, neuen Ansatz. Auf der anderen Seite denke ich, dass wir unsere Sache auch gut transportieren — etwa über die zeitgemäße Gestaltung unserer Plakate. Und wenn die Leute dann da sind, erleben sie auch qualitativ hochwertige Inhalte.

  

Interview: BIRGIT NÜCHTERLEIN

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