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Wöhrder See auf dem Weg zur Wohlfühloase

Bis Ende Juli von 50.000 Kubikmetern Schlamm befreit — Sandstrand im Sommer - 20.04.2013 06:58 Uhr

Schon in diesem Sommer soll am Nordufer des Wöhrder Sees ein neuer Sandstrand angelegt werden. Zuvor läuft bis Ende Juni das Ausbaggern von 50.000 Kubikmetern Schlamm am Südufer. © Montage: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg


Der Himmel war grau und wolkenverhangen. Doch damit wollte sich die Politprominenz beim offiziellen Startschuss für die Entschlammung des unteren Teils des Stausees nicht aufhalten. „Der Wöhrder See wird zur blauen Wohlfühl-Öko-Oase mitten in der Stadt“, frohlockten Umweltminister Marcel Huber und Finanzminister Markus Söder unisono — und auch Nürnbergs Bürgermeister Horst Förther gab sich — ungeachtet anfänglicher Bedenken — erfreut über das Fortschreiten des im Februar 2011 gestarteten „Wasserwelt“-Vorhabens.

Wie berichtet, haben sich im Gewässer insgesamt rund 300.000 Kubikmeter Sedimente abgelagert, die das Ökosystem schwer belasten. Um es zu reparieren und die zunehmende Verlandung zu stoppen, werden an verschiedenen Stellen die Hebel angesetzt. Von einem „hochintelligenten und innovativen“ Verfahren spricht Huber mit Blick auf die anstehenden Schritte zugunsten einer nachhaltigen Verbesserung der Wasserqualität.

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Als Erstes werden nun planmäßig bis Ende Juli rund 50000 Kubikmeter Schlamm ausgebaggert und per Lastwagen zur Deponie nach Schwarzenbruck gebracht. Etwa 3000 Ladungen werden es sein. Weitere 50000 Kubikmeter Schlamm sollen vor Ort im unteren Wöhrder See umverteilt werden. Zum einen entsteht im Sommer am Nordufer ein neuer Sandstrand, zum anderen wird in der Mitte eine Insel aufgeschüttet und am Südufer unterhalb des Norikus eine Bucht angelegt — inklusive eines Damms, über dessen Breite insbesondere im Rathaus noch intensiv diskutiert wird, wie Horst Förther berichtete.

Erfreut zeigte sich Markus Söder, dass das „Wasserwelt“-Konzept „eins zu eins umgesetzt wird“ und sein Nachfolger im Umweltministerium das Projekt ebenso intensiv weiterverfolge. Die Gesamtinvestitionen des Freistaats haben sich mittlerweile von zehn auf über 16 Millionen Euro erhöht. Allein zwei Millionen Euro sind für die Entschlammung vorgesehen. Alle Lebewesen sollen, so Huber, davon profitieren, dass schrittweise Fließgeschwindigkeit und Wassertiefe erhöht werden. „Etwa fünf Jahre“ dürfte es aber laut Umweltreferent Peter Pluschke dauern, bis das Mähen der Algen Vergangenheit sein wird.

Spielplätze im Jahr 2014

Parallel zum staatlichen Wasserwirtschaftsamt planen die städtischen Behörden mehrere Vorhaben, um das Umfeld des Sees attraktiver zu machen. Dazu gehören am Südufer ein Spielplatz für alle Generationen und ein neuer Wasser-Matsch-Spielbereich sowie eine Umweltstation (plus Toilettenhaus und Bootsanlegestelle), die in Kooperation mit dem Freistaat realisiert werden soll. Sobald die Bucht beim Norikus Formen annimmt, will man die Spielplätze realisieren — voraussichtlich 2014.

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Erste Gespräche führt das Wirtschaftsreferat inzwischen mit Bewerbern für eine neue See-Gaststätte am Nordufer in Höhe der heutigen Pavillons. Markus Söder wünscht sich zudem von der Stadt noch Ersatz für das wenig ansehnliche 70er-Jahre-Mobiliar rund um das Seeufer. Im Oberen Wöhrder See wird im Übrigen eine Insellandschaft entstehen, wo weitere 200000 Kubikmeter Schlamm umverteilt werden sollen. Wann dieses Projekt in Angriff genommen wird, ist derzeit aber noch offen. 

JO SEUSS

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