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Priester missbrauchte Sohn der Haushälterin

56-Jähriger wird von schlechtem Gewissen gequält und gesteht - 31.01. 22:07 Uhr

Würzburg  - Ein 56 Jahre alter Priester hat den Druck seines schlechten Gewissens nicht länger ausgehalten und gestanden: Jahrelang habe er den kleinen Sohn seiner Haushälterin sexuell missbraucht. Nun hat die Würzburger Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Weil er den kleinen Sohn seiner Haushälterin jahrelang missbraucht haben soll, soll ein 56 Jahre alter katholischer Priester vor Gericht gestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Würzburg erhob Anklage wegen sexuellen Kindesmissbrauchs, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder mitteilte. Der Priester hatte sich im März 2011 dem Missbrauchsbeauftragten des Deutschen Ordens in Mainz offenbart und sich selbst angezeigt.

Der Mann, der auch im Landkreis Main-Spessart als Seelsorger arbeitete, soll das Kind zwischen 1993 und 1998 in 14 Fällen sexuell missbraucht haben. Der Junge sei bei der ersten Tat erst vier Jahre alt gewesen. Weitere Details gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Der Geistliche lebt der Staatsanwaltschaft zufolge derzeit in einem Kloster.


Wie ein Sprecher des Bistums Würzburg bestätigte, war der Mann bis 2009 in der Diözese beschäftigt. Man habe sich damals nach zwölf gemeinsamen Jahren von ihm getrennt, weil er umstrittene Praktiken in der Seelsorge angewendet haben soll. Darauf habe er beim Bistum Fulda gearbeitet. Beide Diözesen hätten von dem Missbrauch bis zur Selbstanzeige des Priesters nichts gewusst. Das Landgericht Würzburg muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Ein Prozess könnte dem Landgericht zufolge nicht vor Mitte des Jahres beginnen. Erst im Dezember hatte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann einen Priester in den sofortigen Ruhestand versetzt, der sexuelle Kontakte zu einem Jungen vor mehr als 30 Jahren zugegeben hatte. 



dpa

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