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Auch im Landkreis Roth hat die Karpfensaison begonnen

Mit dem Besatz geht es los: Zweijährige Tiere zum Wachsen in Teiche eingesetzt - 21.04.2017 20:04 Uhr

Zahlreiche Prominente aus dem öffentlichen Leben nahmen am Aussetzen der K2-Karpfen teil. So zum Beispiel die CSU-Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler (2. v. r.) und CSU-Landtagsabgeordneter Volker Bauer. (3. v. l.) © Foto: Manfred Klier


Dieses Mal waren die Weiher im Thalmässinger Ortsteil Alfershausen auserkoren worden. Der Verband Bayerischer Berufsfischer, der Fischerzeugerring Mittelfranken und die Teichgenossenschaft Schwabach-Roth hatten am Freitagvormittag zu dieser Gemeinschaftsveranstaltung eingeladen. Zur Aufmunterung gab es an diesem eiskalten und windigen Vormittag Kostproben der Fränkischen Scheurebe, die von Weinprinzessin Miriam Kahl serviert wurden.

Die Jagdhornbläser im Kreisverband Roth begrüßten die in großer Zahl erschienenen Gäste musikalisch. Albert Deß, Präsident des Verbandes Bayerischer Berufsfischer (VBB), bezeichnete rückblickend das Jahr 2016 als ein gutes Karpfenjahr.

Heuer mache allerdings bereits die Wasserknappheit Sorgen, sodass etliche Weiher noch nicht besetzt werden konnten. Viele Schädlinge wie Kormorane, Graureiher, Biber und Fischotter würden den Fischbeständen schaden. Dazu käme der ausufernde Bürokratismus. Natürlich sei man für einen Schutz der Tiere, aber wenn die verursachten Schäden überhand nehmen, dann seien Gegenmaßnahmen notwendig.

"Ein Kulturgut"

"Der Karpfen ist ein Kulturgut", stellte Günter Gabsteiger, Vizepräsident des VBB und Vorsitzender des Fischerzeugerrings Mittelfranken, fest. Er lobte die Familie Winkler, die nicht nur die optimal gelegenen Teiche unterhalte, sondern auch gleich daneben in ihrem Gasthof Karpfengerichte zubereite. Der verstorbene Seniorchef Ernst Winkler habe viel für diese Tradition getan.

Nach einer Ehrenfanfare der Jagdhornbläser trat die CSU-Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler ans Rednerpult. Karpfen sei ihr Lieblingsessen, stellte sie fest. Die Teiche seien auch wichtig für den Wasserhaushalt. Allein in Bayern gebe es an die 5000 Teichwirte, deren Arbeit man oft unterschätze, weil man sie nicht sehe. 50 Prozent der Karpfen in Deutschland kämen aus Bayern. Zum Karpfengericht müsse man natürlich auch etwas trinken. "Bestimmungsgemäßes Trinken" heiße hier das Schlagwort.

Zur Besonderheit des Frankenlandes gehöre neben dem Karpfen auch der Wein. Beide seien zudem förderlich für den Tourismus. Weinprinzessin Miriam schloss sich diesen Argumenten an und meinte mit Blick auf ihre Funktion: "Fisch muss schwimmen. Am besten im Wein."

Für etliche der Prominenten hieß es jetzt: "Wathosen anziehen und ab in den Weiher!" Dort hatte Gast- und Teichwirt Thomas Winkler bereits die K2-Karpfen vorbereitet, die nun von den Ehrengästen mit dem Kescher eingefangen und dann in die Freiheit des Fischweihers übergeben wurden.

Aber auch der Segen Gottes um eine reiche Ernte wurde erbeten. Die örtliche Pfarrerin Beate Krauß zitierte aus dem Schöpfungsbericht: "Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier." Das Thalachtal sei eine Idylle pur mit besten Voraussetzungen für Wasserqualität und Tiergesundheit.

Von der katholischen Kirche war Dekan André Hermany aus Cadolzburg gekommen. Als ehemaliger Hotelfachmann, stellte er fest, wisse er viel über Wasser und Wein. Beide würden Lebensqualität bedeuten.

Ein Schluck Silvaner tue sicher auch den Karpfen gut. Und so gossen beide Vertreter der Kirche anstelle von Weihwasser fränkischen Silvaner in das Wasser. Freude am Leben und Mut, dem Leben zu trauen, das forderte der Dekan von den Umstehenden. 

MANFRED KLIER

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