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Mittwoch, 19.09.2018

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Der Soja-Toaster von Landersdorf

Futter und Öl: Familie Bernreuther stellte innovative Anlage vor - 15.06.2018 14:00 Uhr

Werner Bernreuther erläutert den Ehrengästen den Einsatz des neuen Hackgerätes. © Thomas Schmidt


Die im vergangenen Jahr errichtete Sojatoastanlage war die zentrale Anlaufstelle: Hier verarbeitet die Familie Bernreuther die selbst angebauten Sojabohnen und die von Berufskollegen zum hochwertigen Tierfutter Sojakuchen und wertvollem Sojaöl. Elke Bernreuther und ihre Tochter Linda hielten Kostproben von mit Sojaöl gebackenen Kuchen bereit, die hervorragend ankamen.

Werner Bernreuther, der auf seinem Hof in Landersdorf als Betriebsschwerpunkt bisher Schweine züchtet und mästet, berichtete, dass seine Initiative einer einheimischen Sojaproduktion erste Früchte trägt. Dank der Kooperation mit einem Schweinemäster aus Ruppmannsburg und einer Thalmässinger Metzgerei kann jetzt Verbrauchern Fleisch von "Strohschweinen" angeboten werden, die mit einheimischem Soja gefüttert wurden.

Ohne Pflanzen-Gift

In der Maschinenausstellung wurden vom Pflug bis zum Mähdrescher alle Schritte des Sojaanbaues präsentiert. Werner Bernreuther experimentiert zur Zeit damit, den Anbau von Soja ohne Pflanzenschutzmittel zu schaffen. In einem speziellen Anbauverfahren wird versucht, mittels eines modernen Hackgerätes, das von Thomas Winter aus Ruppmannsburg überbetrieblich eingesetzt wird, die Unkräuter in den Beständen so weit zurückzudrängen, dass keine weitere Behandlung mehr nötig ist.

Mit Schädlingen gibt es bei Soja ohnehin keine Probleme, erklärte Bernreuther. Soja sei eine eigentlich für alle Tiere sehr interessante Pflanze, wisse sich aber mit Bitterstoffen, auch zu verteidigen.

Bitterstoffe müssen raus

Um Soja schmackhafter zu machen, benötige es die Toastanlage mit angeschlossener Ölpresse, die diese Bitterstoffe zerstört.

In dieser Anlage wird die Sojabohne erst auf etwa 100 Grad erhitzt, um sie aufzuschließen, und im Anschluss wird das Öl bis auf einen knapp zehnprozentigen Rest aus den Bohnen gepresst.

Dieses Verfahren war für Bernreuther der Grund, ein Pionier in Sachen Sojaverarbeitung zu werden. Weil das in seiner Schweineration eingesetzte Sojaschrot nur das Abfallprodukt südamerikanischer Sojaölproduktion ist, die aus den Sojabohnen mit Lösungsmitteln möglichst viel Öl extrahiert, suchte er nach Möglichkeiten, auf diese Methode zu verzichten.

Alternativen sind selten

Bisher gibt es für alternative Verfahren in Bayern aber gerade mal eine Handvoll Betriebe zur Verarbeitung. Auf dem jüngsten Zentrallandwirtschaftsfest entdeckte er dann eine kleine Toastanlage, die von der optischen Größe nicht besonders viel hermacht, aber doch das Herzstück des Betriebes und des Tag des offenen Hofes darstellte.

Die Gäste erfuhren unter anderem, dass Wildschweine zwar neugierig auf die unbekannten Sojapflanzen seien, im Feld aber keinen größeren Schaden anrichteten, da Soja ihnen erst getoastet schmecken würde. 

Thomas Schmidt E-Mail

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