Montag, 17.12.2018

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Forscher Frosch: Ein Buch zum Jubiläum

„Kunst-Treff Hip“ gibt "Froschgeschichten" heraus - 09.09.2013 17:00 Uhr

Mit posthumem Lächeln blickt der 1983 verstorbene Toni Rutschmann zwischen den Machern der „Froschgeschichten“ hindurch: Robert Unterburger, Ute Emmerling; Grafikdesignerin Petra Zimmerer und Liane Leupold-Schneider (v. l.). © ley


Denn dem 96-seitigen Werk liegen seine Skizzen zugrunde. Wann er sie anfertigte, kann heute niemand mehr genau sagen. Sie müssen aber spätestens in der ersten Hälfte der 1970-er Jahre das Licht der Welt erblickt haben. Denn Rutschmanns ursprüngliche Absicht war es gewesen, die Bilder gemeinsam mit Texten des Dichters Eugen Roth (gestorben 1976) in einem Buch zu veröffentlichen. Jahrzehnte später machte sich stattdessen der Allersberger Lehrer und Buchautor Robert Unterburger an die Aufgabe, den Zeichnungen Worte und Sätze hinzuzufügen.

Entstanden ist „eine Mischung aus Märchen und Stadtgeschichte, ein Buch für Kinder und Erwachsene“. So verrät es zumindest der Klappentext. Alles dreht sich um einen kleinen Frosch. Aloisius heißt der kleine Bewohner des Hilpoltsteiner Stadtweihers. Er ist „fröhlich und dem Leben zugewandt“ — charakterlich also genau das Gegenteil vom gleichnamigen Münchner im Himmel, wie Unterburger bei der Buchvorstellung erklärt. Doch dem grünen Zeitgenossen machen die Hunde und andere Tiere an seinem Gewässer schwer zu schaffen und das dort jährliche Sautrogrennen des Burgfestes sorgt für zusätzlichen Stress.

Dem Frosch kommt Elvis persönlich zu Hilfe. Kein Rocker, sondern ein Luftballon, mit dem Aloisius entschwebt und sich zu Abenteuern in und um Hilpoltstein aufmacht. Ein Erzählstrang, den die Skizzen Rutschmanns schon vorgaben. „Da war ich an die Bilder gebunden“, so Unterburger. Denn diese hätten alle einen direkten Bezug zur Burgstadt und waren eben einfach auch zuerst da, was die ungewöhnliche Reihenfolge in der Entstehung des Buches bedingt.

Konzert und Olympiade

Es kommt zu einem Froschkonzert, einer Olympiade und nebenbei erfahren große und kleine Leser Interessantes und Wissenswertes über Hilpoltstein. Insgesamt finden sich in dem Werk 13 in sich abgeschlossene Episoden, die allesamt ein roter Handlungsfaden verbindet. Das Konzept hat Unterburger selbst elektrisiert. „Ich habe mich in eine Begeisterung hineingeschrieben“, so der Autor. Und das ziemlich flott: Innerhalb eines Monats waren alle Texte fertig.

Seinen Beginn nahm das Projekt vor zweieinhalb Jahren. Damals kontaktierte Rutschmanns geschiedene Frau die Kunst-Treff-Vorsitzende Ute Emmerling und präsentierte ihr einen ganzen Karton besagter Skizzen des Künstlers. Emmerling und ihre Mitstreiter überlegten, was sich daraus machen ließe, bis sie im vergangenen Jahr die zündende Idee hatten. Im Rahmen einer Ausstellung fragte Emmerling Unterburger beiläufig, ob er schon einmal ein Kinderbuch geschrieben habe. Er verneinte und fühlte sich zugleich herausgefordert, ein solches zu verfassen. Nun rückte Emmerling mit dem Karton und seinen an die 150 Bildern heraus, die der Allersberger nach Motiven sortierte. So ergaben sich 13 Stöße, von denen je eine Skizze erwählt und eine Geschichte dazu geschrieben wurde.

Für den Feinschliff des Buches sorgte Grafikdesignerin Petra Zimmerer aus Nürnberg. In einer ersten Auflage ließ der Kunst-Treff 750 Hardcover-Exemplare in Fadenheftung drucken. Die sowohl farbigen als auch schwarzweißen Monotypien Rutschmanns beließ man dabei im Original, nur maßstabgerechte Vergrößerungen erlaubten sich die Verantwortlichen. Das Buch mit einem Verkaufspreis von 14,80 Euro kann über den Buchhandel bestellt werden. Zu haben ist es aber auch bei Ute Emmerling (wohnhaft in Marquardsholz) selbst beziehungsweise im „Atelier 50“ des Kunst-Treffs.

Eine erste Lesung gibt es bei der Vernissage am Freitag, 13. September. Dann wird im Rahmen des Festivals der Künste die Sonderschau in der Residenz mit Werken von Toni Rutschmann, Petra Kopatschek und Wilhelm Schmidt-Crohe um 18.30 Uhr eröffnet. 

ley

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