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Dienstag, 24.04.2018

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Frankfurter Buchmesse mit Allersberger Beteiligung

Autorin Michelle Schrenk ist am stand unabhängiger Autoren vertreten - 13.10.2015 09:00 Uhr

Als „bekennende Romantikern“ hat die Allersberger Autorin Michelle Schrenk vor allem im Internet eine Fangemeinde gefunden. Bei der Frankfurter Buchmesse wird sie ihre neuen Erzählungen am Stand einer Interessengemeinschaft von unabhängigen Literaten vorstellen. © Foto: Komplex Photography, Nürnberg/oh


Der Schriftsteller an sich ist ein wunderlich‘ Ding. Er hockt im stillen Kämmerlein und brütet finster über seinen literarischen Ergüssen. Solches Klischee dürfe getrost in der „Es war einmal“-Schublade verschwinden. „Man muss als Autor sichtbar sein“, lautet das Gebot schöpferischen Erfolgs. Daran glaubt zumindest Michelle Schrenk aus Allersberg.

Sie ist quasi der Gegenentwurf des Klischees: optimistisch, energisch, quirlig. Seit vielen Jahren verfasst die 32-Jährige Bücher, bevorzugt Kinder- oder Frauenliteratur. Und legt sich dafür mächtig ins Zeug. Nicht nur, was das Schreiben anbelangt, sondern auch in puncto Vermarktung.

Unterstützung aus dem Internet

Unterstützt von den Nürnberger Nachrichten, hat sie unlängst zwei Nürnberg-Bände für die junge Leserschaft herausgebracht. Aber Michelle Schrenks Romane finden sich auch und gerade im Internet. Auf den E-Book-Plattformen von Xtme, tolino oder amazon.

Ihre Romantik-Story „Unter halbblauem Himmel“ klickten amazon-User auf der Beliebtheitsskala weit nach oben – auch deshalb, „weil Leser, Blogger und Booktuber super Kritiken darüber ins Netz gestellt“ hatten. Und wenn die als Rezensenten auf ein Werk aufmerksam machen würden, dann sei das „schon die halbe Miete“.

Vorbei sind also die Zeiten, in denen Autoren das prosperierende Schicksal von Buchprojekten ausschließlich an einem Verlagsvertrag fest machten. Viele von ihnen nehmen ihr Geschick jetzt selbst in die Hand, kreieren Website- wie Facebook-Auftritte, sie twittern, posten, chatten und generieren so ihre eigene „Fanbase“. Nicht immer. Aber immer öfter.

Schriftsteller als Unternehmer

Ja, ein Schriftsteller begreife sich heute mehr denn je als Unternehmer, tut eine Pressemitteilung der IG „Autorensofa“ kund. Dazu passt auch die Initiative selbst: „Lieber mit 42 Autoren aufs Sofa als ohne Buch ins Bett“ proklamiert der pfiffige Werbeslogan zur Buchmesse-Idee der unabhängigen Literaten, die an einem eigenen Stand „in direkten Kontakt zum Leser treten“ möchten. Teamwork statt Konkurrenzdenken lautet die zugehörige Devise. Schließlich habe das Kollektiv ja etwas zu bieten: „Die Szene ist vielfältig“, heißt´s. „Küsse, Mord und Zauberei“ auf einem einzigen Möbelstück werden da für die Frankfurter Buchmesse in Aussicht gestellt.

„Natürlich zur Küsse-Fraktion“ gehören, wird Michelle Schrenk. Auch sie will das Motto „Triff deinen Autor!“ wahr machen und zum lockeren Talk mit ihren Lesern auf der Couch in Halle 3.0 Platz nehmen.

Beim Mama-Thema weiß sie, wovon sie schreibt

Schmökerstoff dürfte sie genug in der Tasche haben. Ihr neues Mutmachmärchen „Die Suche nach dem verlorenen Stern“ etwa. Außerdem ist gerade „Über rosaroten Wolken“ fertig geworden, ihr zweites Buch in der „Himmelsreihe“, auf das sie „mega stolz“ wäre. Zentral darin: „Wie der Alltag und die ganze Familiensituation ein Paar auffressen können“. Das „Mama-Thema“ sei ihr „halt einfach wichtig“ gewesen, bekennt Michelle Schrenk, die selbst zwei kleine Kinder hat und demnach „genau weiß, wovon ich schreibe“.

Doch Michelle Schrenk wäre keine „bekennende Romantikern“, wenn sich am Ende nicht Vieles zum Guten wenden würde. Soll heißen: Zum Schluss obsiegt das, was über rosaroten Wolken schwebt...

So sei´s nunmal bei ihr: „Das Leben mit all seinen Träumen, seinen Sehnsüchten – witzig und tiefgründig verpackt. Wer darüber was lesen mag, der ist bei mir gut aufgehoben“, charakterisiert Michelle Schrenk ihren „Style“. Und der scheint bei Internet-Usern inzwischen wirklich gut anzukommen.

Doch trotz aller Umtriebigkeit in den digitalen Medien — „irgendwann möchte ich auch als feste Größe im Buchhandel zu finden sein“, bekennt die junge Mutter, die nicht hofft, darauf warten zu müssen, bis sie Oma ist. Also wird weiter gechattet, getwittert, gepostet, gebloggt...

  

PETRA BITTNER

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