Donnerstag, 15.11.2018

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Heeresflugplatz 50 Jahre alt

Bereits seit den 1930er Jahren als Militärfliegerhorst genutzt — Seit 1961 in den Händen der Bundeswehr - 01.09.2011

Regimentskommandeur Michael Mittelberg ließ sich gerne vor dem Hubschrauber „Alouette II“ von Hauptmann a.D. Joachim Paech über die Geburtsstunde des Heeresflugplatzes informieren. © oh


Ihre Wurzeln hat die Rother Kaserne als Militärflugplatz bereits in den 1930er Jahren. Die Flugzeugführerschule Kiliansdorf und verschiedene Kampf- und Jagdgeschwader waren hier bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stationiert. Erst 1956 wurde das Gelände von den Amerikanern wieder an deutsche Dienststellen übergeben und der Wiederaufbau der Kaserne, der heutigen Otto-Lilienthal-Kaserne, ermöglicht.

Die Geschichte des Heeresflugplatzes selbst begann etwas später. Am 17. Oktober 1960 landeten die ersten beiden Alouette II der Heeresfliegerstaffel4 auf dem Flugplatz Roth. Sie bildeten die fliegerische Keimzelle der Staffel für die Aufstellung des Heeresfliegerbataillons4, und am 1.September 1961 wurde der ehemalige Wehrmachtsfliegerhorst Roth zum Heeresflugplatz der Bundeswehr.

Im Laufe der Jahre erlebte der Heeresflugplatz eine Vielzahl von Veränderungen und Umstrukturierungen. So waren in den 1960er und 1970er Jahren hier verschiedene Heeresfliegertruppenteile mit dem Flächenflugzeug DO 27 sowie den Hubschraubern Alouette II und BELL UH-1D stationiert.

Am 1. Juli 1979 wurde auf dem Heeresflugplatz Roth das Heeresfliegerregiment 26 mit Panzerabwehrhubschraubern des Typs BO 105 aufgestellt und im Juli 2003 der Verband umbenannt in Kampfhubschrauberregiment 26. Mit einem feierlichen Appell am 10. Oktober 2003 mit Staatssekretär Walter Kolbow bekam das Kampfhubschrauberregiment 26 den Namenszusatz „Franken“.

Die Zukunft in der Heeresfliegertruppe wird durch die Einführung neuer Waffensysteme, des Transporthubschraubers NH-90 und des Kampfhubschraubers Tiger bestimmt. Die Vorbereitungen für die Aufnahme von bis zu 32 TIGER sind in Roth weitgehend abgeschlossen. Neue Infrastruktur auf dem Flugplatz und die Modernisierung bestehender Anteile, unter anderem energetische Gebäudesanierungen und Installation leistungsfähiger Glasfaser-Netzwerke, machen den Heeresflugplatz in Roth schon heute zu einem der modernsten der Bundeswehr.

Der Kommandeur des Kampfhubschrauberregiments Oberst Michael Mittelberg freute sich vergangene Woche über den Besuch eines ehemaligen Kameraden der ersten Stunde. Hauptmann a.D. Joachim Paech aus Hilpoltstein war einer der ersten fünf jungen Luftfahrzeugführer, die 1961 aus Fritzlar nach Roth versetzt worden sind und so die Einrichtung des Heeresflugplatzes selbst miterlebt hatten. Auch der Hubschrauber, der zur Erinnerung an diese Zeit vor dem Stabsgebäude steht, stammt aus diesem Jahr. Auf dem Typenschild der Alouette II ist das Baujahr 1961 zu lesen.

Trotz dieses ehrwürdigen Jahrestages wird es eine offizielle Feier auf dem Flugplatz nicht geben. Das letzte große Ereignis war der Flugtag im Juli 2009 mit rund 70000 Gästen. Vor der nächsten großen Feier wollen die Verantwortlichen zunächst einmal die Entscheidungen zu den Struktur- und Standortfragen abwarten, die im Spätherbst dieses Jahres bekannt gegeben werden.

Wie Oberst Mittelberg erläuterte, ist der Verband zurzeit darüber hinaus mit den Vorbereitungen eines größeren Kontingents für den bevorstehenden Afghanistaneinsatz gebunden und zum anderen steht das nächste Jubiläumsereignis bereits vor der Tür.

Am 19. September 1986 unterschrieben Bürgermeister Hans Weiß, Oberst Rudolf Winkler (HeeresFliegerregiment 26) und Oberst Hans Heuer (Luftwaffenausbildungregiment 3) die Patenschaftsurkunde zwischen der Stadt Roth und „ihren“ Soldaten. Dieser Anlass – der 25. Jahrestag der Patenschaft – wird am 12. Oktober gefeiert.

  

egri

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