Samstag, 17.11.2018

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In der virtuellen TTR-Tabelle auf Platz drei der 2. Liga

Hilpoltsteins Tischtennis-Team: Zwei Neuzugänge lernen beim Frühstück Deutsch — Alex Flemming erhöht heute den Altersschnitt - 24.08.2018 18:07 Uhr

Neuer Schlitten, zwei Neue im Team: Die Zweitliga-Mannschaft des TV Hilpoltstein traf sich heuer vor dem noch nicht abgeernteten Hopfengarten, von links: Alexander Flemming, Dennis Dickhardt, Francisco Sanchi, Manager Bernd Beringer und David Reitspies. Foto: Paul Götz


Sanchi ersetzt auf Position vier Nico Christ und drückt mit seinen 19 Jahren den Altersschnitt in der Mannschaft gewaltig. Er wohnt in Rosenheim, wo er seine Karriere in der Tischtennis-Schule Topspin forciert. In Hilpoltstein ist er bei der Familie von Manager Bernd Beringer zu Gast, der es versteht, die Schokoseite des Neuzugangs noch mit einer Zuckerschicht zu glasieren: "Der Francisco war bei der WM in Schweden dabei, wurde einmal eingesetzt und hat gewonnen. Er hat also bei Weltmeisterschaften noch kein Spiel verloren." Bis Sanchi diesen Satz auch auf Deutsch versteht, wird es noch eine Weile dauern. Jedenfalls gibt’s zum Frühstück bei den Beringers jede Woche eine halbe Stunde Deutschunterricht, assistiert vom "google translator".

Der zweite Neuzugang, der Tscheche David Reitspies, tut mit seinen 21 Jahren ebenfalls etwas für die Verjüngung und ist mit den Deutschkenntnissen schon ein Stück weiter. In Hilpoltstein ist er zu Gast bei Fanny und Manfred Seitz, inklusive der halben Stunde Frühstückslektion. Die Standorte des Pragers ähneln denen des Argentiniers. Er trainiert in der Leistungsgruppe des Bundesligisten FC Saarbrücken. Reitspies ist aktuell die Nummer acht in Tschechien, wurde bei der Landesmeisterschaft Dritter und bezwang zwei stärker eingeschätzte Gegner; den Weg in die K.o.-Runde verbaute ihm der deutsche Erstligaspieler Ricardo Walther (der Wettbewerb dauert noch bis Samstagabend). Der Tscheche ersetzt in Hilpoltstein seinen Landsmann Petr David auf der Position zwei

Mit zehn Jahren Teamzugehörigkeit nicht mehr ganz so neu beim TV ist Kapitän Alexander Flemming. Er erhöht am heutigen Samstag — er feiert seinen 31. Geburtstag — den Altersschnitt des Teams und bleibt die Nummer eins. Vergangene Saison war er drittbester Spieler der zweiten Liga und wird in Deutschland auf Position 13 gelistet. "Eigentlich ist der die Nummer sieben oder acht", legt Beringer eine Schippe drauf, weil einige Spitzenspieler ihre Karriere schon beendet haben, aber noch gelistet werden. "Und ich sag‘ immer, er kann auch Weltklassespieler schlagen; nur glaubt er es immer nicht."

Hannes Hörmann (Foto) und Sebastian Hegenberger besuchen im neuen Schuljahr das Leistungszentrum München.


Student ist Alexander Flemming nicht mehr, sondern Diplom-Betriebswirt. Er hat seine eigene Tischtennis-Schule aufgemacht, mit der er auch drei Lehrgänge in Hilpoltstein durchführt; der nächste findet in der ersten Septemberwoche statt.

Die Nummer drei in Hilpoltstein bleibt Dennis Dickhardt, der in der vergangenen Saison auf seiner Position nicht nur eine ausgezeichnete Quote hinlegte, sondern sich auch beruflich entwickelte. Momentan schult der Pilot auf Großraum-Flugzeuge um.

Zusammen haben die vier Leistungswerte, die sie in der virtuellen TTR-Tabelle auf Platz drei in der zweiten Bundesliga brächten, hat Bernd Beringer errechnet. Als Saisonziel wurde entsprechend ein Platz in der oberen Tabellenhälfte ausgegeben. Eine große Unbekannte gibt es dabei allerdings noch: Die Zusammensetzung der Doppel muss erst noch ermittelt werden. Gelegenheit dazu besteht am Samstag bei einem Freundschaftsspiel gegen den Drittligisten SV Hohenstein-Ernstthal, das um 10.30 Uhr in der Stadthalle beginnt. Hannes Hörmann und Sebastian Hegenberger erweitern dabei das Quartett zum Sextett.

Diese Begegnung ist die Generalprobe vor der Pokalvorrunde, die am Sonntag um 10 Uhr an gleicher Stelle folgt. Bekanntlich stecken die Hilpoltsteiner in diesen Wettkampf besonderen Ehrgeiz. Dreimal in Folge schafften sie es in die Hauptrunde. Das Halbfinale gegen den Rekordsieger Fortuna Düsseldorf im Januar 2017 gilt als Meilenstein der Vereinsgeschichte.

Die Aussicht, auch heuer weit zu kommen, schätzt Beringer als gut ein. Gegner der Hauptrunde Anfang Oktober wäre der TTC Zugbrücke Grenzau, Letzter der 1. Bundesliga. Doch da muss der TV am Sonntag erst einmal drei Gegner hinter sich lassen: Neben dem Zweitliga-Aufsteiger NSU Neckarsulm und der Reserve des Erstligisten TTC Fulda-Maberzell den Zweitliga-Meister FC Saarbrücken II. Der ist auch erster Gegner in der Liga als Gastgeber am Sonntag, 9. September.

Solche Termine sind das Ziel der vier Jugendlichen (zwei davon noch Schüler), die im Schalander der Brauerei Pyras erstmals zur Mannschaftspräsentation am Nebentisch Platz nahmen. Nicht nur eine Geste des Zusammenhaltes der Zweitliga-Mannschaft und des Oberliga-Sextetts. Die nur ein paar Jahre älteren Sanchi und Reitspies sollen dem Nachwuchs des TV Vorbild sein, der vergangene Saison beinahe in die Regionalliga durchmarschiert wäre und damit ein Ziel für die anstehende Runde hat. Begleitet von den Routiniers Jaka Golavsek und Darius Kabacinski sollen Sebastian Hegenberger, Hannes Hörmann, Matthias Danzer und Johannes Stumpf samt Ersatzmann Robson Smrekar an das Top-Niveau herangeführt werden. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften (Platz sechs) fehlte noch der letzte Tick unter Gleichaltrigen. Ihr Manager Uli Eckert drückt es so aus: "Nicht die beste Mannschaft hat gewonnen, sondern die es am meisten wollte."

Die Jugendlichen können in Hilpoltstein jetzt täglich trainieren. Hannes Hörmann und Sebastian Hegenberger gingen einen Schritt weiter und haben sich im Leistungszentrum München angemeldet. Am Freitag geht’s zurück nach Hilpoltstein, möglichst zum Training mit den Zweitliga-Spielern. 

PAUL GÖTZ

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