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In die dritte Dimension mit den „modern art quilters“ in Roth

Experimentierfreudige Grupp stellt ihre textile Kunst aus - 20.10.2014 18:26 Uhr

Pyramiden sind klassische Geometrie mit Dreiecken. Die Rother "modern art quilters" peppten die textilen Flächen mit weniger strengen Mustern auf. © Foto: Tobias Tschapka


Auch nach dem überraschenden Tod ihrer Gründerin Angela Alokones im März diesen Jahres will die aus nähbegeisterten- und experimentierfreudigen Frauen bestehende Gruppe in Zukunft alle zwei, oder vielleicht auch drei Jahre zu einer Ausstellung nach Roth einladen. Wie gewohnt wurde die Vernissage in der Rother VHS musikalisch begleitet, diesmal sorgte der Klavierschüler Nico Fichtner für einen festlichen Rahmen.

Die Hausherrin, Karin Duman-
Geiß, erinnerte in ihrer Begrüßungsrede an die verstorbene Chefin der „modern art quilters“, die heuer 60 Jahre alt geworden wäre. „Angela Alokones war die treibende und kreative Kraft der Gruppe, deren Fantasie und farbenfrohe Lebensfreude man an ihren Quilts und Werken erkennen konnte“, so Duman-Geiß, die sich darüber freute, dass Alokones Schwester Petra Schwendner deren Aufgaben nun kommissarisch übernommen habe. „Angela Alokones Tod hinterlässt eine große Lücke, aber sie hätte es ganz sicher gewollt, dass es mit der Gruppe weiter geht“, sagte die VHS-
Leiterin.

Auch allen anderen an der Ausstellung beteiligten Damen dankte sie für ihren individuellen Beitrag: „Jede von Ihnen hat Einzelkunstwerke mit viel Herz und Geduld erschaffen. Ein wahrhaft würdiger Schmuck für unser Seckendorffschloss.“ Dem konnte Roths dritter Bürgermeister Heinz Bieberle nur zustimmen. „Ich weiß gar nicht, was heute mehr strahlt. Die Sonne oder ihre Kunstwerke“, so Bieberle an diesem Bilderbuch-Herbsttag. Er forderte die Damen außerdem auf, sowohl ihrer Kunst als auch der Stadt Roth treu zu bleiben. Ihm gehe das Herz auf, wenn er all diese farbenfrohen Stücke sehen würde, deren Motto diesmal „aus 2D wird 3D“ lautet.

In der Tat bestand die Ausstellung diesmal längst nicht nur aus zwar bunten, dafür flachen Werken, die am besten an den Wänden aufgehoben sind, sondern manche sprangen den Betrachter regelrecht an, so plastisch waren sie. Seien es geometrische Formen, Kissen für die individuelle Gestaltung des Wohnzimmers oder die textilen Selbstportraits der Damen der „modern art quilters“, aus denen sich zum Beispiel Strähnen aus echtem Haar und eine Zigarette in die dritte Dimension erstreckten.

Neben den Kunstwerken aus Stoff zeigte eine Gastausstellerin namens Sabine Schmidpeter aus Fürth Glaskunst, Mosaiken und lebensbejahende, fröhliche „Nana“-Plastiken im Foyer. Duman-Geiß erläuterte in ihrer Ansprache, diese erstmals von der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle entworfenen Nanas würden für „Lebenskraft, Weiblichkeit und freie Gestaltung ohne Hemmungen und Konventionen“ stehen.

Über allen Konventionen

Damit passte Schmidpeters Kunst perfekt zu den Exponaten der „modern art quilters“, die sich ebenfalls über alle Konventionen erheben, diesmal sogar bis in die dritte Dimension hinein.

Die Ausstellung fand bald schon ihr Ende, denn am Montag ging der normale VHS-Betrieb wieder los, für den die Räumlichkeiten benötigt werden, die ein Wochenende lang als perfekter Ausstellungsort dienten.

Gezeigt wurden Werke von Sonja Streichert, Petra Schwendner, Lydia Schaar, Ursula Kollorz, Hermine Keck, Kornelia Gebauer, Marliese Bittner und Angela Alokones.

  

TOBIAS TSCHAPKA

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