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Nach über fünf Jahrzehnten Nägel mit Köpfen gemacht

Heidecker Stadtrat verabschiedete Bebauungsplan "Schloßberg- West" — Baulücken schließen — Diskussion über Farbe der Ziegeln - 27.09.2017 16:31 Uhr

Schloßberg aus der Vogelperspektive. Auf der linken Seite dieses Bildes — etwa in der Mitte — ist das Baugebiet „Schloßberg West“ mit neuen Baugrundstücken. © Foto: Christian Albrecht


Schon 1963, so der Spalter Architekt Christian Klos in der jüngsten Heidecker Stadtratssitzung, habe man einen Bebauungsplan in Auftrag gegeben, der "nie umgesetzt" worden sei. Das Landratsamt habe trotzdem Baugenehmigungen erteilt, sodass in diesem Baugebiet schon einige Häuser stehen. Geschäftsstellenleiter Roland Hueber sprach gestern von neun Parzellen, die noch bebaut werden können. Um so weit zu kommen, muss die Stadt übrigens den offiziellen Weg gehen und einen Bebauungsplan vorweisen. Einzelgenehmigungen seien nicht zulässig, teilte das Landratsamt mit.

Die zu bebauende Fläche umfasse 2,35 Hektar, erklärte Klos. Die schon im Laufe der Zeit entstandenen Gebäude seien vom Bebauungsplan nicht betroffen. Nachdem dieses Baugebiet in Teilen schon vorhanden sei, gelte es jetzt, die Baulücken zu schließen, meinte Klos.

Knappes Ergebnis

Bei den Festsetzungen des Baugebietes "Schloßberg West" kehrte Leben in den Stadtrat ein. Vor allem an der Dachbedeckung, die ausschließlich rot sein sollte, nahmen einige Mitglieder des Gremiums Anstoß. Zumindest sollte man auch dunkle Ziegel zulassen. So kam es in diesem Punkt zu einer Zwischenabstimmung, die die Befürworter einer wahlweisen Dachbedeckung knapp mit 7:6 gewannen. Ergo dürfen sowohl rote als auch dunkle (schwarze) Ziegel verwendet werden.

Ebenfalls nicht einverstanden war der Stadtrat mit der vom Architekten vorgegebenen Firsthöhe von neun Metern. Zu wenig, um das Dachgeschoss ausbauen zu können. Schließlich einigte man sich auf eine Firsthöhe von elf Metern. Weiterhin sehen die Festsetzungen vor, dass eine Terrasse im Untergeschoss höchstens einen Meter Abstand zum Boden haben dürften.

Roland Hueber wies gestern im Gespräch mit der Hilpoltsteiner Zeitung darauf hin, dass der Charakter eines Einfamilienhauses erhalten bleiben müsse. Im Prinzip habe man hier drei Stockwerke und sei nahe dran an einem Dreifamilienhaus, das zu wuchtig wirken würde. Für die nötigen Ausgleichsflächen seien die Bauherren selber verantwortlich. Zumeist, so Hueber, würden diese Abstandsflächen direkt im eigenen Garten entstehen, indem man Obstbäume oder Hecken anpflanzt.

Einschränkungen zu eng

Der Schloßberger Ortssprecher Albert Strobl fand, das diese Einschränkungen zu eng seien. Er hätte gerne mehr Entscheidungsfreiheit für die Bauherren gehabt. Stilla Bauman ist der Ansicht, dass der Schloßberg ein sensibles Bauland ist. Weswegen man ohne bestimmte Auflagen nicht auskommt.

Die Abstimmungen waren reine Formsache. Einstimmig plädierte das Gremium dafür, die früher zum Baugebiet "Schloßberg West" gefassten Beschlüsse aufzuheben, und einen Aufstellungsbeschluss für die neue Version zu fassen sowie den Flächennutzungsplan anzupassen. Weiterhin einigte man sich darauf, mit diesem Verfahren die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden in Angriff zu nehmen. Mit Nachdruck wies gestern Roland Hueber darauf hin, dass die letzte Entscheidung beim Landratsamt in Roth liegen würde.

Abreißen oder nicht?

Der Stadtverwaltung liegt ein Antrag einer Privatperson auf Abriss eines historischen Hauses im Ortsteil Rambach vor, dem der Stadtrat wohlwollend gegenübersteht. Das um 1900 entstandene Gebäude sei auch "hinten schon eingefallen", berichtete Stilla Baumann (CSU) nach einer persönlichen Besichtigung. "Das kann man nur abreißen." 2. Bürgermeister Dieter Knedlik meinte, dass er in diesem Haus "kein Denkmal erkennen" könnte. Der Stadtrat entschied sich einstimmig für Abriss. In dieser Hinsicht müsste allerdings die untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Roth mitspielen, die letztlich den Ausschlag gibt, in welche Richtung es weitergeht.

Wenn man sich so verrechnet wie die Heidecker Stadtverwaltung, dann verrechnet man sich gerne. Bei der Kostenberechnung für die Arbeiten am Neubau einer Kinderkrippe am städtischen Kindergarten blieb man bei einigen Posten deutlich über den realen Kosten. Soll heißen: Diese Aufträge werden billiger als gedacht.

So zum Beispiel bei den Malerarbeiten, die mit gut 10 000 Euro angesetzt wurden und schließlich 5800 Euro kosten werden. Oder bei den Heizungs- und Sanitärarbeiten: Hierfür waren rund 71 400 Euro angesetzt; zahlen muss die Stadt "nur" knapp 62 000 Euro.

Natürlich gibt es auch ein anderes Beispiel, das Geschäftsleiter und Kämmerer Hueber den "ganz großen Ausreißer" nannte. So waren für die Elektroarbeiten knapp 18 000 Euro geplant; tatsächlich müssen die Heidecker fast 26 000 Euro zahlen. 

HARRY RÖDEL

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