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Pfarrer sitzt in U-Haft

Vorwurf: sexueller Missbrauch eines Jungen - 25.08.2013 17:11 Uhr

In der Heidecker Stadtpfarrkirche gab Georg Härteis von der Diözese Eichstätt gestern eine Erklärung zu den Missbrauchsvorwürfen gegen den örtlichen Geistlichen ab, der seit Dienstag in Untersuchungshaft sitzt.


Der Pfarrer soll sich zwischen 1998 und 2001 an seiner damaligen Wirkungsstätte, der Pfarrei Reichertshofen-Sengenthal in der Oberpfalz, mehrfach an einem Buben vergangen haben, der unter 14 Jahren gewesen sei, meldeten BR und dpa. Als Haftgrund nannte die Staatsanwatschaft Fluchtgefahr.

Das Bistum Eichstätt bestätigte mittlerweile die Vorwürfe. In den Vorabendmessen am Samstag in Liebenstadt und Laibstadt sowie im sonntäglichen Gottesdienst in der Heidecker Stadtpfarrkirche wurden die Gläubigen des Pfarrverbands Heideck über den derzeitigen Sachstand informiert. Wobei am Samstagabend in Liebenstadt die Anwesenheit der Presse nicht erwünscht war. So drohte Kaplan Dominik Pillmayer mit Hausverbot und juristischen Schritten.

Seit 2004 in Heideck

In der Stadtpfarrkirche Heideck verlas der Eichstätter Bischofsvikar Georg Härteis am Sonntag Vormittag eine Erklärung von Generalvikar Isidor Vollnhals, in der es hieß, dass die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth gegen den Geistlichen, der seit 2004 in Heideck tätig war, ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs eingeleitet habe. Seitdem sei der Pfarrer in U-Haft.

Härteis berichtete den Gläubigen in der gut besuchten Kirche, dass die „Ereignisse schon länger zurücklägen“ und sich zwischen 1998 und 2001 in der früheren Pfarrei des beschuldigten Geistlichen in der Oberpfalz zugetragen haben sollen. „Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt der Unschuldsverdacht“, betonte Härteis, Leiter der Personalkammer für die Pastoral in der Diözese Eichstätt. Solange die Ermittlungen, die auf das komplette bisherige Einsatzgebiet des Pfarrers und damit auch auf den Pfarrverband Heideck ausgeweitet würden, nicht abgeschlossen seien, gelte der Unschuldsverdacht. Er bat in dieser „für uns alle erschütternden und verwirrenden Situation“ um einen „angemessenen Umgang mit Opfer und Beschuldigtem“.

Weiterhin teilte Härteis mit, dass er den Beschuldigten vor zwei Tagen in der U-Haft besucht habe. „Es geht ihm den Umständen entsprechend einigermaßen gut. Er hat auf mich einen beherrschten Eindruck gemacht“, sagte Härteis. Die Situation sei nicht nur für den Inhaftierten sehr belastend, sondern auch für die Gläubigen in den betroffenen Pfarreien. Härteis erklärte zudem, dass Kaplan Dominik Pillmayer zum Pfarradministrator für Heideck Liebenstadt und Laibstadt ernannt worden sei. Zum Ende des Gottesdienstes wies Gemeindereferent Heinrich Heim noch darauf hin, dass ein Kirchenkritiker, der mit Plakaten gegen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche protestiert hatte, von der Polizei des Platzes verwiesen worden sei. Zu den Vorwürfen gegen den Heidecker Priester wollte sich Bürgermeister Ottmar Brunner, der ebenfalls den Gottesdienst besuchte, nicht äußern. „Ich möchte nicht in ein laufendes Verfahren eingreifen und auch nicht so einfach die Lanze über ihn brechen“, ließ er wissen. 

hr

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