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Montag, 25.06.2018

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Starke Szenen im Schatten der Nationalspieler

Tischtennis-DM: Die Hilpoltsteiner Alexander Flemming und Nico Christ verkauften sich in Berlin "exzellent" - 04.03.2018 19:00 Uhr

Dem Bayerischen Meister Nico Christ gehörte der erste Tag der Meisterschaften die Bühne. Der Verband würdigte die Tatsache, dass er zum 21. Mal in Folge an den Titelkämpfen teilnahm, während sich der Sportler mit einem souveränen Gruppensieg adäquat präsentierte.


"Die Leistung war exzellent", war TV-Manager Bernd Beringer mit dem Auftritt seiner Leute außerordentlich zufrieden. Die DM war nämlich heuer so stark besetzt wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Bis auf Dimitrij Ovtcharov mischten alle Nationalspieler mit, die im Herren-Einzel auch sämtliche die Viertelfinalplätze hatten.

Am ersten Tag der Titelkämpfe gehörte die Aufmerksamkeit Nico Christ, der als Bayerischer Meister durch die Vorrunde-Gruppe musste. Die Organisatoren würdigten ausführlich seine Beharrlichkeit, schließlich war das sein 21. DM-Start in Folge. Den eröffnete er ausgesprochen erfolgreich mit drei Siegen. 3:1 gegen Marius Hagemann, 3:1 gegen Frederik Spreckelsen und 3:0 machte ihn zu einem der acht Gruppensieger, die sich für die K.o.-Runde qualifizierten.

Dort wurde er ausgerechnet seinem Angstgegner Erich Bottroff zugelost, der prompt auch die Siegesserie des Hilpoltsteiners beendete. Christ gewann zwar den ersten Satz 11:8, doch der Dortmunder drehte mit 11:6, 11:1, und 11:6 die Verhältnisse, brauchte aber noch einen vierten Gewinnsatz – und den gab Christ nicht freiwillig ab. Im Gegenteil 8:6 lag der Hilpoltsteiner im fünften Durchgang schon vorn und ließ sich auch dadurch nicht abschütteln, dass Bottroff ausglich und 10:9 in Führung ging. Drei Matchbälle wehrte Christ ab, ehe mit dem 12:10 seine Niederlage besiegelt war.

Erkältung? Kapselriss? Alex Flemming packte sein Kämperherz aus und leistete Ruwen Filus begeisternden Widerstand. © Archivfotos: Giurdanella


TV-Kapitän Alexander Flemming bekam es in der ersten K.o.-Runde mit dem Youngster Cedric Meissner zu tun. Der 17-Jährige wurde vergangenes Jahr Mannschafts-Europameister und spielt in der 3. Bundesliga bei TuS Celle. Im Vergleich zwischen Routine und Jugend stellte sich Cedric als ziemlich ausgefuchst heraus, er brachte Flemming immer wieder aus dem Rhythmus und zwang ihn nach 1:3-Rückstand in den siebten Satz. Hier setzte sich schließlich Flemmings Routine durch. Das Duell mit Ruwen Filus, einem der besten Abwehrspieler der Welt, sollte zu einem der Höhepunkte der Veranstaltung werden. Nach fast jeder Aktion gab es Szenenapplaus. Der Hilpoltsteiner Kapitän hatte trotz Erkältung und Kapselriss nach dem ersten Satz mit 11:6 die Nase vorn, bekam dann aber heftig kontra (8:11, 2:11, 5:11). Es zeichnet Flemming aus, dass er solche Situationen wegstecken kann, um dann zurückzuschlagen. Mit 11:8 verkürzte er auf 2:3 und erzwang einen sechsten Durchgang, bei dem er schon 7:3 in Führung lag. Zwei zu riskante Aufschlagreturns und ein unglücklicher Netzball brachten den Fuldaer zurück ins Spiel, nach dem Ausgleich zum 7:7 machte er mit 11:8 den Sack zu.

Bayerische Hilfestellung dieser kräftezehrenden Auseinandersetzung: Ruwen Filus war nun reif für Kilian Ort (4:3), der es sogar bis ins Endspiel gegen Timo Boll schaffen sollte. Dort machte der Weltranglisten-Erste mit 4:0 kurzen Prozess.

Glück, Sieg und Pech hatte das Hilpoltsteiner Doppel Flemming/Christ. Nach einem Freilos und einem 3:0-Erfolg über Marius Hagemann/Richard Hoffmann trafen sie ausgerechnet auf die Titelfavoriten Ruwen Filus/Ricardo Walther. Flemming/Christ, die in der Liga ja nicht mehr Doppelpartner sind, spielten über ihre Verhältnisse, trotzdem war nicht mehr als ein 1:3 für sie drin. 

pg

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