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Mittwoch, 23.01.2019

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Thermografie-Streifzug durch Greding

Mit der Kamera auf der Suche nach energetischen Schwachstellen - 10.01.2019 16:01 Uhr

Ein Blick durch die von ENA-Berater Dieter Tausch betätigte Wärmebildkamera offenbarte die energetisch guten und schlechten Bereicht der Häuser in der Gredinger Altstadt. © Jürgen Leykamm


Gemeinsam mit seinem Kollegen und zugleich Klimaschutzbeauftragten des Landkreises, Sebastian Regensburger, klärte Dieter Tausch im Archäologie-Museum über den großen Bedarf an energetischen Maßnahmen in den Gemeinden auf. Für sie alle sind nämlich im Rahmen eines Klimaschutzkonzepts entsprechende Steckbriefe erstellt worden. Für die Schwarzachstadt mit ihren Ortsteilen ergibt sich dabei ein typisches Bild: Die Hälfte des kompletten Energieverbrauchs entfällt hier auf den Wärmesektor, 40 Prozent beziehen sich auf den Verkehr und nur zehn auf den Strom. Damit wird auch deutlich, wo das größte Einsparpotential liegt.

Warum das nicht nur in Greding so ist, liegt daran, dass erst im Jahr 1977 eine Wärmeschutzverordnung in Kraft trat. In der Schwarzachstadt aber sind mehr als 60 Prozent der Gebäude vor dieser Zeit errichtet worden, wie Tausch berichtete. Das Potential sei also beträchtlich. Deshalb bieten ENA und Stadt auch gemeinsam den Hausbesitzern an, die eigenen vier Wände für 145 Euro thermografisch untersuchen zu lassen – der Preis ist dabei unabhängig von der Hausgröße. Eine solche Thermografie-Maßnahme wurde am Abend unter den knapp ein Dutzend Teilnehmern der Auftaktveranstaltung verlost.

Für die Stadt Greding hatte Energieberater Tausch viel Lob übrig, denn sie erstellte bereits Ende des vergangenen Jahrzehnts ein Teilklimaschutzkonzept, wie Preischl in Erinnerung rief. Dieses Konzept hatte seinerzeit die Installation des Heizwerks zur Folge, das heute zahlreiche Gebäude via Hackschnitzel mit Wärme versorgt. So bleibe das Geld in der Region (Preischl) und außerdem sei Heizen mit Holz CO2-neutral (Tausch). Und doch stellt sich für viele Hausbesitzer die Frage: "Welche Farbe hat mein Haus?" Zeigt die Wärmebildkamera ein blaues Bild, verpufft keine Wärme. Bei grün schaut es schon schlechter aus, rot bedeutet großen Handlungsbedarf. Um den Wärmelecks genau auf die Spur zu kommen, braucht es laut ENA-Experten eine gute Wärmebildkamera und bei Messungen auch gute Rahmenbedingungen.

Beim Streifzug gab es solche nicht unbedingt: Wind und Regen sorgten dafür, dass die Ergebnisse nicht unbedingt ganz präzise waren. Für exakte Messungen soll dann aber ja auch erst der beauftragte Thermograf sorgen, der im Februar die Häuser begutachtet, um Wärmebrücken, undichte Fenster, wärmeverströmende Kellerhälse und mehr aufzuspüren. Die Ergebnisse werden fein säuberlich dokumentiert und die Berichte bei einer eigenen Veranstaltung den Hausbesitzern übergeben. Lassen diese die Fehler beheben, sollten im Schnitt 30 Prozent Energieersparnis möglich sein, was sich natürlich auch auf den Geldbeutel auswirke, machte Tausch deutlich.

"Gute Arbeit"

Bereits zu der Aktion angemeldet hat sich noch am Abend Stadtratsmitglied Harald Gerngroß. Der Ortssprecher von Obermässing hat sein Haus 1980 gebaut, als die erste Wärmeschutzverordnung gerade erst zu greifen begann. Dass man energetisch "beim Rathaus einiges tun kann", wie es Tausch beim Streifzug attestierte, "das wissen wir", so Gerngroß. Die energetische Bewertung des Museums fiel indessen gut aus. "Da können wir eher gute Noten vergeben", betonten die Vertreter der ENA. Die energetische Sanierung durch die Gemeinde habe sich hier gelohnt.

Bestnoten gab es sogar für den Krippenneubau in Holzbauweise. "Hier hat der Zimmermann gute Arbeit geleistet", so Dieter Tausch. Ob bei Wänden, Fenstern oder der Eingangstür – laut Wärmebildkamera dringt hier keinerlei Wärmeenergie nach außen: "Das ist wirklich sehr gute Qualität." Nun also gilt es für die Häuslebauer von einst, mittels Thermografie herauszufinden, "wo die Wärme hingeht", so der Bürgermeister. Um dann sinnvoll zu investieren, um Energie und damit auch Geld zu sparen.  

JÜRGEN LEYKAMM

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