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Donnerstag, 20.09.2018

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Tote Aale stranden an den Ufern des Brombachsees

Angler und Spaziergänger hatten Polizei über Fischsterben informiert - 21.08.2018 15:39 Uhr

An einigen Stellen des Brombachsees werden tote Aale angespült. Bei den heißen Temperaturen vermehren sich die Bakterien schnell. © Foto: Fischereiverband


Nicht schön anzusehen und vor allem übelriechend: Viele verendete Fische werden an die Badestrände des Sees geschwemmt. Sowohl beim mittelfränkischen Fischereiverband als auch beim Wasserwirtschaftsamt Ansbach haben deshalb schon viele Angler und Spaziergänger angerufen, was es mit den toten Fischen auf sich habe. Ist der heiße Sommer schuld am Fischsterben?

"Mit der Überleitung des Wassers vom Brombachsee hat es nichts zu tun", sagt Diplom-Biologe Hans Padberg vom Fischereiverband Mittelfranken. "Aber es herrscht einfach ein Rekordsommer mit einer Oberflächentemperatur des Wassers von 28 Grad", erklärt er. Normal seien in dieser Jahreszeit 24 bis höchstens 26 Grad. "Aber bei diesen heißen Temperaturen vermehren sich eben auch die Bakterien relativ bis sehr schnell." Die Bakterien, die für gesunde Fische unschädlich sind, können die Aale bei einer Wassertemperatur von über 24 Grad angreifen und in ihre Körper eindringen, weil der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt und die Schleimschicht der Fische dann nicht mehr richtig funktioniert – besonders gering ist die Sauerstoffkonzentration am Grund der Gewässer, wo sich die Aale gern eingraben. Die Folge ist, dass die Fische rote und blaue Flecken bekommen, apathisch an der Wasseroberfläche schwimmen und dann sterben. Etliche von ihnen werden ans Ufer gespült, wo sie nicht nur einen schlimmen Anblick bieten, sondern infolge des Zersetzungsprozesses auch übel riechen.

"Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr", klärt Padberg jedoch auf. Mit Handschuhen könne man sie zwar anfassen und entsorgen, aber zuständig sei dafür das Wasserwirtschaftsamt, das die toten Aale derzeit einsammelt und zur Tierverwertungsanstalt nach Gunzenhausen bringt.

Keine Behandlungsmöglichkeit

Gegen die Erkrankung mit der Rot- oder Süßwasseraalseuche sei leider gar nichts zu machen. "Eine Behandlung gibt es nicht." Häufig ist diese massenhafte Erkrankung nicht, aber "in einem Sommer wie diesem kommt sie alle 50 Jahre schon mal vor". Schätzungsweise schwimmen im Brombachsee zwei bis drei Tonnen Aale, meint Padberg. Wie viele davon betroffen sind, kann er noch nicht sagen, "aber wir befürchten schon einen Totalausfall".

Er schränkt allerdings ein: "Das ist zwar schade für die Fische, aber aus biologischer Sicht kein großer Verlust." Denn in den Brombachsee seien niemals absichtlich Aale eingesetzt worden. "Die kommen erst über die Altmühl auf natürlichem Weg rein - können von dort aber nicht mehr abwandern." Betroffen von der Seuche sei bisher nur der Brombachsee und fast nur Aale. Vereinzelt gebe es auch tote Renken am See, aber das sind nur wenige. Die seien allerdings auch ein Opfer der hohen Temperaturen. 

CAROLA SCHERBEL

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