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Samstag, 15.12.2018

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Überragendes Interesse am Wasserfest in Laibstadt

Manfred Koller erklärte den Besuchern den Weg des Trinkwassers vom Brunnen in die Leitung — Ehrgeiziges Projekt - 04.06.2018 15:15 Uhr

„Der Dirigent des Wassers“: Wasserwart Manfred Koller führte beim Tag der offenen Tür durchs Laibstädter Maschinenhaus. © Foto: Norbert Herler


In Erinnerung an die Einweihung der Wasserversorgungsanlage vor 50 Jahren hatte sich der Wasserzweckverband Laibstadt-Schloßberg zu einem Tag der offenen Tür entschlossen. Dass das Interesse mit rund 300 Besuchern so groß sein würde, das hatte von den Verantwortlichen vorher niemand erwartet.

"Von den drei Tiefbrunnen zwischen Laibstadt und Schloßberg mit Tiefen zwischen 150 und 200 Metern wird abwechselnd Wasser ins Maschinenhaus gepumpt", so Koller. "Weil das Wasser kalkaggressiv, eisenhaltig und sauerstoffarm ist, muss es hier im Gebäude erst einmal entsprechend behandelt werden."

Durch eine drei Meter hohe Filterschicht würden Eisen- und Säuregehalt reduziert. "In der Verdüsungskammer nimmt das Wasser Sauerstoff auf, sodass es frisch und wertvoll aus den Leitungen kommt und gut schmeckt." Wegen der Senkung des Arsengrenzwertes sei es 1997 zudem notwendig gewesen, eine Arsenfällungsanlage anzuschaffen.

Der größte Teil der Einrichtung im Wasserhaus stamme aus der Anfangszeit vor 50 Jahren und würde immer noch tadellos arbeiten. "Vom Maschinenhaus aus wird das Wasser in Hochbehälter I knapp unterhalb des Ortes Schlossberg hochgepumpt. Da sind rund 70 Höhenmeter zu überwinden!" Hochbehälter I habe eine Kapazität von 600 000 Liter Fassungsvermögen.

Von hier aus würde die sogenannte Niederzone mit den Orten Aberzhausen, Kippenwang, Kolbenhof, Laffenau, Fichtenmühle, Seiboldsmühle, Höfen, Laibstadt, Rudletzholz und Selingstadt versorgt. "Es wird von dort aus aber auch noch einiges Wasser in den Hochbehälter II mit einem Fassungsvermögen von 300 000 Litern rund 90 Meter hochgepumpt, um die Hochzone mit den Ortschaften Haag, Schloßberg, Rambach, Mannholz und Roxfeld mit Wasser zu versorgen."

Bürgermeister Ralf Beyer, in seiner Funktion automatisch auch Verbandsvorsitzender des Wasserzweckverbandes Laibstadt-Schloßberg, ging in seiner Festansprache auf die beiden für die ersten Jahrzehnte wichtigsten Männer des Zweckverbandes ein. Laibstadts ehemaliger Bürgermeister Franz Wohlmuth sei der Motor des Wasserprojektes gewesen, das so ehrgeizig von ihm vorangetrieben worden war.

"Nicht selbstverständlich"

Der Erlös des Wasserfestes, so Bürgermeister Beyer, komme Hort- und Schulkindern im afrikanischen Angola zugute, "für die es nicht selbstverständlich sei, an frisches Trinkwasser zu kommen". Neben den Führungen im Wasserhaus gab es noch eine umfangreiche Ausstellung in der Garage des Wärterhauses zu sehen.

Christian Schneider, Wasserwart in Heideck, zeigte bei einer kleinen Wanderung zudem einigen Interessierten am Beispiel des Tiefbrunnens III, wie es in einem solchen Schacht aussieht. Neben Kaffee und Kuchen gab es auch das Angebot frisches Laibstädter Tiefbrunnenwasser zu kosten. Das Helferteam um die Stadträtinnen Helga Peter und Stilla Baumann in Kooperation mit der KLJB Laibstadt konnten am Ende des Tages einen Erlös von über 600 Euro verzeichnen, der ohne Abzüge direkt an das Kloster Gnadenthal in Ingolstadt und von dort aus nach Angola weitergeleitet wird. 

NORBERT HERLER

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