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Citylauf: Ehrhardt-Festspiele mit einem kleinen Schönheitsfehler

Sven Ehrhardt heuer erstmals in Läufercup-Rennen nur auf Platz zwei, dafür triumphierte seine Schwester Annika bei den Frauen - 08.10.2018 13:25 Uhr

Der vierfache Ehrhardt. Schon beim Start des Sparkassen-Halbmarathons drückte Sven Ehrhardt (rotes Shirt) mächtig auf die Tube ...


Dass es mit einem Doppelsieg nichts werden würde, das schwante Sven Ehrhardt schon an der Startlinie, als er Getachew Endisu entdeckte. Der Äthiopier hat eine Halbmarathon-Bestzeit von 1:07 Minuten stehen. So schnell kann Ehrhardt, der beste Langstreckler der Region, der auch noch für einen regionalen Verein startet, nicht laufen.

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Impressionen vom Citylauf 2018

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Bis 13 der 21,1 Kilometer schien aber alles offen zu sein beim Sparkassen-Halbmarathon. Da liefen Endisu, Ehrhardt, diesmal im Laufshirt der Awo, und Ehrhardts eigentlicher Teamkollege Patrick Weiler vom Team Memmert nämlich einträchtig miteinander. Dann legte der Äthiopier einen Zwischenspurt ein. Ehrhardt konnte nicht mitgehen, Weiler wollte nicht.

Denn: Für den Memmert-Läufer war der Schwabacher Halbmarathon nur der letzte Test vor dem Frankfurt-Marathon in zwei Wochen. Deshalb lief er sich vor Beginn des Rennens erst einmal 17 Kilometer lang in gemäßigtem Tempo ein – und dann lief er den Halbmarathon in seinem in zwei Wochen anvisierten Marathon-Tempo. Nicht langsamer, aber auch nicht schneller. Weiler hielt sich strikt an die Vorgaben seines Trainers Sebastian Reinwand.

Im Ziel stellte sich der Zweitplatzierte (li.) dann artig dem obligatorischen Siegerfoto mit Getachew Endisu (Mi.) und seinem Teamkollegen Patrick Weiler (re.) ...


Sven Ehrhardt läuft in zwei Wochen ebenfalls Marathon. Nicht in Frankfurt, sondern in Dresden. Er will und kann, anders als Patrick Weiler, keine 2:26 Stunden laufen, sondern vielleicht 2:35 Stunden, wie er schätzt. "Bis vor zwei Wochen war ich super drauf, doch inzwischen merke ich, dass der Wahlkampf schlaucht. Sven Ehrhardt ist bekanntlich nicht nur ein begnadeter Langstreckler, er ist auch engagierter Kommunalpolitiker, SPD-Kreisvorsitzender in Roth und Bezirkstagskandidat der Sozialdemokraten. Während des Rennens ist der 30-Jährige aber nicht Politiker, sondern Läufer, und zwar ausschließlich Läufer.

... ehe er seine Schwester Annika in den Arm nehmen konnte, die als Gewinnerin einen großen Schritt in Richtung Läufercup-Gesamtsieg machen konnte.


Als solcher versuchte er bei Kilometer 16 bis 18 noch einmal an den führenden Endisu heranzukommen. Denn Ehrhardt hat ja auch etwas zu verlieren. Im diesjährigen Läufercup hatte der 30-Jährige bis gestern eine makellose Serie. Neun Starts, neun Siege. "Das erste Mal bin ich heute geschlagen worden", resümierte er im Ziel. Ehrhardt kam tatsächlich noch ein bisschen näher an Sieger Endisu heran, einholen konnte er ihn aber nicht mehr. Eine gute halbe Minute lag zwischen dem Ersten und dem Zweiten.

Die besten Aktien

Auf die Läufercup-Geamtwertung hat das keine Auswirkungen. Dort kann man nur achtmal Punkte einbringen. Ehrhardt hat also schon die maximale Punktzahl von 160 eingefahren und wird sich am 31. Dezember beim Silvesterlauf in Pleinfeld erstmals den großen Pott abholen.

Wer diesen Pott bei den Frauen bekommt, ist noch offen, aber die inzwischen mit Abstand besten Aktien hat in diesem Rennen Sven Ehrhardts Schwester Annika, die gestern mit geballter Faust als Siegerin des Frauenrennens über die Ziellinie lief. Weitere zwölf Punkte wandern damit auf ihr Konto. Ihr Vorsprung vor Christine Ramsauer und Kim Korber vergrößerte sich deutlich, weil diese beiden gar nicht am Start waren. Auf Platz zwei lief Christina Schöll vom TV Hilpoltstein ein, Rang drei ging an die für die LG Erlangen startende Schwabacherin Larissa Korn, der noch der Brombachsee-Marathon von vor zwei Wochen in den Knochen steckte, wo sie mit Platz drei hatte aufhorchen lassen. Immerhin: In der Cup-Wertung schob sich Larissa Korn an Kim Korber vorbei auf Platz drei.

Ergebnisse

Halbmarathon Männer: 1. Getachew Endisu (Äthiopien) 1:11:58, 2. Sven Ehrhardt (Team Memmert/Awo-Läufer mit Herz) 1:12:37, 3. Patrick Weiler (Team Memmert) 1:12:49, 4. Markus Liebhardt (Geh-Punkt Weißenburg) 1:20:18, 5. Frank Petric (Team Klinikum Nürnberg) 1:22:39, 6. Benjamin Rertsch (Firma A. Eberle) 1:23:21, 7. Jens Öhler (Team Klinikum Nürnberg) 1:24:01, 8. Eduard Rose (Via Carolina Running) 1:24:20, 9. Fernando Lozano (M.O.N. Pleinfeld) 1:24:51, 10. Lukas Roalter (ohne Verein) 1:24:55, 11. Michael Franz (TSG 08 Roth) 1:26:36, 12. Sebastian Reingruber (TV 1848 Schwabach) 1:26:41, 13. Marco Schneider (SV Barthelmesaurach) 1:27:05, 14. Andreas Blob (Weißenburger Werkstätten) 1:27:21, 15. Florian Kinder (Schwabachs Bäcker Distler) 1:27:41.

Frauen: 1. Annika Ehrhardt (Team Memmert) 1:29:32, 2. Christina Schöll (TV Hilpoltstein) 1:32:04, 3. Larissa Korn (Schwabach/LG Erlangen) 1:32:41, 4. Sonja Huber (Viktoria Augsburg) 1:38:57, 5. Sina Brauer (Laufteam Fürth) 1:44:11, 6. Janina Gilch (Grashoppers Forsthof) 1:46:08, 7. Susen Kunstmann (TSV Rothaurach) 1:46:44, 8. Petra Bromberger (Regelsbach rennt) 1:47:42, 9. Susanne Eberlein (ohne Verein) 1:49:08, 10. Rena Eberlein (Post-SV Nürnberg) 1:49:08. 

ROBERT GERNER (Text und Fotos)

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