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Jugendliche Flüchtlinge leben in der „Villa Nordsteig“

„In Schwanstetten hat sich eine Willkommenskultur entwickelt“ - 10.01.2015 10:44 Uhr

Das Spielen mit der Playstation macht den Jugendlichen in der „Villa Nordsteig“ in der Freizeit viel Vergnügen. Auf dem Bild im Hintergrund Christan Debebe, Bürgermeister Robert Pfann und Axel Zessin vom Helferkreis (v. li.).

Das Spielen mit der Playstation macht den Jugendlichen in der „Villa Nordsteig“ in der Freizeit viel Vergnügen. Auf dem Bild im Hintergrund Christan Debebe, Bürgermeister Robert Pfann und Axel Zessin vom Helferkreis (v. li.). © F.: Karg


Im Ortsteil Leerstetten betreibt das Walburgisheim Feucht die „Villa Nordsteig“, wo seit kurz vor Weihnachten Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren wohnen. Im Auhof in Hilpoltstein leben fünf jugendliche Flüchtlinge, die ohne Familienangehörige in Deutschland sind.

Genug Platz für sieben und mehr

Die Stiftung Seraphisches Liebeswerk Altötting (SLW), das Kinderhilfswerk der Kapuziner in Bayern, betreibt unter anderem das Feuchter Walpurgisheim. Dort gibt es sozial- und heilpädagogische Wohngruppen, betreutes Wohnen für Jugendliche, Kinderkrippe und -hort. Und in Schwanstetten nimmt sich die Einrichtung nun jugendlicher Flüchtlinge an. Sieben im Alter von 14 bis 17 Jahren werden hier betreut, bald können es mehr sein, das Haus bietet genug Platz.

Die Jugendlichen seien von den Nachbarn herzlich begrüßt worden, erzählte Christian Debebe, Leiter des Kinder- und Jugendhilfebereichs des Walpurgisheimes, als sich Bürgermeister Robert Pfann, der Sprecher des Schwanstetter Asylhelferkreises, Dr. Axel Zessin, Stefanie Weidner von der Gemeindeverwaltung und Markus Loy vom Jugendamt des Landkreises nun über die Neuankömmlinge informierten.

Für den Winter gerüstet

Nicht nur ein Fernsehgerät habe man geschenkt bekommen, sondern in der Nachbarschaft sei auch in kürzester Zeit Geld gesammelt worden, sodass die Jugendlichen für den Winter in Deutschland mit dicken Pullovern, warmen Jacken und Schuhwerk ausstaffiert werden konnten.

Aus Äthiopien, Eritrea, Ägypten oder Sierra Leone kommen die Jugendlichen, die nun in Schwanstetten in Sicherheit sind. Sie haben abenteuerliche Fluchtwege hinter sich, haben traumatisierende Erlebnisse „im Gepäck“. Auch diese gilt es aufzuarbeiten.

Die psychologische Betreuung der Neuankömmlinge ist ein Aspekt der pädagogischen Arbeit mit den Jugendlichen. Christian Debebe berichtet auch vom Bestreben, die deutsche Sprache zu lehren, und dem Vorbereiten auf die Selbstständigkeit. Dazu gehören der Umgang mit Geld ebenso wie kochen, putzen, waschen. Die Schwanstetter Jugendlichen lernen in einer Berufsschule in Nürnberg Deutsch, die zwei Jüngsten im Haus besuchen die Übergangsklasse im benachbarten Rednitzhembach.

Dezentrale Unterbringung

Der Asylhelferkreis unterstützt die Integration der Flüchtlinge vor Ort. In Schwanstetten leben 28 Asylbewerber sowie elf bereits anerkannte Flüchtlinge. Die Gemeinde setze auf dezentrale Unterbringung ihrer neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger, unterstreicht Bürgermeister Robert Pfann. Ein Konzept, das sich auch nach Ansicht des Helferkreises sehr bewährt hat.

Für alle Fragen rund um die Betreuung von Asylbewerbern ist Stefanie Weidner bei der Gemeindeverwaltung, Tel. (0 91 70) 289-25, erreichbar. 

jk

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