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Karges Leben im und vom Wald

Zum 13. Mal lud Furth zu Köhlerinformationstag ein — Vor 640 Jahren erstmals erwähnt - 01.05.2012 10:50 Uhr

Karl-Heinz Raab vom Verein der Further Köhlerfreunde gab den Besuchern des Informationstages viel Wissenswertes über Furth und die Köhlerei weiter. Im Hintergrund ist ein aufgeschütteter Meiler zu sehen. © Hahn


Aus diesem Anlass fand auf einem ehemaligen Meilerplatz ein ökumenischer Gottesdienst mit den Pfarrern Wilfried Vogt aus Leerstetten, Gottfried Stark aus Schwand und dem katholischen Geistlichen Tobias Scholz statt. Die musikalische Begleitung übernahm ein aus Mitgliedern der Posaunenchöre Leerstetten und Schwand bestehender gemeinsamer Posaunenchor. Nach dem Gottesdienst gab es Führungen durch Furth, die Karl-Heinz Raab von den Köhlerfreunden stündlich anbot.

Während des ökumenischen Gottesdienstes und während der Führungen wurde ein für Furth wichtiges Ereignis immer wieder angesprochen. Es war das Jahr 1372, als der damalige Fürstbischof von Eichstätt Raban Truchseß von Wilburgstetten eine ewige Pfarre (Priesterstelle) für die drei Dörfer Leerstetten, Großschwarzenlohe und Furth stiftete. Den Ort Furth hatte es vorher schon gegeben.

Aus Holz Holzkohle gemacht

Die ersten Ansässigen waren Köhler, die etwa um 1200 am Hennabach, dem heutigen Hembach, sesshaft wurden. Sie stellten aus Holz Holzkohle her, lebten auch ansonsten von dem, was der Wald hergab: Früchte, Beeren und Kräuter. Sie wohnten unmittelbar an ihren Meilern in Katen, auch Kotten genannt.

Der Hennabach (jetzt Hembach) hat seinen Namen von Auerhähnen, die früher das Gebiet besiedelten. Der Name Furth lässt sich ebenfalls leicht erschließen: Hier führte eine Furth, eine vergleichsweise flache Stelle, durch den Bach. Sie wurde von Kaufleuten, die nach Nürnberg zogen, gerne genutzt, um den Zoll, den sie bei der Durchquerung des Gebietes der Markgrafen von Ansbach zahlen mussten, zu umgehen. Diese Furth ist heute lediglich auf Luftbildern noch zu erkennen.

Den Aufbau eines Meilers erläuterte Gerhard Sommer. Auf einem Meilerplatz war einer aufgebaut. Die Herstellung der Holzkohle hatte die Bewohner von Furth wohlhabend gemacht, denn die Nachfrage stieg mit der Industrialisierung an.

Völlig neu war die Vorstellung verschiedener Berufe, die in früheren Zeiten in Furth neben der Köhlerei außerdem ausgeübt wurden. Zu diesen zählte zum Beispiel die Schäferei. Die Köhlerfreunde konnten hierfür Florian Hiltner aus Heilsbronn gewinnen, der auch einige seiner Schafe mitgebracht hatte. Vorgestellt wurde auch das Imkerhandwerk, das der Waldimkerverein Schwand den Besuchern näher brachte. Vorführungen über die Kunst des Schmiedens fanden im Ort statt. Diese präsentierte Hans Sommer. Auch das Klöppelhandwerk einschließlich der Gewinnung von Wolle mit dem Spinnrad konnten die Besucher bestaunen. Dieses führten Irmgard Lengenfelder, Grete Rothenbucher und Magdalena Eisenkolb vor.

An verschiedenen Informationstafeln konnten sich die Besucher über die Herstellungsweise von Holzkohle und über Furth erkundigen.

Mit der Kutsche unterwegs

Auch das übrige Programm des Köhlerinformationstages erfreute sich großer Beliebtheit. Die Further Köhlerfreunde sorgten rund um den „Stodl“, einer früheren Scheune, für die Verköstigung der zahlreichen Gäste. Für die Kinder gab es ein kleines handbetriebenes Karussell. Sie konnten außerdem Papier selbst schöpfen und damit Grußkarten gestalten. Darüber hinaus gab es einen Büchertisch, dessen Erlös für die Jugendarbeit der in Schwanstetten tätigen Kirchengemeinden bestimmt ist. Besonders beliebt waren die Kutschfahrten durch den Wald mit Gerhard Peipp und Harald Rödl vom Reiterhof in Harm. Auch eine Tombola, bei der unter anderem Produkte aus Furth gewonnen werden konnten, hatten die Köhlerfreunde organisiert.

Besuch erhielt das Fest von den Schlepperfreunden Oberreichenbach, die mit zahlreichen Oldtimer-Traktoren anrückten. 

anh

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