Donnerstag, 17.01.2019

|

Schwabach: Aktionsbündnis wirbt für Volksbegehren

ÖDP lädt zur Gründung am Donnerstag ein — Ab Ende Januar bis Mitte Februar kann man sich in den Rathäusern in die Listen eintragen - 08.01.2019 13:00 Uhr

Beim Volksbegehren geht es auch, aber nicht nur um die Bienen. Die Werbemaßnahmen für das Volksbegehren will in Schwabach ein lokales Aktionsbündnis koordinieren, das sich am Donnerstag gründen will. © Foto: Felix Kästle/dpa


Für den Erfolg des Volksbegehrens zur Rettung der Artenvielfalt in Bayern müssen sich zehn Prozent der bayerischen Wahlberechtigten zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar in den Rathäusern in Listen eintragen. "Das sind rund eine Million Menschen. Hierfür werden viele aktive Helfer und ein starkes lokales Aktionsbündnis benötigt", so ÖDP-Kreisvorsitzender Roland Wolkersdorfer in einer Pressemitteilung.

Eingeladen sind alle Organisationen, Gruppierungen und Parteien, die aktiv oder ideell des Volksbegehren unterstützen möchten, aber auch jede Privatperson, die zum Erfolg beitragen möchte.

Durch das lokale Aktionsbündnis soll vor allem die Werbung für das Volksbegehren in der Stadt Schwabach organisiert und koordiniert werden.

Breites Bündnis

"Das Volksbegehren Artenvielfalt ist ein breites Bündnis von engagierten Menschen, Organisationen und Unternehmen. Mehr als 100 Bündnispartner unterstützen das Volksbegehren Artenvielfalt", heißt es auf der Internetseite des Volksbegehrens.

Getragen wird "Rettet die Bienen!" von der ÖDP, der Initiatorin des Volksbegehrens, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und den Grünen. Wesentliche Unterstützer sind unter anderem der Bund Naturschutz, und der Landesverband Bayerischer Imker. Der Grund für das Volksbegehren: In Bayern gehen viele Tier- und Pflanzenarten massiv in ihrem Bestand zurück oder sterben sogar aus, so die Initiatoren. Besonders betroffen seien Insekten, deren Zahl in wenigen Jahrzehnten um etwa 75 Prozent zurückgegangen seien. "Jeder, der mit dem Auto unterwegs ist, erlebt diesen Bestandsrückgang: Während früher die Windschutzscheibe mit toten Insekten bedeckt war, kann man heute wochenlang fahren, ohne das Fenster zu putzen. Der Rückgang der Insekten verläuft zeitgleich mit dem Rückgang blühender Wiesen und anderer natürlicher Lebensräume, welche die Insekten für Nahrung und Fortpflanzung benötigen", heißt es weiter. "Darunter leiden auch alle Insektenfresser, allen voran Vögel."

Dieser Rückgang sei nicht nur ein Verlust unserer Lebensqualität, sondern eine konkrete Gefahr für unsere Zukunft. Denn wenn das Zusammenspiel zwischen der Pflanzen- und Tierwelt und dem Menschen gestört werde, werde vieles, was heute noch selbstverständlich wirke, in Zukunft nicht mehr möglich sein — allem voran die natürliche Bestäubung der Pflanzen durch Insekten.

Besseres Gesetz

Das Ziel des Bündnisses: "Wir möchten daher den Rückgang der Arten minimieren, indem wir das bayrische Naturschutzgesetz in wesentlichen Teilen verbessern."

In diesem Gesetz soll es keineswegs nur um die Bienen gehen — trotz des Titels "Rettet die Bienen!". "Natürlich geht es uns um den Schutz und die Erhaltung aller in Bayern lebender Arten. Dabei ist der Rückgang der Insekten allerdings besonders gravierend und besorgniserregend, weil sie zum einen vielen anderen Tieren als Nahrung dienen und weil viele von ihnen wichtige Bestäuber sind."

Bienen seien besonders gut geeignet als Beispiel, weil alle Menschen verstünden, wie wichtig Bienen als Bestäuber sind – und dadurch für unsere Nahrungsgrundlage. 

st

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Schwabach