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Was die Grünen im Kreisverband fordern

MdB Agnes Krumwiede und Dr. Toni Hofreiter gestalteten musikalisch-literarisch-politischen Abend - 05.05. 09:37 Uhr

SCHWABACH  - Wer eine Konzertpianistin in seinen Reihen hat, dem fällt es leicht, einen Klavierabend zu veranstalten. Agnes Krumwiede aus Ingolstadt ist für die Grünen also ein besonderer Glücksfall.


Engagierte Politikerin und versierte Konzertpianistin: Agnes Krumwiede in Schwabach.
Engagierte Politikerin und versierte Konzertpianistin: Agnes Krumwiede in Schwabach.
Foto: Schmitt
Engagierte Politikerin und versierte Konzertpianistin: Agnes Krumwiede in Schwabach.
Engagierte Politikerin und versierte Konzertpianistin: Agnes Krumwiede in Schwabach.
Foto: Schmitt

Denn die 34-Jährige ist nicht nur professionelle Musikerin. Seit 2009 ist sie Mitglied des Bundestags und dort kulturpolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. In Schwabach war sie Hauptakteurin eines „musikalisch-literarisch-politischen Abends“ des Grünen-Kreisverbands. Krumwiede bewies in beidem ihre Klasse: Am Klavier und in der Vermittlung politischer Botschaften. Sie beleuchtete insbesondere die Situation der Frauen im Kulturbetrieb.

Ihr Fraktionskollege Dr. Toni Hofreiter aus Unterhaching ist Biologe und verkehrspolitischer Sprecher in Berlin. Er forderte einen Umbau der Industriegesellschaft hin zu ökologisch-nachhaltiger Produktion und eine Wende in der Mobilitätspolitik. „Das Auto wird immer eine wichtige Rolle spielen“, räumte Hofreiter ein. „Aber mit geringem Kohlendioxidausstoß und nicht wie der Porsche Cheyenne mit einem Spitzenverbrauch von 67 Litern auf 100 Kilometern.“

Frauen sind immer noch unterrepräsentiert

Agnes Krumwiede bemängelte, dass Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb immer noch unterrepräsentiert sind. „Sie werden diskriminiert“, sagte sie, „insbesondere, wenn es um Gestaltungsmacht geht“. Sie forderte „eine Frauenquote, um die Diskriminierung zu beenden“. Zugleich kritisierte die kunstbeflissene Politikerin (oder politische Künstlerin) das Bildungspaket der Bundesregierung. Sie hielt es für zu wenig und für zu spät, Geld für Stunden in der Musikschule bereitzustellen. „Kinder brauchen viel früher Anreize, bereits in der Kita und in der Schule muss es mehr kreative Bildungsinhalte geben“, sagte sie und regte Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern an, die solche Inhalte vermitteln könnten. In Ingolstadt funktioniere das auf ihre Initiative hin über ein Internet-Portal bereits sehr gut, so Krumwiede.

„Es ist der falsche Weg, musische Fächer zu streichen“, war Krumwiede überzeugt. „Es geht um die Fähigkeit zu gestalten, und das lernt man nur, wenn man mitmacht.“

Im selben Maße trat sie für die Anerkennung jugendkultureller Ausdrucksformen ein. „Nicht an Jugendzentren sparen“, lautete hier ihre Botschaft.

Massiver Ausbau der Schiene gefordert

Für Toni Hofreiter entscheidet sich in den nächsten 30 Jahren, ob die Lebensgrundlagen für die Menschheit so erhalten bleiben, „dass auch unsere Enkel noch ein gutes Leben führen können“. Seiner Meinung nach können wir den erforderlichen Wandel aber schaffen. Als wichtigstes Feld sah Hofreiter dabei eine umweltverträgliche und soziale Art der Fortbewegung an. „Unser Wohlstand ist völlig abhängig von einem funktionierenden Mobilitätssystem“, erklärte Hofreiter. „Deshalb brauchen wir einen massiven Ausbau der Schiene und eine grundlegende Änderung der Automobilindustrie hin zu abgasarmen Fahrzeugen.“ Ebenso müsse der Öffentliche Personen-Nahverkehr verbessert werden, damit Mobilität für alle möglich werde, verlangte der grüne Verkehrspolitiker.

Der kulturelle Teil des außergewöhnlichen Abends hatte den Titel „Starke Frauen“. Agnes Krumwiede spielte klassische und zeitgenössische Stücke weiblicher Komponisten wie Clara Schumann, Fanny Hensel und der Japanerin Mayako Kubo. Die Schauspielerin Christine Nonnast las aus Briefen und Tagebuchaufzeichnungen dieser Frauen, aus denen die Schwierigkeiten weiblicher Kulturschaffender in Klassik und Moderne deutlich wurden. Ein brandaktuelles Gedicht einer der bedeutendsten zeitgenössischen japanischen Lyrikerinnen, Meiko Matsudaira, mit dem Titel „Nachbeben“ stammte aus dem Zyklus „Gedichte aus Fukushima vom 23. März 2011“.
  



ROBERT SCHMITT

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