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Schwabinger Bombe: Sprengung ging glimpflich aus

Blindgänger unter Kultkneipe: Etliche Brände und Schäden nach der Detonation - 29.08.2012 00:32 Uhr

Unser Foto zeigt die Sprengung der Fliegerbombe in Schwabing.

Unser Foto zeigt die Sprengung der Fliegerbombe in Schwabing. © dpa


Dabei gingen viele Fenster zu Bruch, es entstanden kleinere Brände. Die Bombe hatte die Einsatzkräfte und Tausende Bürger mehr als 24 Stunden lang in Atem gehalten.

Nachdem der am Montag entdeckte Blindgänger nicht wie geplant entschärft werden konnte, wurde er am Dienstagabend wenige Minuten vor 22.00 Uhr von Spezialisten kontrolliert gesprengt. Die Detonation war in der 1,4 Millionen Einwohner großen Stadt kilometerweit zu hören, verletzt wurde laut Feuerwehr bei der ganzen Aktion niemand.

 

Nach der Detonation der Bombe rückten zahlreiche Einsatzkräfte aus.

Nach der Detonation der Bombe rückten zahlreiche Einsatzkräfte aus. © dapd




 «In der näheren Umgebung sind fast alle Scheiben kaputt gegangen», sagte Diethard Posorski vom Sprengkommando München nach der Aktion der Nachrichtenagentur dpa. Dennoch war der Kampfmittelräumer zufrieden. Größere Schäden an den benachbarten Häusern seien nicht zu erkennen.

Die Feuerwehr musste nach der Explosion allerdings mehrere kleine Brände löschen. Ein Feuerwehrsprecher sagte, dass das Stroh, das in der Umgebung aufgebaut wurde, um den Druck bei der Detonation zu verringen, in Flammen aufging und durch die Gegend geschleudert wurde. Die brennenden Strohballen landeten teilweise auf den Dächern der Nachbarhäuser. «Das sieht dann spektakulär aus», meinte der Feuerwehrsprecher. Die Brände seien aber schnell gelöscht worden, auf die Häuser hätten die Flammen nicht übergegriffen. Insgesamt sei die Sprengung gut verlaufen.



Die direkt an der Fundstelle gelegenen Häuser sollten nun noch von Experten auf eventuelle Schäden durch die Detonation untersucht werden, ehe die Bewohner zurückkehren können. Laut einen Polizeisprecher war noch unklar, ob die Mieter bereits in der Nacht oder eventuell erst am Mittwoch in ihre Wohnungen zurückkönnen.

   Ursprünglich sollte die 250 Kilogramm schwere Bombe bereits am Abend des Montags entschärft werden, dies war aber nicht möglich. Als die Experten erkannten, dass die Bombe extrem gefährlich ist und jederzeit hochgehen könnte, lief noch in der Nacht zum Dienstag eine große Evakuierungsaktion in einem Radius von 300 Metern an. Rund 2500 Menschen mussten bei Bekannten oder in Notunterkünften übernachten.

   Am Mittwochnachmittag weiteten die Behörden die Sperrzone rund um den Fundort auf dem ehemaligen Gelände der Kultkneipe «Schwabinger 7» aus. In einem Radius von einem Kilometer um den Fundort der Fünf-Zentner-Bombe durften sich die Münchner nicht mehr draußen aufhalten. Anwohner in dem Bereich durften zwar in ihren Wohnungen bleiben, mussten sich aber von ihren Fenstern fernhalten.

Diethard Posorski vom Kampfmittelräumdienst neben dem corpus delicti, jener Fliegerbombe, die seit Montag für einen Ausnahmezustand in München sorgt.

Diethard Posorski vom Kampfmittelräumdienst neben dem corpus delicti, jener Fliegerbombe, die seit Montag für einen Ausnahmezustand in München sorgt. © dpa




   Zahlreiche Straßen wurden zudem gesperrt, ebenso wie die U-Bahn-Station Münchner Freiheit und drei weitere Bahnhöfe, zwei U-Bahn-Linien wurden unterbrochen. Selbst der stark befahrene Mittlere Ring, so etwas wie die Münchner Stadtautobahn, war nicht mehr uneingeschränkt befahrbar.

   Die Entschärfung hatte sich immer weiter verzögert, weil 70 Autos abgeschleppt und der Fundort so gut wie möglich abgesichert werden musste. Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes verteilten 10 000 Sandsäcke um die Bombe, um die Splitterfolgen bei der Explosion so gering wie möglich zu halten.

Ein Polizist zieht am Dienstag ein Absperrband
über die Leopoldstrasse, um den Gefahrenbereich einer aufgefundenen Fliegerbombe zu markieren.

Ein Polizist zieht am Dienstag ein Absperrband über die Leopoldstrasse, um den Gefahrenbereich einer aufgefundenen Fliegerbombe zu markieren. © dapd




   Bei der Bombe, die sich etwa einen Meter tief im Erdboden befunden habe, handelte es sich nach Angaben Posorkis um eine amerikanische Fliegerbombe mit Langzeitzünder, der durch eine Glasampulle mit Aceton ausgelöst werden sollte. Eine Entschärfung sei deutlich schwieriger als bei einer rein mechanisch funktionierenden Bombe mit Aufschlagzünder. Nur rund zehn Prozent der Sprengbomben waren nach Expertenangaben mit derartigen Langzeitzündern ausgerüstet. Weil sie aber häufig versagten, ist ihr Anteil an den Blindgängern hoch.

   Die 250-Kilo-Bombe war am Montag bei Bauarbeiten im Stadtteil Schwabing gefunden worden. Zunächst sollten nur rund 800 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Am späten Montagabend entschied die Einsatzleitung, die Evakuierungszone zu erweitern. Weitere 1700 Anwohner mussten in Schulen und andere Sammelunterkünfte.

 

 

 

Ein 250-Kilo-Blindgänger ist am Dienstag in der Nähe der Münchner Freiheit in München (Oberbayern) mit Sandsäcken bedeckt.

Ein 250-Kilo-Blindgänger ist am Dienstag in der Nähe der Münchner Freiheit in München (Oberbayern) mit Sandsäcken bedeckt. © dpa


  

dpa/dapd

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