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Wegen S-Bahn-Erweiterung: Pegnitzbrücken droht Abriss

Neue Verbindung nach Simmelsdorf: Bürgermeister hoffen auf Start in 2025 - 16.04.2018 05:39 Uhr

Um eine Elektrifizierung der Bahnstrecke durch das Pegnitztal zu ermöglichen, müssen wohl etliche historische Brücken weichen. © Udo Schuster


Nicht nur nach Neuhaus an der Pegnitz, sondern auch nach Simmelsdorf soll also künftig von Nürnberg aus eine S-Bahn fahren. Voraussetzung dafür ist die Elektrifizierung der beiden Strecken. Womöglich schon Mitte der 2020er Jahre soll es so weit sein. "Wir machen Dampf, dass alles schnell vorangeht", so Joachim Herrmann.

Die drei Rathauschefs von Simmelsdorf, Schnaittach und Neunkirchen am Sand hatten den bayerischen Innenminister zu einem Gespräch nach Simmelsdorf eingeladen. Zwar ist Herrmann mittlerweile für Verkehrsangelegenheiten gar nicht mehr zuständig - die Bereiche Bau und Verkehr gehören in der neuen Legislaturperiode zum Aufgabenbereich seiner Kollegin Ilse Aigner.

Halbstundentakt nach Nürnberg

Herrmanns Aussage war dennoch klar: "Beide S-Bahn-Äste, nach Neuhaus und nach Simmelsdorf, sind Gegenstand des Auftrags an die Deutsche Bahn." Die Elektrifizierung der Strecke sei für den Großraum Nürnberg eine wichtige Perspektive, so der Innenminister.

Aktuell fährt die Schnaittachtalbahn auf der Strecke R31 bis Simmelsdorf mit Dieselloks im Einstundentakt von Nürnberg über Neunkirchen und Schnaittach nach Simmelsdorf und zurück. Weiter ist die Strecke nicht ausgebaut und sie führt auch nur eingleisig in die Gemeinde.

Nach der Elektrifizierung könnten die S-Bahnen von Neunkirchen im Halbstundentakt nach Nürnberg fahren, so Neunkirchens Bürgermeisterin Martina Baumann. Optimistisch gedacht könnte es bis 2025 so weit sein, so Baumann. Das ist auch der Wunsch ihres Simmelsdorfer Kollegen Perry Gumann.

Bahnausbau wichtiger als Denkmalschutz

Für die Strecke nach Neuhaus und darüber hinaus bedeutet die Elektrifizierung, dass voraussichtlich einige historische Bahnbrücken im Pegnitztal weichen müssen. Joachim Herrmann sah dazu "keine unüberwindbaren Probleme".

Schnaittachs Bürgermeister Frank Pitterlein sagte, der Bahnausbau sei wichtiger als der Denkmalschutz. Seine Neunkirchener Kollegin Martina Baumann äußerte auf Nachfrage, die Bahnbrücken hätten zwar einen gewissen historischen Wert und prägten die Landschaft, davon könne man sich aber nichts kaufen.

Sanierung womöglich günstiger

Die Bürgerinitiative "Eisenbahnbrücken Pegnitztal" setzt sich für den Erhalt der denkmalgeschützten Bauwerke ein. Bereits im Herbst 2017 hatte ein Experte in der Sendung Kontrovers im Bayerischen Fernsehen gesagt, ein Abriss wäre trotz Elektrifizierung bei vielen Brücken nicht nötig, eine Sanierung wäre sogar günstiger.

Die Bahn möchte die meisten Brücken dennoch abreißen. Einen Neubau müsste der Bund bezahlen, die Sanierung wäre Sache der Bahn. Joachim Herrmann deutete an, dass alles auf einen Abriss der meisten Bauwerke hinausläuft. Der Ausbau der Strecke habe Vorrang, so der bayerische Innenminister. 

Andreas Kirchmayer

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