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83 Prozent sind gegen AF-Kennzeichen

Die Onlineumfrage ist abgeschlossen - 07.02.2013 11:19 Uhr

Das Ende der Gedankenspiele? Landrat Gerhard Wägemann hatte Altmühlfranken als möglichen Kompromiss in der Kennzeichendebatte im Blick. Die öffentliche Meinung scheint das abzulehnen. © Renner (Archiv)


Eine klare Absage an die Umbenennung des Landkreises in Altmühlfranken. Was die teils harschen Kommentare im Internet bereits nahelegten, wurde mit dem Endergebnis zur Gewissheit. Nur 17 Prozent der knapp 600 Menschen, die sich auf www.weissenburger-tagblatt.com mit einem Klick an der Umfrage beteiligten, wünschen sich einen Landkreis Altmühlfranken und damit einhergehend das Autokennzeichen AF.

Weniger eindeutig sieht es bei der Frage aus, ob der Landkreis das bei der Gebietsreform 1972 abgeschaffte Kennzeichen GUN wiedereinführen soll. Zwar würden es 300 On­linevoter am allerliebsten bei WUG belassen und nur 200 wollen ihr GUN zurück, die Beteiligung in der Altmühlstadt dürfte aber geringer ge­wesen sein als in Weißenburg. Der Gunzenhausener Altmühl-Bote hatte die Umfrage zwar auf seiner Onlineseite, nicht aber in der Druckausgabe aufgegriffen.

Bürgerentscheid auf Kreisebene

Das Ergebnis der Abstimmung dürf­te in der Politik mit Interesse aufgenommen werden. Möglicherweise ist eine Landkreisumbenennung damit bereits vom Tisch. Am 28. Februar will sich Landrat Gerhard Wägemann mit den Fraktionsvorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien sowie mit dem Gunzenhausener Bürgermeis­ter Joachim Federschmidt treffen, um das Thema zu besprechen.

ÖDP-Kreisrat Reinhard Ebert hält eine Umbenennung des Landkreises in Altmühlfranken immerhin für vorstellbar. Gegenüber unserer Zeitung kündigte er aber an, dass diese Entscheidung die Bürger treffen müssten. Sollte die Umbenennung konkret werden, müsste ein Bürgerentscheid auf Landkreisebene her.

Die Diskussion um einen neuen Landkreisnamen kam im Zuge der möglichen Zulassung von Altkennzeichen auf. Landrat Wägemann hält wenig davon, dass in Weißenburg-Gunzenhausen in Zukunft mehrere Kennzeichen gültig sein sollen. Man habe sich die vergangenen Jahre bemüht, Gräben zwischen Weißenburg und Gunzenhausen zuzuschütten und eine gemeinsame Identität zu fördern, da wäre es ein falsches Signal, wenn die beiden großen Städte im Landkreis nun wieder eigene Kennzeichen hätten, findet der Landrat.

Zwei positive Kommentare

Er brachte deshalb eine Umbenennung des Landkreises in Altmühlfranken, verbunden mit dem Kennzeichen AF, als Kompromisslösung ins Spiel. Keine so schlechte Idee, fanden offenbar zumindest einige Kommunalpolitiker in der Altmühlstadt und deuteten an, dass unter diesen Umständen ein Verzicht auf GUN möglich wäre.

Die öffentliche Meinung scheint al­lerdings weniger von derlei Kompromissen zu halten. Das zeigte sich auch in den 45 Kommentaren, die Leser im Internet zu den Artikeln rund um die AF-Debatte abgaben. Lediglich zwei Nutzer äußerten sich positiv. „Ich persönlich finde ,Altmühlfranken‘ gefälliger als Weißenburg-Gunzenhausen, das doch sehr bürokratisch klingt“, stellte ein Leser fest. „Ein Gefühl für regionale Identität ist aber nicht zu unterschätzen. Und es ist sicher klüger, einen Namen zu nehmen, der für beide Seiten neu ist, als Altkennzeichen wieder aufzuwärmen“, kommentierte ein anderer.

Ansonsten hagelte es vor allem kritische Kommentare. Viele Leser wollten die Notwendigkeit einer Umbenennung nicht nachvollziehen und fragten, ob der Landkreis nicht wichtigere Probleme hätte. 

Jan Stephan

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