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„Das Glück ist mit den Doofen”

Luna-Bühne feierte Premiere von „Zwei wie Bonnie und Clyde” - 19.02.2013 13:58 Uhr

„Heute ist der Tag, an dem wir das große Geld machen:“ Manni (Harald Nißlein) plant den großen Coup und will die nächste Bank ausrauben, doch die hirnmäßige Ausstattung seiner Komplizin Chantal (Brigitte Brunner) steht dem entgegen. © Renner


Manni und Chantal hingegen werden es kaum zu großer Berühmtheit bringen – zumindest nicht als Bankräuber. Eher schon als eines der dusseligsten Ganovenpärchen, das die Welt gesehen hat. Zu erleben sind sie auf der Luna-Bühne in Weißenburg in der Komödie „Zwei wie Bonnie & Clyde“. Am Sonntagabend war Premier des Zwei-Personen-Stücks mit Harald Nißlein als Manni und Brigitte Brunner in der Rolle der Chantal.

Die hat zwar rötliches Haar, übertrifft aber jeden Blondinenwitz um Längen. Mannis Bemühungen, irgendwie doch noch bei einem Bankraub an ganz viel Geld zu kommen, werden stets von der Dummheit seiner Partnerin torpediert. Allerdings brennen bei ihm auch nicht alle Kerzen am Leuchter. Das Drama beginnt schon beim ersten Banküberfall, bei dem die beiden immerhin zwei Fertiggerichte, ein Päckchen Kaffee und Klopapier erbeuten – weil Chantal die falsche Plas-tiktüte ergriffen hat.

Doch damit nicht genug. Als ein Radiosprecher berichtet, Bankräuber hätten die Tüte mit 100 000 Euro Beute am Tatort zurückgelassen, seien dafür aber mit den Einkäufen einer Kundin auf der Flucht, wundert sich Manni, wie man so dumm sein kann und warum nichts über ihren eigenen Überfall gebracht wird. Seine Verwunderung ist schnell vorbei, als Chantal die Beute auspackt. Sie allerdings stellt mit großen Kulleraugen fest: „Ich glaube, uns ist dasselbe passiert, wie denen im Radio.“

Die Sache mit rechts und links

In der Folge wird’s nicht besser. Beim nächsten Überfall sind andere Gauner einfach schneller, und beim dritten Mal besorgt Chantal ihrem Clyde statt einer reißfesten eine blick-dichte Strumpfhose als Maske, was dem Überfall auch nicht zum Vorteil gereicht. Dass sie noch stundenlang in der Gegend herumirren, weil Chantal ständig rechts und links verwechselt die Straßenkarte dauernd dreht, vervollständigt das Chaos.

Seinen Unterschlupf hat das Duo in einem Schuhlager. Die Flucht von dort wird zum Problem, weil Chantal an der Tankstelle nur Schokoriegel und Bier einkauft, das Fluchtfahrzeug aber nicht betankt. So muss Manni erkennen, dass seine Chantal weder die richtige kriminelle Energie, noch die hirnmäßige Ausstattung besitzt, um ihm als raffinierte Komplizin zu assis-tieren. Und irgendwann stellt er fest: „Bei Dir herrscht doch das absolute Vakuum im Kopf.“

Brigitte Brunner mimt die strohdumme, aber liebenswerte Chantal herrlich und auch Harald Nißlein nimmt man den geduldigen, intelektuell aber eher dürftig ausgestatteten Gernegroß ab. Die Mimik ist prima, die Pointen sitzen und den beiden gelingt es, über die mehr als anderthalbstündige Spieldauer die Spannung zu halten.
Das Publikum lacht ein ums andere mal schallend. Auch zum Schluss. Die Geschichte aus der Feder von Sabine Misiorny und Tom Müller steuert auf ein Happy Ende für Chantal zu. Zu viel sei an dieser Stelle davon aber nicht verraten. Nur so viel: „Das Glück ist mit den Doofen“, stöhnt Manni. 

ROBERT RENNER

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