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Das "Wir-Gefühl" der Weißenburger Volleyballerinnen

TSV-1860-Team hat den Landesliga-Aufstieg perfekt gemacht - 20.03.2017 08:52 Uhr

Strahlten mit ihrem Trainer um die Wette: Die erfolgreichen Weißenburger Volleyball-Damen mit Michael Marik und ihren Aufsteiger-T-Shirts.

Strahlten mit ihrem Trainer um die Wette: Die erfolgreichen Weißenburger Volleyball-Damen mit Michael Marik und ihren Aufsteiger-T-Shirts. © Uwe Mühling


Die Bilanz am Ende der Saison spricht ganz klar für das Team von Trainer Michael Marik: 13 von 16 Spielen hat die Weißenburger „Erste“ für sich entschieden und damit 36 Punkte verbucht. Hinzu kommt das beste Satzverhältnis (42:18). All das bescherte Platz eins vor der SGS Erlangen II und dem TSV Ansbach II. Die Erlangerinnen (33 Punkte, 36:19 Sätze) sicherten sich am letzten Spieltag durch ein 3:1 gegen Ansbach (31, 39:27) die Vizemeisterschaft und damit die Aufstiegsrelegation.

Sekt, Shirts und Soho

Das TSV-1860-Team musste zum Abschluss nur auf sich schauen und seine beiden Partien gewinnen. Das gelang eindrucksvoll: Im ersten Match gegen Schlusslicht und Absteiger TuS Feuchtwangen stand am Ende ebenso ein überzeugender 3:0-Sieg wie im anschließenden Match gegen den TSV Windsbach, der bis dato immerhin Vierter war und nun auf Rang sechs abrutschte, weil er auch gegen Absteiger Feuchtwangen verlor.

Im Weißenburger Lager herrschte nach dem erneuten Doppelsieg riesige Freude. Gleich nach Spielschluss köpften die Mädels um Spielführerin Anne Eberle die erste Sektflasche und packten ihre Landesliga-Aufsteiger-
T-Shirts aus. Nachdem sie das dritte Match des Tages als Schiedsgericht über die Bühne gebracht hatten, ging es am Abend zur Feier ins Soho.

Das Happy End war zu Beginn der Saison im Oktober vergangenen Jahres nicht unbedingt zu erwarten. Weißenburg I ging nur mit acht Damen in die Spielzeit 2016/2017, nachdem ge­genüber dem Vorjahr drei Spielerinnen aus diversen Gründen hatten aufhören müssen. Durch den kleinen Ka­der, so Trainer Michael Marik, entwi­ckelte sich jedoch von Beginn an ein großes „Wir-Gefühl“. Und auch eine gewisse „Jetzt-erst-recht“-Mentalität.

Sektlaune: Nach dem letzten Saisonspiel wurde die erste Flasche geköpft.

Sektlaune: Nach dem letzten Saisonspiel wurde die erste Flasche geköpft. © Uwe Mühling


Das waren letztlich auch die Faktoren, die in schwierigen Zeiten weiterhalfen. Im ersten Aufeinandertreffen unterlagen die Weißenburgerinnen nämlich sowohl der SGS Erlangen (0:3) als auch dem TSV Ansbach II (1:3). Im jeweils zweiten Vergleich mit den beiden Konkurrenten drehten die TSV-1860-Damen allerdings den Spieß um. Ein 3:2 gegen Ansbach und ein 3:0 gegen Erlangen ebneten den Weg zum Titel, auf dem die Marik-Truppe im Endspurt elf Siege in Folge feierte und im Jahr 2017 komplett ungeschlagen blieb. Die drei Saisonniederlagen datierten alle vom ersten Saisondrittel, wo man außer gegen den Zweiten und Dritten auch beim Fünften TB Erlangen den Kürzeren zog.

Gerade in den entscheidenden Begegnungen zeigte die Weißenburger Meistermannschaft die nötige Nervenstärke und hatte noch einen weiteren Trumpf in der Hand: „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Spielführerin Anne Eberle. Der Kern der Truppe baggert, pritscht und schmettert seit Jahren gemeinsam, hat über die Jahre hinweg große spielerische Qualitäten entwickelt und hat auch schon einiges gemeinsam erlebt.

Zweimal gelang unter Coach Marik – der Fürther ist seit 2009 in Weißenburg tätig – der Sprung von der Bezirksklasse in die Bezirksliga. Zwischendrin musste man zusammen einen Abstieg verdauen, um nun zum Höhenflug in die Landesliga anzusetzen.

Damit knüpft die jetzige Weißenburger Mannschaft an die großen Erfolge in den 1970er- und 1980er-Jahren an, als der damalige TV 1860 über eine längere Zeit hinweg in der Landesliga und sogar in der Bayernliga auftrumpfte. Coach war damals Rudi Krach, dessen Tochter Lena-Maria nun ebenso zum Meisterteam gehört wie der Nachwuchs von früheren Erfolgsspielerinnen. Anne Eberle und Karin Miedel sind die Töchter von Inge Pfitzinger-Miedel, Theresa Schie-le die Tochter von Helga Pfitzinger-Schiele. Nach den Müttern sind nun also auch die Töchter auf Erfolgskurs.

Kleiner Kader, großer Erfolg

Die acht Spielerinnen Anne Eberle, Theresa Allertseder, Vanessa Hackl, Carolin Haasler, Lena-Maria Krach, Anna Loy, Theresa Schiele und Sina Übelacker bildeten den Kern der Aufstiegsmannschaft. Zum Kader gehört ferner Karin Miedel, die wegen Auslandsstudium und Verletzung aber kaum zur Verfügung stand. Christine Kircher half zwischenzeitlich mal aus, und am letzten Spieltag gehörte auch noch Jennifer Tuschl aus der eigenen zweiten Mannschaft zum Erfolgsteam.

Apropos „Zweite“: Wie berichtet, hat sich Weißenburg II den zweiten Platz in der Kreisliga Süd gesichert und hat nun Anfang April die Chance, in der Relegation in die Bezirksklasse hochzuklettern. Der Doppelaufstieg der Damen wäre für die Volleyball-Abteilung des TSV 1860 das i-Tüpfelchen auf eine schon jetzt sehr erfolgreiche Saison. 

UWE MÜHLING

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