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Die Seelsorge im Bistum Eichstätt strukturiert sich neu

Bischof Hanke zelebrierte Gottesdienst in Pleinfeld - 20.03.2017 06:02 Uhr

„Die heilige Eucharistie wird auch in den neuen Pastoralen Räumen gewährleistet sein“: Diese Aussage machte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke am Rande der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats in Pleinfeld. Nach der Versammlung feierte der Oberhirte einen Festgottesdienst in St. Nikolaus.

„Die heilige Eucharistie wird auch in den neuen Pastoralen Räumen gewährleistet sein“: Diese Aussage machte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke am Rande der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats in Pleinfeld. Nach der Versammlung feierte der Oberhirte einen Festgottesdienst in St. Nikolaus. © Steiner


Für die Bistumsleitung ist diese Neustrukturierung einer von mehreren Schritten, die die Pastoral in der Diözese auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten sollen. Denn dass
man auch im Bistum nicht mehr nach dem „Maleda“-Prinzip leben könne, machte Domkapitular Alfred Rottler deutlich, der der Beauftragte für die Neuordnung der „Pastoralen Räume“ ist. Das Prinzip „Das habe ich schon meinen Lebtag so gemacht“ (Maleda) funktioniere nicht mehr.

Schließlich kommen Bischof Gregor Maria Hanke in seinem Bistum Eichstätt pro Jahr rund 3 000 Schäfchen abhanden, berichtete der Oberhirte und verwies noch auf eine andere Prognose: „Ab dem Jahr 2020 werden wir Christen in Deutschland bereits die Minorität sein.“ Hinzu komme, dass auch das Interesse an pastoralen Berufen stetig nachlasse. Aus diesem Grund gebe es aus Sicht der Bistumsleitung drei große Ziele: die Neuordnung der Finanzen, die Neustrukturierung von Arbeitsprozessen und eine größere Transparenz.

Im Wesentlichen, erklärte Generalvikar Isidor Vollnhals, müsse man für die Zukunft zwei Fragen beantworten: „Was ist pastoral notwendig und was können wir uns leisten?“ Schließlich sei auch das Einkommen der Kirche nicht beliebig vermehrbar. Die vergangenen drei Haushalte des Bistums waren defizitär. Aus diesem Grund müsse man auch ein besseres Controlling etablieren, das bislang in Teilbereichen noch fehle. So gibt es zum Beispiel Vollnhals zufolge noch keine externe Innenrevision, die eigentlich auch im Bistum Standard sein sollte.

Die Strukturreform bezeichnete der Generalvikar als „gewaltige Herausforderung“, zu der es aber keine Alternative gebe. Schließlich müsse die Liquidität gesichert werden, und es gebe im Bistum bereits einige Kirchenstiftungen, die insolvent seien.

Dass künftig in Zeiten des zunehmenden Priestermangels auch die Laien eine immer wichtigere Rolle spielen werden, kann Bischof Hanke zufolge auch eine Chance sein. Auch die frühchristliche Urkirche sei eine „Ehrenamtskirche“ gewesen sein, erinnerte der Eichstätter Oberhirte im voll besetzten Pleinfelder Pfarrheim und dankte Domkapitular Alfred Rottler für die Umsetzung der Strukturreform, die auch aus seiner Sicht im engen Gespräch mit der Basis und den Kirchen vor Ort abgelaufen sei.
Angesichts der Sorgen, die die Umstrukturierung für manche mit sich bringe, gab Bischof Hanke sein Versprechen: „Die Kirche soll vor Ort präsent bleiben. Die heilige Eucharistie wird in den Pastoralen Räumen weiterhin gewährleistet sein.“ Jetzt, nachdem die Reform auch vom Diözesanrat abgesegnet wurde, gehe die eigentliche Arbeit aber erst richtig los.  Aber auch das gab Bischof Hanke den Diözesanräten mit auf den Weg: „Wir waren in der Vergangenheit sehr verwöhnt und die Versorgten, aber diese Zeiten sind jetzt vorbei.“

In der Diskussion mit dem Bischof äußerten einige Diözesanräte ihre Bedenken, dass sich die Gläubigen vor Ort einfach in neue Pastorale Räume pressen ließen. Ein Argument, das auch der Oberhirte kennt: „Es gibt in vielen Pfarreien auch mentale Grenzen.“ Deshalb müsse man anfangs Hanke zufolge viel „Graswurzelarbeit“ leisten, um die Reform umzusetzen. Die neuen Pastoralen Räume bezeichnete er als „Pfarreien der Zukunft“, die ihren Schwerpunkt dort haben sollten, wo auch der Sonntagsgottesdienst gefeiert werde. 

Markus Steiner

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