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EI-Vox verbreitete gute Laune in Weißenburg

Vokalensemble begeisterte mit "Strandgut" - 21.03.2017 06:00 Uhr

Singendes Strandgut: In den unterschiedlichsten Urlaubsklamotten präsentierten sich die Akteure von „Ei-Vox“.

Singendes Strandgut: In den unterschiedlichsten Urlaubsklamotten präsentierten sich die Akteure von „Ei-Vox“. © Robert Renner


Zwei Jahre ist es her, dass die A-cappella-Formation aus Eichstätt in Weißenburg letztmals gastierte, damals noch vor einem halbvollen Haus. Jetzt war der Wildbadsaal fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Und das Publikum nahm das neu erarbeitete Programm „Strandgut“ begeistert auf.

Dass es mit viel Aufwand, vor allem aber mit Liebe zum Detail, viel Engagement, Spaß und Präzision einstudiert wurde, war nicht zu übersehen und nicht zu überhören. Ohne Mikrofone, ohne technische Hilfsmittel, unverstärkt, unverfälscht und unmittelbar nahmen die neun Sängerinnen und Sänger ihre Zuhörer mit auf eine fiktive Schiffsreise ins Mittelmeer. Die ging nicht an allen Stellen glatt, was ideale Ansatzpunkte für die komödiantischen Momente im Programm lieferte.

Da traten dann ganz unterschiedliche Charaktere auf: eine wunderbar sparsame Schwäbin genauso wie ihr Mann, das Paradebeispiel eines deutschen Touristen mit Strohhut auf dem Kopf, weit über den Bauchnabel hochgezogener Freizeithose und Sandalen, in denen Füße mit weißen Tennisso­cken steckten. Oder ein cooler Sprücheklopfer, ein miesepetriger Franke, ein Besserwisser oder auch ein naives Blumenmädchen. Sie lieferten sich alle mit Sprachwitz den einen oder anderen Schlagabtausch zwischen den Liedern und sorgten so für Heiterkeit.

Doch die Comedy ist nicht das wichtigste, sondern nur ein verbindendes Element bei Ei-Vox. Es geht dem Chor vor allem natürlich um gute Musik. Und die wurde zuhauf geboten mit einem breitgefächerten Repertoire, das vom guten alten Capri-Fischer-Schlager, mit dem Rudi Schuricke in den 1950er-Jahren einen Welterfolg hatte, über Wolle Kriwaneks schwäbisch-komödiantischem Ufo-Lied bis hin zum Rocksong „Since you’ve been gone“ aus der Feder von Russ Ballard reichte.

Großes Klangvolumen

Mit von der Partie – und auch das zeigt die enorme Bandbreite – waren ferner der Haindling-Klassiker „Pau­la“, die Beatles-Songs „Help“ und „Good day sunshine“, das Chianti-Lied von Gerhard Winkler, „Bye, bye love“, mit dem die Everly Brothers berühmt wurden, oder auch „Solang’ man Träume noch leben kann“ von der Münchner Freiheit.

Als Rahmenhandlung hat sich die Eichstätter Formation eine Mittelmeerschifffahrt ausgewählt, die sie mit viel komödiantischem Geschick, vor allem aber mit großem musikalischem Können dem Publikum präsentierten.

Als Rahmenhandlung hat sich die Eichstätter Formation eine Mittelmeerschifffahrt ausgewählt, die sie mit viel komödiantischem Geschick, vor allem aber mit großem musikalischem Können dem Publikum präsentierten. © Robert Renner


Als besondere Schmankerl bot Ei-Vox „Es ist gut, wenn Du weißt, was Du willst“ von der A-cappella-Gruppe „Ganz schön feist“ oder das amerikanische Traditional „Bring me little water, Sylvie“, bei dem der kleine Chor mit einem enormen Klangvolumen überzeugte.

Die intensive musikalische Präsenz funktioniert aber nur, wenn die Vokalvirtuosen die Texte aus dem Effeff können, was bei der Vielzahl an Titeln sicher leichter gesagt als getan ist. Doch bei Ei-Vox stimmte jeder Ansatz und jeder Akkord. Jedes einzelne Ensemblemitglied hat Solistenqualität und stellte diese auch unter Beweis.

Dabei war der Chor auf der Bühne ständig in Bewegung. Wer also ein feierlich gewandetes, mit farbigen Tüchern und/oder Krawatten ausgestattetes, statisches Ensemble auf der Bühne erwartet hatte, lag völlig falsch.

Kopf der bunten Truppe ist Jörg Edelmann (Bass), der auf der Homepage von Ei-Vox auch als „Der Chef“ bezeichnet wird. Er ist im Hauptberuf Musikdozent an der Universität Eichstätt und haucht all den Stücken, die der Chor anstimmt, viel Pep ein. Neben ihm gehören zum Ensemble seine Frau Susanna (Alt, Sopran), Anna Steigerwald (Sopran), Mary Beyer (Alt), Renate Gutsche (Alt), Günther Dier (Tenor), Hartmut Heinlein (Tenor) und Benjamin Steigerwald (Bass). Nicht dabei war im Wildbadsaal Barbara Graf (Sopran).

Lang anhaltender Applaus war der Lohn für das Konzert, das weitaus mehr bot als eine gelungene Zusammenstellung verschiedener Lieder – nämlich hohe stimmliche Qualität, viel Rhythmik, für die auch schon mal die Körper der Sänger als Percussioninstrumente herhalten mussten, Witz, Esprit und komödiantische Einlagen.

Zwei Zugaben mussten da schon sein, dann erst entließ das Publikum Ei-Vox nach knapp zwei Stunden. Verpasst wurde den Zuhörern in dieser Zeit eine gehörige Portion guter Laune, was vielen Besuchern beim Verlassen des Wildbadsaals ins Gesicht geschrieben stand. 

Robert Renner

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