Montag, 19.11.2018

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Freibäder in Pappenheim und Weißenburg brauchen Millionen

Ministerium hat Investitionsbedarf aufgelistet - 18.08.2018 06:00 Uhr

Der Sprung ins kühle Nass ist nicht nur in diesem Rekordsommer eine willkommene Abwechslung für Einheimische und Urlauber: Allerdings kostet der Freibadbetrieb den Kommunen ordentlich Geld. Vor allem auch, weil in regelmäßigen Abständen kostspielige Sanierungen anstehen. © Leah Mühlöder


Die genannten Zahlen gehen aus ei­ner Liste hervor, die alle sanierungsbedürftigen Bäder Bayerns aufführen.  Veröffentlicht hat sie das Bayerische Innenministerium. Die Kommunen sollten darin Auskunft geben, wie es um den Zustand ihrer Schwimmbäder steht und welche Verbesserungsmaßnahmen geplant sind. Außerdem war die Höhe der dafür veranschlagten Kosten gefragt. Anlass für die Sammlung war eine Anfrage der SPD. Die Bayerische Regierung hat eine Arbeitsgruppe einberufen, die die Sanierungsvorschläge verwaltet und mögliche Schwimmbadförderungen bis zum Doppelhaushalt 2019/2020 prüft. Die SPD hingegen fordert ein Sofort­programm für sanierungsbedürftige Bä­der.

Die Träger der Bäder im Landkreis ächzen seit Jahren unter den Kosten für die Instandhaltung ihrer Einrichtungen. Das Pappenheimer Freibad verzeichnet jährlich ein Defizit von etwa 200000 Euro. Und das ist noch ein relativ geringer Betrag, da das Bad nur während der Sommermonate geöffnet hat – Hallenbäder schreiben in der Regel höhere Minuszahlen. In der veröffentlichten Liste gibt Pappenheim an, von einer Schließung bedroht zu sein. Diese Angabe entschärft der Pappenheimer Bürgermeister Uwe Sinn: „Die Schließung ist ein Quatsch, dafür setze ich mich ein.“ Allerdings sei es in den nächsten Jahren an der Zeit, das Bad einer Komplettsanierung zu unterziehen, gibt Sinn zu bedenken. Für dieses Großbauprojekt werden die Kosten auf 2,8 Millionen Euro geschätzt – genau die Summe, die man auch im Sanierungsbericht wiederfindet.

Seit 2008 wurden in Pappenheim zwar jedes Jahr kleinere Renovierungsarbeiten vorgenommen, aber mittlerweile hat das Freibad schon ungefähr 40 Sommer hinter sich: „Auf Dauer geht das nicht mehr so weiter, das ist jetzt ein Hilferuf an die Regierung“, mahnt der Bürgermeister Pappenheims, „wir hangeln uns von Jahr zu Jahr“. Würde die Regierung jetzt finanzielle Unterstützung liefern, könnte für die nächsten 30 bis 40 Jahre erst mal Ruhe einkehren – so die Einschätzung von Uwe Sinn.

Schließen will die Bäder eigentlich niemand – trotz der hohen Kosten. Denn vor allem in kleineren Orten und ländlichen Gegenden sind Bäder oft eine der wenigen verbliebenen Freizeitaktivitäten. Ohne sie würde viel wegfallen. Gerade während der Sommerferien sind die Freibäder ein wichtiger Wohlfühlfaktor.

Gesamtbad soll die Kosten senken

Auch die Stadtwerke Weißenburg stehen aktuell vor einem großen und kostenintensiven Umbruch: Die Mogetissa-Therme soll geschlossen werden. Dafür ist ein Ganzjahresbad auf dem Gelände des Limesbads geplant. Die veranschlagten acht Millionen Euro im Sanierungsbericht für die Mogetissa-Therme gehen daher auf den Abriss und Neubau auf dem Freibadgelände zurück. Weitere drei Millionen Euro gab man gegenüber dem Innenministerium an, für die Sanierung des Limesbads zu benötigen: „Der Neubau der Schwimmbecken und eine Sanierung der Technik steht an“, so Peter Lang von den Weißenburger Stadtwerken.

Die hohen Summen für die Sanierungsarbeiten seien dabei „nicht in Stein gemeißelt, man weiß eben nicht, wie sich der Baumarkt in den nächsten Jahren entwickelt“, erläutert Lang. Aber der Grundsatzbeschluss zum Bau eines Gesamtbads steht bereits. Bei den Details sei man noch in der Findungsphase. Zum Zeitpunkt einer Entscheidung werde man dann auch den Aufsichtsrat und den Stadtrat miteinbeziehen. Das Ganzjahresbad soll die entstehenden Kosten auf Dauer senken und auch konstantere Besucherzahlen ermöglichen: Am 9. August beispielsweise besuchten 1082 Menschen das Limesbad, am 10. August dagegen kamen 54 Gäste. Mit ei­nem Gesamtbad sei man da flexibler, weil man das ganze Jahr einen Innenschwimmbereich biete.

Anders als Pappenheim und Wei­ßenburg sind die Freibäder Pleinfeld und Langenaltheim nicht unter den sanierungsbedürftigen gelistet. Andreas Krach, Zuständiger der Kämmerei Pleinfeld, stellt für das Pleinfelder Freibad klar: „Hier gibt es nichts zu machen“, und mutmaßt, „andere Bä­der sind vielleicht einfach älter als unseres“.

Ruhe in Langenaltheim

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Der gute Zustand des Langenalt­heimer Freibads ist schlichtweg da­rauf zurückzuführen, dass es erst 2002 einer Generalsanierung unterzogen wurde: Damals baute man Edelstahlbecken und neue Technik ein. Deshalb fallen aktuell nur kleinere Probleme an, erklärt der Langenaltheimer Bürgermeister Alfred Maderer: „Die Sanitäranlagen sind immer noch die alten und die Solartechnik könnte auch verbessert werden.“ 

Leah Mühlöder

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