Montag, 17.12.2018

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Kinder statt Senioren in der Stichvilla

Der Bauausschuss des Stadtrats stimmte geschlossen für Nutzung als Kinderkrippe – Zustimmung des Gesamtstadtrats nur noch Formsache - 12.11.2010 20:02 Uhr

Durch die Stichvilla in Weißenburg werden schon bald Kinder tollen. © WT


Dies hat der Bauausschuss des Stadtrats am Mittwochabend einstimmig beschlossen. Der Gesamtstadtrat muss das Vorhaben noch absegnen, doch dies dürfte angesichts der einstimmigen Entscheidung im Ausschuss eine reine Form­sache sein.

Der Seniorenclub der Arbeiterwohlfahrt (Awo) wird aber keinesfalls vertrieben, vielmehr hat der Zuspruch für die Einrichtung wohl merklich nachgelassen. „Die Nachfrage ist offenbar nicht mehr so groß“, merkte Thomas Felber, in der Stadtverwaltung für Kindertagestätten und Schulen zuständiger Mitarbeiter, an, der die Pläne für die Krippe im Bauausschuss vorstellte.

Letzte Sanierung in den 70er Jahren

Ihm zufolge hat die Liegenschaftsverwaltung mit der Awo bereits einen Auflösungsvertrag geschlossen. Die Räume, die der Seniorenclub bisher nutzte, wurden in den 1970er-Jahren letztmalig grundlegend saniert. Weitere, derzeit nicht genutzte Räume im Erdgeschoss der Villa wurden nach Angaben von Felber zuletzt in den 1950er-Jahren instand gesetzt, sodass für die künftige Nutzung als Kinderkrippe eine umfassende Renovierung notwendig ist.

Felber: „Eine sofortige Nutzung ohne Sanierung ist nicht möglich.“ Verlegt werden soll beim Umbau der Haupteingang. Er wird sich künftig auf der Nordseite des Gebäudes be­finden. Es werden Gruppen-, Wickel-, Toiletten-, Ruhe- und Nebenräume entstehen. Die Kosten für die Komplettsanierung des Erdgeschosses werden auf 189 000 Euro geschätzt.

Staatliche Förderung von 75 Prozent

Für den Umbau zur Kinderkrippe wird die Stadt nach Auskunft der Regierung von Mittelfranken einen Zuschuss von rund 75 Prozent erhalten. Allerdings sind Stadtkämmerer Konrad Bender zufolge sicher nicht alle Posten förderfähig: „Die streichen uns sicher einige Dinge heraus.“ Oberbürgermeister Jürgen Schröppel erinnerte daran, dass neben den beiden bestehenden Krippengruppen (zwei im Kindergarten Breitungstraße, eine im Kindergarten Am Hof) eine weitere in der Stadt notwendig ist.

Derzeit sind alle 36 Krippenplätze ­belegt. Ein bestehendes Gebäude für diesen Zweck zu nutzen, sei allemal günstiger als der Neubau einer Kinderkrippe, sagte der OB. Und die Stichvilla habe sich angeboten, weil in deren Obergeschoss bereits der städtische Kinderhort untergebracht sei. Schröppel sieht gar eine „Win-win-­Situation“, weil für das Gebäude eine „vernünftige Nutzung“ gefunden wur­de und gleichzeitig das Krippenprob­lem gelöst wird.

Neues Büro für Jugendsozialarbeiterin in der Stichvilla

Im Parterre werden Thomas Felber zufolge nicht alle Räume für die Kinderkrippe benötigt. Wie berichtet, kann deshalb dort auch das Büro für die Jugendsozialarbeiterin der Stadt mit einem separaten Eingang eingerichtet werden. Der Referent trat Befürchtungen entgegen, dass damit in unmittelbarerer Nähe zur Krippe eine Art Jugendzentrum entstehen könnte.

Es gehe lediglich darum, für die Streetworkerin ein Büro zu schaffen, das den Vorteil habe, sowohl nahe beim Juz in der Eichstätter Straße als auch nahe an der Hauptschule zu sein. Felber: „Ich sehe da keinen Konflikt.“ In den Räumen für das Jugendbüro sollen die Renovierungsarbeiten schon im bevorstehenden Winter durch städtische Arbeiter erfolgen. Für den Krippenumbau ist der Baubeginn für das kommende Frühjahr vorgesehen, sodass die Krippe zu Beginn des Kindergartenjahres 2011/2012 ihren Betrieb aufnehmen kann. 

rr

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