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Mittwoch, 19.09.2018

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Viele tote Aale am Brombachsee-Ufer

Massensterben durch Bakterien und Hitze bedingt - 23.08.2018 09:25 Uhr

Kein schöner Anblick: Derzeit finden Passanten und Badegäste zahlreiche tote Aale am Brombachsee-Ufer. Sie verendeten an der Aalrotseuche. © Privat


„Keine Ansteckungsgefahr für Menschen“, besteht Hans Padberg zufolge für den Menschen. Für den Diplom-Biologen des Fischereiverbandes Mit-telfranken ist das Aalsterben eine Fol­ge des ungewöhnlich heißen Sommers. Am Brombachsee ist das Wasser an der Oberfläche bis zu 28 Grad Celsius warm, in „normalen“ Sommern  sind es nur 24 bis maximal 26 Grad Celsius. Bei derart heißen Temperaturen „vermehren sich eben auch die Bakterien relativ bis sehr schnell“, so Padberg.

Die Bakterien, die die Aalrotseuche auslösen, sind bei niedrigeren Temperaturen ungefährlich für die Fische, doch bei hohen Temperaturen wird es problematisch. Im wärmeren Seewasser sinkt auch der Sauerstoffgehalt am Seegrund. Das bedeutet Stress für die am Grund lebenden Fische, und auch deren Schleimschicht verliert einen Teil ihrer Schutzfunktion. Die Folge: Die Bakterien können die Fische in­fizieren. Die erkrankten Aale bekommen dann rötliche Flecken, schwimmen wie gelähmt an der Oberfläche und verenden schließlich.

In der vergangenen und dieser Wo­che wurden zahlreiche Aale an die Brombachsee-Ufer gespült. Dort werden sie von Mitarbeitern des Fischereiverbandes und des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach eingesammelt und in der Tierkörperbeseitigung in Gunzenhausen entsorgt. Padberg zufolge sollten die verendeten Aale nicht angefasst werden. „Nur mit Handschuhen“, rät der Biologe. Die Krankheit sei zwar für den Menschen ungefährlich, doch der verwesende Aal sei auf jeden Fall ein Infektionsherd.

Gegen die Erkrankung der Aale gibt es keine vorbeugenden oder gar Behandlungsmöglichkeiten. Padberg zufolge kommen derartige Massensterben immer wieder vor, zuletzt im heißen Sommer 2003. Der Biologe des Fischereiverbandes schätzt, dass die Aalpopulation im Brombachsee mehrere Tausend Exemplare mit einem Gewicht von zwei bis drei Tonnen umfasst. Diese Aale seien im See nicht ausgesetzt worden, sondern via Überleitung aus der Altmühl eingewandert.

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Wie viele der schlangenförmigen Fische im Brombachsee-Gebiet betroffen sind oder noch sein werden, sei schlecht abzuschätzen. „Wir befürchten aber schon einen Totalausfall.“ Betroffen von der Aalrotseuche ist derzeit nur der Brombachsee. Allerdings sei das keine Folge der aktuellen Wasserüberleitung nach Nordfranken, sondern eine Folge des sehr warmen Sommers. 

Rainer Heubeck

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