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Dienstag, 22.01.2019

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Weißenburger Feuerwehr will neue Mitglieder gewinnen

Schwerpunktthema im Jahr 2019 – Infoabend am 15. Januar - 10.01.2019 09:01 Uhr

Moderne Löschtechnik bedienen: Die Freiwillige Feuerwehr ist auf dem neuesten Stand und zählt zu den schlagkräftigsten Wehren im weiten Umkreis. Wer mitmachen will, ist jederzeit willkommen. Unser Bild entstand im vergangenen Herbst bei einer Großübung bei der Gutmann AG in Weißenburg. © Robert Renner


Dies gaben Vorsitzender Tobias Kamm und Kommandant Klaus Knaupp bei der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend bekannt. Kamm machte deutlich, dass die Wehr mit 64 aktiven Mitgliedern „aktuell keine akute Personalnot“ hat. Doch es gelte, „frühzeitig zu reagieren und sich aktiv um neue Mitglieder zu bemühen“.

Dies habe zwei Gründe. Zum einen habe die Wehr „viele sehr engagierte Feuerwehrleute um die 50 Jahre“. Sie leisteten zwar hoffentlich noch viele Jahre Feuerwehrdienst, es werde aber „der Zeitpunkt kommen, an dem jüngere Kameraden Verantwortung übernehmen müssen“, um die Lücken aufzufüllen. Kamm: „Mit dem aktuellen Personalstand werden wir das nicht schaffen.“

Zum anderen ändern sich „die Zeiten und Anforderungen“, stellte der Vorsitzende fest. Immer wieder würden engagierte und ausgebildete Kameraden ihr Engagement reduzieren oder die Wehr verlassen. Das habe die verschiedensten Gründe, angefangen von beruflichen Veränderungen über den Wechsel des Wohnorts bis hin zu familiären Anlässen.

Daher soll nun die Kontaktaufnahme für Interessierte vereinfacht werden. Denn es habe bisher für potenzielle Neumitglieder „wohl etwas Überwindung“ gekostet, einfach mal eine Übung zu besuchen. „Deshalb starten wir kommenden Dienstag um 20 Uhr mit einem unverbindlichen Informationsabend, bei dem alle Inte­ressierten, gerne auch mit Partner, eingeladen sind.“ Dort gibt es allgemeine Informationen zum Engagement bei der Wehr und im Verein.

Die Wehr erhalte durch ihre Einsätze zwar oft und automatisch eine gewisse Aufmerksamkeit und Anerkennung. Jedoch dürfe man nicht vergessen, dass die Nachrichten zu den Einsätzen „oft negativ behaftet“ seien. „Es besteht die Gefahr, dass ein potenzielles neues Mitglied hierdurch eher abgeschreckt als motiviert wird, den Weg zu uns zu finden“, machte Kamm deutlich.

Daher gilt es nach seiner Lesart, Interessenten auch zu vermitteln, dass es hinter dem Feuerwehrdienst auch ein Vereinsleben gibt – und zwar ein sehr vielfältiges. „Ganz wichtig ist uns im Vereinsleben auch, dass die ganze Familie unseres Mitglieds einen gewissen Mehrwert hat. Denn nur wenn die Familie auch hinter dem Verein und der Feuerwehr steht, ist der eigentliche Feuerwehrdienst langfristig möglich“, unterstrich der Vorsitzende.

Er forderte die Wehrmitglieder auf, potenzielle Interessenten direkt anzusprechen, am Arbeitsplatz, im Bekanntenkreis oder auch in der Nachbarschaft. Oft bestehe ein Grund­interesse an der Feuerwehr, es fehle nur „der Zündfunke“.

Landrat Gerhard Wägemann, der erstmals anlässlich von Ehrungen zu Gast bei einer Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Weißenburg war, lobt die Verantwortlichen für die aktive Mitgliederwerbung. Viele Kinder hätten Feuerwehrspielsachen und würden die Retter für ihr Tun bewundern. Die Herausforderung sei es, diese positive Stimmung  bis ins Erwachsenenalter zu erhalten. Der Landrat: „Kinder wissen, was sie an der Feuerwehr haben.“

Doch bei Erwachsenen ist dies nicht immer gegeben. Bislang seien im hiesigen Raum noch keine „Pöbeleien und Behinderungen“ bekannt geworden, andernorts sähen sich Einsatzkräften mit diesen aber immer häufiger konfrontiert.

Kommandant Klaus Knaupp würde sich freuen, „wenn mehr Weißenburger – Alteingesessene genauso wie Zugezogene – den Weg“ zur Wehr finden würden und unterstrich: „Wir sind eine modern aufgestellte Feuerwehr, bei der technisch interessierte Bürger, die gerne anderen Menschen, die in eine Notlage geraten sind, helfen wollen, ein äußerst sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden können.“

„Hand in Hand“

Die Weißenburger Wehr sei „offen für alle Bevölkerungsschichten – vom Arbeiter bis zum Schuldirektor“. Jeder könne mitmachen, ab zwölf Jahren in der Jugendfeuerwehr oder ab 18 in der aktiven Mannschaft. Knaupp: „Auch die Herkunft interessiert uns nicht – so haben wir in unseren Reihen bereits türkischstämmige Mitglieder. Wir arbeiten alle Hand in Hand zusammen.“

Es könne also fast jeder Feuerwehrdienst leisten, Jungen wie Mädchen, Frauen wie Männer. Man müsse sich „eigentlich nur einmal überwinden“ und an einem der Schnupperabende in diesem Jahr unverbindlich vorbeischauen. Der Kommandant: „Also liebe Weißenburger, bereits jetzt den 15. Januar vormerken und um 20 Uhr in der Schlachthofstraße 11 bei Eurer Feuerwehr vorbeikommen und Mitglied werden.“

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Es lohne sich – für jeden Einzelnen, weil er ein sinnvolles neues Hobby finde, und für die Weißenburger Bürgerschaft, die weiß, „dass im Notfall weiterhin eine schlagkräftige Feuerwehr zur Verfügung steht, die professionelle Hilfe bringen kann“. 

Robert Renner

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