Sonntag, 24.03.2019

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Weißenburger Museen starten in die neue Saison

Kritik der CSU an geringen Besucherzahlen - 15.03.2019 08:24 Uhr

Attraktiv gestaltet: Das Römermuseum präsentiert sich seit seiner Generalsanierung optisch und didaktisch sehr ansprechend. Leider waren die Besucherzahlen in den Weißenburger Museen im vergangenen Jahr niedrig. © Robert Renner


Das Jahresprogramm startet mit dem „Colloquium Biricianis 2019“ vom 28. bis 30. März. Dabei werden internationale Archäologen und His­toriker „von den neuesten Ergebnissen ihrer Forschungen in Raetien, Ger­manien und den benachbarten Pro­vinzen berichten, heißt es im Pressetext.

Dieser nennt als weitere Veranstaltungen ein Lese-Erzähl-Abenteuer für kleine Römerschatzentdecker mit dem Titel „Sagenhaft“ (Dienstag, 23. April), den Internationalen Museumstag (19. Mai), den Unesco-Welterbetag in den Thermen (2. Juni), das Römerfest auf dem Kastellgelände (30. August und 1. September) sowie den „All Hallows’ Eve at the museum“ am 31. Oktober.

All dies soll viele Besucher anziehen, was auch nötig sein wird, denn der kulturelle Bereich steht im Stadt­rat unter Beobachtung. Ausgaben für kulturelle Zwecke würden „oftmals als einsparbar angesehen“, sagte Fraktionsvorsitzender Klaus Drotziger. Dabei sei Kultur „nichts anderes als eine besondere Art von Bildung“. Und Kultur steht einer Großen Kreisstadt „durchaus gut zu Gesicht“. Und deshalb trage die CSU-Stadtratsfraktion auch „die dafür vorgesehenen stolzen 2,3 Millionen Euro mit“.

Doch die Besucherzahlen der Thermen und des Römermuseums seien „nicht nur rückläufig, sondern an einem Tiefpunkt“ angelangt. Und das, obwohl die Generalsanierung des Museums gerade einmal knapp zwei Jahre zurückliegt. „Die Römischen Thermen und das Römermuseum sind für viele Millionen Euro in den vergangenen Jahren in einen hervorragenden Zustand versetzt worden“, unterstrich Drotziger. Ziel sei es gewesen, „dem Römertourismus in Weißenburg neuen Schwung zu geben“.

Doch die Zahlen seien „ernüchternd“. Mit etwas mehr als 41000 Besuchern im Jahr 2018 hätten die beiden römischen Aushängeschilder der Stadt „das zweitschlechteste Besu­cherergebnis in den letzten 35 Jahren eingefahren“, stellt er fest. 2008 seien es 55000 Besucher gewesen, vor 20 Jahren 60000, vor 30 Jahren 71000 Besucher und 1984 sogar 90000. „Bei dem mageren Ergebnis des aktuellen Jahres 2018 muss man zudem wissen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Besucher Schulklassen waren“, machte Drotziger deutlich.

Es sei zwar positiv, wenn sich Schulklassen mit den Römern in Weißenburg befassten. „Aber mit dem Ziel, mehr Touristen nach Weißenburg zu bringen, um eine lebendige Innenstadt zu fördern“, habe das „nur sehr bedingt zu tun“. Deswegen muss nach Ansicht der CSU „der Gewinnung von zahlenden Besuchern deutlich höhere Priorität eingeräumt werden“. Der Fraktionschef: „Andere Museen setzen sich hier Ziele, warum nicht auch wir? Ein Minimalziel, an dem sich die Museumsleitung messen lassen sollte, wären zumindest Besucherzahlen wie vor zehn Jahren.“

Nicht speziell zum Römermuseum, aber zum Thema Kultur äußerte sich bei der Haushaltsberatung auch Wolfgang Hauber. Dass dafür inzwischen 2,3 Millionen Euro „aus allgemeinen Deckungsmitteln“ benötigt werden, bedarf nach seiner Lesart „einer sorgfältigen Beobachtung“. Bei nachlassenden Einnahmen werde sicherlich über Kürzungen nachgedacht werden müssen.

Hoffen auf „Lebkuchenmann“

Ausdrücklich positiv hob der Freie Wähler aber das Projekt „Der Lebkuchenmann“ hervor. Hauber ist überzeugt, dass dieses das Potenzial dazu hat, „unser Bergwaldtheater in der Region und darüber hinaus bekannt zu machen und Besucher anzulocken“. Es sei „der Versuch, ein Leuchtturmprojekt zu installieren“. Die Freien Wähler hoffen „auf einen großen Erfolg“.

Alexander Kohler wies hingegen darauf hin, dass im Bereich Kultur „die Kostenstruktur aller Beteiligten“ nahezu konstant geblieben ist. „Allein der kulturelle Kostenexpander Bergwaldtheater“ sei im abgelaufenen Wirtschaftsjahr durch Ausgabensteigerungen aufgefallen. „Und für 2019 wird schon planerisch die erste finanzielle Lebkuchenmauer durchbrochen“, fügte er schmunzelnd an.

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Es sei sicher schön, „eine so tolle kulturelle Spielwiese wie das Bergwaldtheater zu haben. Aber ein De­fizitausgleich jeder Vorstellung von nahezu 25000 Euro ist halt schon eine Ansage“, meinte der Parteilose. Wenn er im Etat auch nichts „übertrieben Luxuriöses“ gefunden habe, so sei das Bergwaldtheater doch „sicherlich eine Einrichtung, die wir uns zumindest bewusst leisten wollen“. Kohler: „Und vielleicht beginnt mit dem Leb­kuchenmann eine neue Bergwaldtheaterära.“ 

Robert Renner

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